Management-Fragen

Haben Sie Fragen rund um die Administration von Klinik, Praxis und Arztberuf? Nachfolgend finden Sie eine Sammlung von über 300 Fragen rund um den medizinischen Berufsalltag. Sie können auch in der rechten Spalte einen Suchbegriff eingeben oder darunter in der Tag-Cloud ein Thema nach Stichworten auswählen. Je grösser das Wort desto grösser das Thema.

1. Säule bei Selbständigen, was ist anders?

Welche Beiträge an die erste Säule muss ein selbständig Erwerbender leisten?

Die AHV/IV/EO Beiträge selbständig Erwerbender betragen 9,7%. Der Beitragssatz wird bei einem Einkommen unter 56’200 Franken reduziert. Bei einem Jahreseinkommen von unter 9’400 Franken ist ein Mindestbeitrag von 480 Franken geschuldet.

Gegenüber der ALV besteht für selbständig Erwerbende keine Beitragspflicht.

1. Säule; was beinhaltet sie?

Die erste Säule deckt die Existenzsicherung der gesamten Bevölkerung in folgenden Bereichen:

  • Altersvorsorge: Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)
  • Tod des Versorgers: Insbesondere Hinterbliebenenleistungen: Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)
  • Lohnausfall wegen Invalidität: Invalidenversicherung (IV)
  • EO: Die Erwerbsersatzordnung (EO) ersetzt Personen, die Militär-, Zivil- oder Zivilschutzdienst leisten, einen Teil des Verdienstausfalls.

  • Mutterschaftsentschädigung

Die erste Säule finanziert sich nach dem Umlageverfahren. Die eingenommenen Beiträge werden nicht gespart sondern sofort zur Finanzierung der Renten verwendet.

13. Monatslohn, was ist üblich?

Üblich ist heute ein 13. Monatslohn. Am Jahresende ist der Medizinischen Praxisassistentin somit ein zusätzlicher Monatslohn auszurichten.

Umfasst das Arbeitsverhältnis nicht das ganze Kalenderjahr, so ist dieser 13. Lohn pro rata zu bezahlen. Also die Hälfte eines ganzen Lohnes, wenn der Stellenatritt im Juli erfolgte.

2. Säule; was ist das?

Die 2. Säule soll in Ergänzung zur AHV/IV im Alter die gewohnte Lebenshaltung in angemessener Weise sichern. Sie besteht aus Pensionskasse (BVG), Unfallversicherung (UVG), Arbeitslosenversicherung (ALV) und Krankentaggeldversicherung (KTG).

3 Säulen-Prinzip; was ist das?

In der Bundesverfassung wird das 3-Säulen System der Sozialversicherungen festgelegt: „Der Bund trifft Massnahmen für eine ausreichende Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge. Diese beruht auf drei Säulen, nämlich der eidgenössischen Alters -, Hinterlassenenund Invalidenversicherung (1. Säule: AHV/IV), der beruflichen Vorsorge (2. Säule: BVG) und der Selbstvorsorge (3. Säule).

3. Säule, worum geht es?

Die dritte Säule ist freiwillig und dient dazu, zusammen mit der ersten und zweiten Säule der Sozialversicherung, den gewohnten Lebensstandard bei Arbeitsunfähigkeit oder Pensionierung beizubehalten.

Sie wird angeboten von Banken oder von Versicherungen.

Bei der Versicherungslösung wird das Invaliditäts- und das Todesrisiko abgedeckt. Es handelt sich also um eine Kombination von Kapitalsparen und Versicherung.

Die Banklösung deckt Invaliditäts- und Todesrisiko nicht ab.

Bei beiden Lösungen wird Geld für die Altersvorsorge gespart (Kapitaldeckungsverfahren).

Bei der dritten Säule wird zwischen zwei Arten der Vorsorge unterschieden:

3a

Das in der Säule 3a gesparte Kapital ist für die Finanzierung des Alters vorgesehen und ist somit zweckgebunden. Jährlich kann ein bestimmter gesparter Betrag von der Steuer abgezogen werden.

Der Gesetzgeber sieht Ausnahmen vor, um das Geld für definierte Zwecke vorzeitig zu beziehen. Die gesetzliche Verordnung lässt nur zwei Vorsorgeformen zu. Einerseits gebundene Vorsorgevereinbarung mit einer Bankstiftung (Das Geld wird durch die assoziierte Bank verwaltet) oder andererseits die gebundene Vorsorgeversicherung bei einer der Schweizer Versicherungsgesellschaft.

Letztere kombiniert die Kapitalvorsorge meist mit einer Versicherung (Todesfall, Invalidität).

3b

Die freie Vorsorge (Säule 3b) wird steuerlich nicht bevorteilt, sie ist aber relativ frei verfügbar wenn das Kapital vorzeitig bezogen werden sollte. Private Banksparkonten werden auch zur dritten Säule gezählt.

Zur Säule 3b gehören Vorsorgearten, die nicht an einen Vertrag mit bestimmter Laufzeit gebunden sind.

Somit kann sich der Versicherungsnehmer das Kapital praktisch jederzeit auszahlen lassen.

Dazu gehören vor allem Banksparkonten. Die Beiträge an die Säule 3b sind nicht steuerlich begünstigt. Fondspolicen hingegen sind nach 10 Jahren steuerbegünstigt und haben eine bestimmte Laufzeit. Vorbezüge sind aber möglich.

 

 

Abfallentsorgung, wie Abfall der Praxis entsorgen?

Medizinische Abfälle werden in zwei Hauptgruppen unterteilt: unproblematische und Sonderabfälle. Unproblematische medizinische Abfälle sind mit normalem Hauskehricht vergleichbar. Sie bergen in der Regel kein erhöhtes Risiko. Beim Entsorgen medizinischer Sonderabfälle muss den spezifischen Risiken Rechnung getragen werden. Es gelten besondere Vorschriften:

  • Sonderabfälle dürfen Sie nie mit anderem Abfall vermischen und nie mit dem Hauskehricht oder über die Kanalisation entsorgen.
  • Medizinische Sonderabfälle dürfen nur an Entsorgungsunternehmen abgegeben werden, die dafür eine Empfänger-Bewilligung haben.
  • Solche Unternehmen können Sie auch in der Praxisinternen Sammlung und Lagerung beraten. Beim Entsorgen von Sonderabfällen sind immer die nötigen Begleitscheine (vom Sammelunternehmen geliefert) auszufüllen und zusammen mit dem Abfall abzugeben.
  • Nur für Warenretouren (Waren in unveränderter Zusammensetzung und in der Originalverpackung) ist aus der Perspektive der Arbeitssicherheit kein Begleitschein notwendig.

Abrechnen, weshalb sollte ein Arzt das können?

Im unvollständigen Abrechnen liegt die grösste verlorene Einnahmenquelle der Arztpraxis. Für viele Praktiker ein eher mühsames Kapitel ihrer Tätigkeit, wird die Abrechnung stiefmütterlich behandelt. Doch gerade bei langjährigen Kräften lohnt sich von Zeit zu Zeit eine Schulung der abrechnenden MPAs, da sich die Regelungen häufig ändern.

Allerdings zeigt die Erfahrung, dass viele Kollegen selbst nicht alle Leistungen aufschreiben, die sie erbracht haben, teils aufgrund der irrigen Annahme, der Aufwand lohne nicht, oder auch aus Furcht vor Sanktionen:

Ohne Zweifel sollten ein Praktiker sich mit den Abrechnungsregeln intensiv vertraut machen. Wenn sie einen Patienten behandeln, dann dokumentieren sie das ja auch und machen es nachweisbar.

AHV Renten für Angehörige, was wird bezahlt?

Welche Art von AHV Renten wird Angehörigen ausbezahlt?

Beträgt die einfache Altersrente für einen alleinstehenden ehemaligen Erwerbstätigen 100%, so berechnen sich die angepassten Renten wie folgt:

  • Ehepaar Altersrente 150%
  • Witwen und Witwerrente 80%
  • Kinder- und Waisenrente 40%.

AHV/IV/EO; was ist noch nützlich zu wissen?

Versichert sind alle in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachgehenden oder einen festen Wohnsitz aufweisenden Personen.

Beitragspflichtig sind alle Erwerbstätigen ab dem 18. Lebensjahr, Nichterwerbstätige ab dem 21. Lebensjahr.

Der Arbeitgeber meldet den Arbeitnehmer bei der zuständigen AHV-Ausgleichskasse an.

Unter www.ahv-iv.info können die Versicherten einen individuellen Kontoauszug verlangen, welcher Aufschluss über die Höhe der abgerechneten Einkommen und die Vollständigkeit der Beitragsjahre gibt.

AHV/IV/EO; wie funktioniert das mit den Beiträgen?

Wer bezahlt die Beiträge der ersten Säule?

Die Arbeitgeber bezahlen mindestens die Hälfte der Beiträge. Die hälftige Aufteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist also Usanz und kann höchstens zu Gunsten der Arbeitnehmer angepasst werden.

Das Gesetz schreibt vor, das alle Arbeitgeber periodisch überprüft werden müssen, ob sie die Löhne ihrer Mitarbeitenden gegenüber der Ausgleichskasse korrekt abrechnen.

Beanstandungen werden am ehesten vermieden, wenn die effektiven Lohnzahlungen auch jeweils korrekt und fristgerecht gemeldet werden.

Wenn ein Buchhalter oder Treuhänder für die Lohnmeldungen verantwortlich sit, sollte dieser auch über Zahlungen wie Überstunden und Gratifikationen informiert werden, die direkt von der Praxis aus an die Mitrarbeiter ausgelöst werden. Nur so kann er die korrkete Meldung garantieren.

Auf Löhnen die Arbeitnehmenden ausgerichtet werden sind 2012 AHV/IV/EO Beiträge von gesamthaft 10,3% geschuldet.

Üblicherweise werden je 5,15% vom Lohn des Arbeitnehmers abgezogen und 5,15% zahlt der Arbeitgeber selber an die Kasse.

AHV/IV/EO; wie hoch sind die Leistungen?

Die Höhe der Leistungen richtet sich nach dem durchschnittlichen AHV-Einkommen und der Vollständigkeit der Beitragsjahre. Bei Invalidität richtet sie sich nach dem Grad der Erwerbsunfähigkeit.

Die maximale Leistung (100%) beträgt 2012 knapp 28‘000 Franken und wird nur erreicht, wenn im Durchschnitt der Beitragsjahre rund drei Mal soviel Lohn verdient und abgerechnet wurde. Die Grenzwerte werden alle zwei Jahre der Teuerung angepasst.

AHV; Beitragspflicht bei tiefen Einkommen?

Bei einem Jahreseinkommen von unter 2300 Franken besteht keine Beitragspflicht zur ersten Säule.

AHV; Besteht Beitragspflicht bei Weiterarbeit im Pensionsalter?

Muss jemand, der im Pensionsalter noch arbeitet, auch Beiträge zur ersten Säule bezahlen?

Wer nach dem Erreichen des Rentenalters weiterhin erwerbstätig ist und bereits eine Altersrente bezieht, muss weiterhin AHV-Beiträge bezahlen. Es gibt jedoch einen Freibetrag (monatlich 1’400 CHF oder jährlich 16’800 CHF), auf dem keine Beiträge zu entrichten sind.

Es ist auch möglich, den Bezug der Rente um ein bis fünf Jahre aufzuschieben.

Anfahrt zur Praxis, worauf achten?

Bei der Anfahrt geht es um den Ausseneindruck der Praxis. Wurde an die Patienten gedacht, die das erste Mal kommen? Sind Parkmöglichkeiten vorhanden? Ist der Infrastruktur-Unterhalt genügend?

Die Checkliste Praxisdurchgang von Medizin-Management enthält dutzende von Inspektionspunkten zur Praxis. Hier einige zum Ausseneindruck der Praxis:

  • Sind Parkmöglichkeiten fürs Auto bzw. Fahrrad vorhanden? In welchem Zustand befinden sie sich?
  • Ist das Praxisschild noch okay, stimmt der Inhalt?
  • Ist der Eingang hell und beleuchtet, findet man den Beleuchtungsknopf auch im Dunkeln?
  • Findet man leicht den Klingelknopf?
  • Wie fühlt sich die Türklinke an, wie das Treppen­geländer?
  • Sind der Flur, das Treppenhaus, der Aufzug einladend und sauber? Wie riecht es?
  • Wie leicht finden Patienten überhaupt die Praxis? Braucht es mehr Beschilderungen?

Anforderungsprofil an neuen Stelleninhaber, was gehört dazu?

Bevor überhaupt damit begonnen wird eine neue Arbeitskraft zu suchen, sollten feststehen, was diese Person für Fähigkeiten mitbringen soll und welche Aufgaben sie im Team übernehmen wird. Natürlich kommen Menschen mit Stärken und Schwächen, es kann also nicht immer jeder Wunsch in Erfüllung gehen. Aber, allein schon das Wissen darum, was für das ideale neue Teammitglied mitbringen könnte hilft beim Finden desselben.

Konsultieren Sie zur Erstellung des Anforderungsprofils doch zunächst den Stellenbeschrieb. Falls Sie keinen haben ist es nun höchste Zeit ein solches Pflichtenheft gemeinsam mit der Vorgängerin oder Teamkollegin zu erstellen.

Dann fragen Sie sich doch, welche Art von Persönlichkeit ideal ins Team passen würde. Wer würde die Gruppe abrunden?

Mit dem so gewonnenen Wissen, was oder wen Sie suchen, wird die Suche selber schon wesentlich einfacher.

Arbeislosenversicherung ALV; wie funktioniert sie?

Die staatliche Arbeitslosenversicherung erbringt Leistungen bei Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und bei Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers.

Obligatorisch versichert sind alle in der Schweiz tätigen Arbeitnehmer.

Die Beiträge werden von Arbeitnehmern und Arbeitgebern je zur Hälfte finanziert. Sie werden in Prozenten des Bruttolohnes bestimmt.

Arbeitnehmer mit Unterhaltspflichten gegenüber Kindern erhalten ein Taggeld in der Höhe von 80%, die übrigen erhalten 70% des versicherten Verdienstes.

Der versicherte Verdienst entspricht im Maximum dem deklarierten UVG-Höchstlohn.

Die Anzahl der Taggelder ist nach Alter des Arbeitnehmers abgestuft.

Arbeitsbereiche am Patienten, was muss beachtet werden?

Die Arbeit am Patienten ist das Herzstück der MPA Tätigkeit. Sie ist der Grund, weshalb eine junge Frau oder heute auch ein junger Mann diesen Beruf wählt. Sie ist auch der Grund, weshalb eine MPA im Beruf verbleibt und die Nachteile wie fehlende Aufstiegsmöglichkeiten und manchmal cholerische Vorgesetzte erduldet.

Im Regelfall kann die Arbeit am Patienten weder aufgeschoben noch gebündelt werden – sie muss so zeitnah als möglich mit einer ganz bestimmten Person und vielleicht seiner Begleitung erbracht werden.

Die Arbeit am Patienten zeichnet sich daurch aus, dass sie eine hohe persönliche Präsenz voraussetzt und dass sie als Service gemeinsam mit dem Patienten erfolgt. Der Patient gestaltet sein Erlebnis mit.

Aus diesen Gründen sind die kommunikativen Fähigkeiten, die Freundlichkeit und das Vermögen Patienten zu steuern enorm wichtig. Sie ergänzen die fachlich-mediznische Kompetenz und sind für die Patienten oft ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Grund, weshalb gerade diese Praxis bevorzugt wird.

Arbeitsbereiche im Hintergrund, wo sind die Gemeinsamkeiten?

Die Arbeit im Hintergrund ermöglicht einer Praxis überhaupt erst zu funktionieren. Nur durch Organisation der Arbeit, Bereitstellen und Unterhalten der Mittel und Werkzeuge und dem Entsorgen von Abfällen kann eine Praxis überhaupt ihre Dienste am Patienten erbringen.

Im Gegensatz zur Arbeit am Patienten ist es nicht so wichtig, wann genau eine Arbeit erledigt wird. Sie ist eher periodisch und hat zum Ziel, die Funktionsfähigkeit der Praxis zu garantieren.

Zuverlässigkeit und Genauigkeit sind gefragt. Es sind vorausschauende Fähigkeiten, die dem Team ermöglichen in der Hitze des Patienenansturms alles Nötige am richtigen Platz und im richtigen Zustand zu wissen.

Arbeitsbereiche, wie organisieren?

Die Organisation der Arbeitsbereiche ist ein wesentlicher Faktor zur optimalen Steuerung des Patientenflusses in der Praxis.

Keine Arztpraxis ist eine identische Kopie in Form und Funktion einer anderen Praxis. Und trotzdem erkennen wir eine Praxis aufgrund von Beschilderung, Empfang und Wartezimmer auf den ersten Blick.

Je nach Spezialisierung der Ärzte und der herrschenden Rahmenbedingungen kommen weitere Arbeitsbereiche hinzu. Beispielsweise das Praxislabor, die Sprechzimmerassistenz, die Apotheke und solche, die sich dem Besuchr nicht auf den ersten Blick erschliessen, wie die Materialwirtschaft, das Rechnungswesen und die Entsorgung.

Jeder Arbeitsbereich hat seine eignen Aufgaben, Regeln, Verantwortlichkeiten und örtliche sowie zeitliche Gegebenheiten.

Arbeitslosenversicherung; wie funktioniert sie?

Die ALK (Arbeitslosenkasse) ist eine obligatorische Versicherung der 2. Säule. Beitragspflichtig sind Angestellte und deren Betriebe. Die Beiträge werden direkt von Lohn abgezogen.

Wie hoch ist die Arbeitslosenbeitragspflicht?

Bei der Arbeitslosenversicherung ALV werden 2,2% des Lohnes fällig, sofern dieser unter 10500 Franken pro Monat, respektive 126000 Franken pro Jahr beträgt.

Bei einem Einkommen zwischen 126000 und 315000 Franken jährlich wird ein Solidaritätsbeitrag von 1,0% erhoben. Dieses Einkommen über 126000 Franken ist nicht mehr durch die Arbeitslosenkasse versichert.

Was zahlt die Arbeitslosenkasse?

Als Basis für die Höhe der Auszahlung gilt der sogenannte versicherte Verdienst. Dieser wird von der Arbeitslosenkasse normalerweise aufgrund der Einkommen der letzten 6 Monate festgesetzt. Aus dem versicherten Verdienst wird ein Taggeld berechnet, das je nach persönlichen Verhältnissen 70 oder 80% des bisherigen Lohnes beträgt.

Die Leistungen der Arbeitslosenkasse sind zeitlich begrenzt. Es werden zwischen 200 und 550 Taggelder während einer Periode von 2 Jahren ab der ersten Anmeldung ausbezahlt. Grundsätzlich gilt, dass bei älteren Arbeitnehmern länger Taggelder ausbezahlt werden.

Arbeitsort, kann dieser wechseln?

Im Arbeitsvertrag zu nennen ist der Arbeitsort. Eine Einseitige Verlegung des Arbeitsortes durch den Arbeitgeber ist in der Regel nicht einfach zulässig.

Falls der Arbeitnehmer nicht nur an einem bestimmten Arbeitsort tätig sein soll ist zu notieren, dass der Arbeitnehmer an verschiedenen Orten, möglichst unter Nennung oder Umschreibung derselben, beschäftigt werden kann.

Arbeitsvertrag auflösen, wie?

Die Beendigung der Zusammenarbeit erfolgt durch Kündigung oder Pensionierung.

Auch wenn Arbeitsrechtlich auf Verwarnungen und fristlose Kündigungen eingegangen werden muss, ist eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses in gegenseitigem  Einvernehmen die Regel.

Bei allen Formen der Auflösung hat der Arbeitnehmer Anspruch auf ein Arbeitszeugnis.

Arbeitsvertrag für MPA, wo gibt es Vorlagen?

Die FMH hat gemeinsam mit den Berufsverbänden der Medizinischen Praxisassistentinnen ein Vertragsformular mit zugehörigen kantonalen Empfehlungen erarbeitet. Dieses Arbeitsvertrags-Formular stellt sicher, dass nicht wesentliche Punkte verloren gingen und wendet branchenübliche Standardregelungen an.

Sie können diese Vorlagen bei folgenden Verbänden beziehen:

  • Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH, Elfenstrasse l8, Postfach 170, 3000 Bern l5, Tel. 031 359 11 11, www.fmh.ch, mpa@fmh.ch
  • Berufsverband Medizinischer Praxisassistentinnen BMPA, Obergrundstrasse 65, 6003 Luzern, Tel. 041 310 11 21, www.bmpa.ch, sekretariat@ bmpa.ch
  • Bund Schweizer Verbände Medizinischer PraxisAssistentinnen BSMPA, Sonnenbergstrasse 7, 6005 Luzern, Tel. 041 310 22 23, www.bsmpa.ch, bsmpa@ bluewin.ch
  • Schweizerischer Verband Medizinischer PraxisAssistentinnen SVA, Postfach 6432, 3001 Bern, Tel. 031 380 54 54, www.sva.ch, sekretariat@sva.ch

Arbeitsvertrag, was gehört hinein?

Was gehört in einen Arbeitsvertrag?

Der Arbeitsvertrag regelt die Basis der Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Er kann auf einer branchenüblichen Vorlage beruhen oder individuell ausgearbeitet sein. Von einem guten Vertrag profitieren beide Seiten.

Folgende Punkte sollten in einem Arbeitsvertrag geregelt und festgehalten sein.

Individuell verhandelte Verträge sollten vor allem klar und eindeutig sein. Sonst bleibt Raum für Missverständnisse, besonders wenn den MPA gar nicht bewusst ist, dass ihr Arbeitsvertrag überhaupt nicht dem Mustervertrag entspricht.

Das Schweizerische Obligationenrecht legt einen minimalen Arbeitnehmerschutz fest. Arbeitgeber können also die Bedingungen im Arbeitsvertrag nicht beliebig zuungunsten der MPA verschlechtern.

Arbeitsvertrag, was muss beim Lohn beachtet werden?

Festzuhalten in einem Arbeitsvertrag ist der vereinbarte Lohn einschliesslich Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie anderer Bestandteile des Arbeitsentgelts und deren Fälligkeit.

Die Löhne sollten den regionalen Gegebenheiten angepasst werden.

Insbesondere sollen bei der Festlegung des Lohnes auch allfällige Zusatzfunktionen wie etwa das Ausbilden von Lernenden berücksichtigt werden.

In der Regel kann auf kantonale Empfehlungen zurückgegriffen werden. Arbeitnehmern und Arbeitgebern steht aber frei, die Lohnberechung auf anderen Grundlagen durchzuführen. Komponenten, die die Lohnhöhe beinflussen können sind neben Qualifikation und Dienstalter auch die übernommenen Verantwortungen und die effektive Erfahlung in kumulierten Arbeitsprozenten. Es ist nicht dasselbe, ob eine MPA 10 Dienstjahre im 20% Pensum hinter sich hat oder diese Zeit 80% gearbeitet hat. Weiter kann ein Arbeitgeber auch seine eigenen Vorstellungen vom Wert der Arbeit für die Unternehmeung umsetzen, beispielsweise, dass Berufseinsteiger besser als nach den kantonalen Empfehlungen bezahlt werden, im Gegenzug aber die Löhne mit den Jahren weniger steil ansteigen.

Die Löhne für Lehrtöchter richten sich nach den kantonalen Empfehlungen.

Arbeitsvertrag, welche Daten und Fristen gehören rein?

Normalerweise werden Arbeitsverträge unbefristet geschlossen. Nach Ablauf der Probezeit wird das Arbeitsverhältnis im regulären, unbefristeten Fall automatisch fortgesetzt. In einem regulären Arbeitsvertrag steht also nur das Datum des Arbeitsgbeginns, aber nicht des Arbeitsendes.

Sinnvollerweise festgehalten werden aber auch die Probezeit und die Kündigungsfristen.

Diese nicht festzuhalten ist zwar möglich, dann kommen aber die minimalen gestzlichen Bestimmungenaus dem Obligationenrecht zu Anwendung.

Arbeitsvertrag, wie detailliert muss der Stellenbeschrieb sein?

Im Arbeitsvertrag ist festzuhalten, in welcher Funktion eine Person angestellt wird.

Eine kurze Charakterisierung oder Beschreibung der vom Arbeitnehmer zu leistenden Tätigkeit ist sinnvoll.

Sie ersetzt aber nicht das Pflichtenheft mit detaillierter Arbeitsbeschreibung. Letzteres ist vor allem zu Zwecken der Qualitätssicherung am Arbeitsplatz notwendig, kann aber zu Interpretationszwecken beigezogen werden.

Arbeitsvertrag, wie die Überstunden regeln?

Die Überstundenregelung ist auch integraler Vertragsbestandteil.

Natürlich verhindert auch die allerbeste Planung nicht, dass nicht doch einmal länger gearbeitet werden muss. Kritisch wird es aber, wenn das zum Dauerzustand wird. Dann stimmt vermutlich etwas mit der Personaleinsatzplanung nicht. Und es stellt sich die Frage, wie diese Überstunden wieder abgebaut werden. Bezahlen oder kompensieren lassen?

Trotzdem ist die beste Variante, Überstunden erst gar nicht entstehen zu lassen. Es gibt verschiedene Arbeitszeitmodelle, die dieser Flexibilität in der Arbeitszeit zulassen. Anfallende Überstunden werden im Zeitverlauf eben wieder ausgeglichen, wenn weniger zu tun ist.

Ein mögliches Modell ist die Gleitzeit: Die Gleitzeit ist der Dinosaurier unter den flexiblen Arbeitszeitmodellen. Hier können die Beschäftigten innerhalb bestimmter Grenzen selbst den Zeitpunkt von Arbeitsbeginn bzw. Arbeitszeitende wählen. Die Dauer der täglichen Arbeitszeit bleibt jedoch vorgeschrieben.

Ein weiteres Modell sidn die Arbeitszeitkonten: Im Arbeitsvertrag ist eine tägliche Arbeitszeit festgelegt. Der Arbeitnehmer hat aber die Möglichkeit, davon abzuweichen und nach Bedarf mehr oder weniger zu arbeiten. Es entsteht eine Zeitschuld bzw. ein Zeitguthaben, diese müssen innerhalb eines gewissen Zeitraums ausgeglichen werden, z.B. innerhalb eines Monats oder auch eines Jahres. nVertrauensarbeitszeit: Hier handeln die Arbeitnehmer vollständig eigenverantwortlich. Der Arbeitgeber macht statt Vorgaben für eine Anwesenheitspflicht nur Ergebnisvorgaben. Wie diese Ziele letztlich erreicht werden, regelt das Team.

Arbeitgeber und MPA können durch schriftliche Vereinbarung eine andere Regelung wählen.

Arbeitsvertrag; wer sind die Vertragsparteien?

Wer sind die Vertragsperteien im Arbeitsvertrag und wozu werden sie festgehalten?

Die Vertragsparteien bilden die erste Angabe in einem Vertrag.

Die Nennung der Vertragsparteien beschreibt auch die Grundvoraussetzungen für einen Vertrag. Auf Seiten Arbeitnehmer bezeichnet er Identität der Person und Qualifikation. Auf Seiten Arbeitgeber bezeichnet er diejenige Partei, die zur Erfüllung des Vertrages verantwortlich ist.

Im konkreten Fall des Arbeitsvertrags gehören also Name und Anschrift der Vertragspartner, die Gesellschaftsform des Arbeitgebers falls nicht der Inhaber persönlich anstellt, sowie die relevanten Qualifikationen des Arbeitnehmers genannt.

Unter Qualifikation könnte das Diplom der Verbindung der Schweizer Ärzte, die Vignette, beiehungsweise der Fähigkeitsausweis der FMH inklusive Strahlenschutzausweis und Röntgenbewilligung zu nennen sein. Oder auch der Eidgenössische Fähigkeitszeugnis Medizinische Praxisassistentin.

Arbeitszeit MPA, was ist üblich?

Die übliche Arbeitszeit ist Branchen- und Berufsspezifisch. Im Arbeitsvertrag festzuhalten ist die vereinbarte Arbeitszeit.

Üblicherweise ist dies für MPA eine 42 Stunden Woche im Jahresdurchschnitt.

Für Ärzte kann diese Arbeitszeit, muss aber nicht, darüber liegen. Maximal zulässig sind 55 Stunden.

Arbeitszeugnis, was muss ich beachten?

Wenn ein Mitarbeiter Ihre Praxis verlässt, oder auch jederzeit auf dessen Wunsch hin, besteht Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Immerhin ist das für sie eine wichtige Bewerbungsunterlage mit der eine Arbeitskraft ihr Können und ihre Eignung für eine neue Steile nachweist.

Für den Praxisinhaber ist das Verfassen eines Zeugnisses allerdings eine juristische Gratwanderung. Wenn das erstellte Zeugnis nicht den Erwartungen der Beurteilten entspricht, haben diese gute Chancen, vor dem Arbeitsgericht Änderungen durchzusetzen. Andererseits ist ein zu gutes Zeugnis einem zukünftigen Arbeitgeber (und Fachkollegen) gegenüber unehrlich.

In ein Arbeitszeugnis gehören folgende Punkte:

  • Name und Adresse des Arbeitgebers
  • Ort und Datum der Ausstellung
  • Überschrift: Arbeitszeugnis oder Zwischenzeugnis
  • Vor-, Familien und Geburtsname der Mitarbeiterin
  • Genaue Tätigkeitsbeschreibung
  • Beruflicher Werdegang im Betrieb
  • Leistungsbeurteilung: Fachwissen, Fortbildung, besondere Erfolge, Initiativen, Fleiß, Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit, Gewissenhaftigkeit und Vertrauenswürdigkeit
  • Bewertung der Führung des Verhaltens gegenüber Chef und Praxisteam.
  • Austrittsformel.
  • Dank-/Bedauernformel
  • Zukunftswünsche.
  • Datum und Unterschrift

Inhaltlich soll ein Zeugnis also der Wahrheit entsprechen. Trotzdem hat sich im Laufe der Zeit eine eigene Zeugnissprache entwickelt, die Sie aufgrund der Verwechslungsgefahr und Schleierhaftigkeit möglichst zurückhaltend anwenden sollten. Wenn Sie diese Formeln benutzen, achten Sie bitte darauf, dass sie auch wirklich die Bewertung ausdrücken, die Sie beabsichtigen. Für die Mitarbeiterin, den Mitarbeiter negative Angaben gehören nur dann in das Arbeitszeugnis, wenn die zugrunde liegenden Vorfälle so charakteristisch für den zu beurteilenden Arbeitnehmer und so schwerwiegend sind, dass sich der bisherige Arbeitgeber möglicherweise Schadenersatzansprüchen des neuen Arbeitgebers gegenübersähe, wenn er sie verschweigen würde.

Ärztenetz, wie das passende finden?

Für Kollegen auf Netzwerksuche listet der Dachverband med-swiss.net die teilnehmenden Ärztenetze auf.

Suchen Sie lokale Netze, lesen Sie deren Kriterien und Statuten aufmerksam durch und holen Sie sich Rat bei Kollegen, die schon am einen oder anderen Ort mitmachen.

Ärztenetzwerk, was ist es?

Der Dachverband Schweizerischer Ärztenetze med-swiss.net, definiert seine Mitglieder folgendermassen:

«Ärztenetzwerke und Versorgungsnetze sind Organisationen, die von Leistungserbringern gebildet werden und der Gesundheitsversorgung dienen.

Durch verbindliches Zusammenwirken unter sich, mit netzfremden Leistungserbringern und mit den Kostenträgern erbringen sie auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten ausgerichtete Gesundheitsleistungen.

Dieses Zusammenwirken beruht auf vereinbarten Behandlungsprozessen, unternehmerischen Organisationsstrukturen und einer gemeinsamen Betreuungskultur.

Sie setzen sich bei hoher Versorgungsqualität einen haushälterischen Umgang mit den vorhandenen Mitteln zum Ziel.»

Ärztenetzwerk, win-win mit Krankenkassen?

Im klassischen Einzelleistungstarif wird jede Leistung am Patienten vergütet. Abgesehen von den in Realität eher schlecht kontrollierbaren WZW Kriterien (Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit) zur Vergütung einer Leistung hat ein Behandelnder im Tarmed den ökonomischen Anreiz, so viele Leistungen wie möglich zu erbringen.

Damit die Kosten nicht ausufern sehen Managed Care Versicherungsmodelle oftmals eine Budgetmitverantwortung der Netzwerke vor. Sofern die kumulierten Behandlungen im Netzwerk pro Versichertenkollektiv günstiger sind als die Behandlungen in einem Referenzkollektiv ausserhalb des Netzwerks, erhalten die Ärzte einen Teil der von der Versicherung gesparten Gelder als Bonus.

Problematischerweise setzt dieses System einen Anreiz zur Unterversorgung, genau so wie der Einzelleistungstarif zur Überversorgung motiviert.

Entsprechend muss auch hier korrigierend eingegriffen werden, damit Patienten die nötige und sinnvolle Leistung erhalten.

Korrekturmassnahmen sind beispielsweise ein risikokorrigierter Kollektivvergleich, in dem berüchsichtigt wird, wie alt und krank die Patienten schon vor Beginn der Vergleichsperiode waren.

Es gibt auch die asymmetrische Risikobeteiligung: Ärzte werden vergütet wenn eingespart wurde, müssen aber nichts draufzahlen, wenn die Behandlungen doch teurer wurden.

Arztrecht, was ist damit gemeint?

Arztrecht ist kein fest definierter Begriff. Es handelt sich, lose definiert, um die Gesetzte und Verordnungen, die die ärztliche Tätigkeit direkt betreffen und regulieren.

Die Medizin wird heute in allen möglichen Aspekten vom Recht tangiert, genau so wie jeder andere Beruf.

Aber im Gegesatz zu fast jedem anderen Beruf geht es in der Medizin um ein Gut, das dem Menschen sehr nahe liegt und oftmals, im wahrsten Sinn des Wortes, existenziell ist.

Das Arztrecht regelt die Grundlage der Arzt-Patienten Bezeihung und ermöglicht aber auch, gerade durch diese Regelung, eine Rechtssicherheit für Patient und Arzt.

Befristeter Arbeitsvertrag, was gilt?

Wenn sich ein Arbeitgeber bei der Neueinstellung einer Praxisassistentin nicht sicher ist, ob sie wirklich in Ihre Praxis passt oder ob die Patientenzahlen die neue MPA überhaupt benötigen, steht es beiden Parteien offen, erst einmal mit einem befristeten Arbeitsverhältnis zu beginnen.

Diese Arbeitsverhältnisse enden automatisch mit Ende der Befristung. Eine Kündigung ist nicht nötig.

Beide Parteien können gemeinsam entscheiden, ob Sie das Arbeitsverhältnis fortsetzen wollen oder nicht.

Es ist zum Schutz des Arbeitnehmers nicht erlaubt, befristete Arbeitsverträge beliebig zu erneuern. Nach einer, maximal zwei Verlängerungen sollten die Parteien sich für oder gegen eine Festanstellung entscheiden.

Berufliche Vorsorge; was gilt beim BVG?

Obligatorisch zu versichern sind alle Arbeitnehmer ab dem 18. Lebensjahr, deren Bruttojahresgehalt 6/8 der maximalen einfachen AHV/IV-Rente übersteigt.

Die Leistungen teilen sich auf in Lohn, errechnet aus dem AHV-pflichtigen Jahreslohn, in der Regel vermindert um den Koordinationsabzug (7/8 der maximalen einfachen Altersrente der AHV) und Altersgutschriften.

Bis Alter 24 sind nur die Risiken Tod und Invalidität versichert. Ab dem 1. Januar nach Vollendung des 24. Lebensjahres gelten mit den Lebensjahren steigende Ansätze in Prozent des versicherten Lohnes für die jährlichen Altersgutschriften.

Sie beginnen bei 7% für bis 35jährige und betragen maximal für 55-65jährige 18%.

Massgebend für die Höhe der Leistungen (und Beiträge) sind das Reglement, der gewählte Vorsorgeplan und die Beitragsordnung der Vorsorgeeinrichtung. Diese Leistungen gehen teilweise deutlich über die obligatorischen Leistungen bei Invalidität (Renten und Prämienbefreiung), bei Todesfall (Ehegattenund Waisenrenten) und im Alter (Rente oder Kapital) hinaus.

Die Vorsorgeeinrichtung erstellt für jede versicherte Person jährlich einen Vorsorgeausweis, aus welchem die aktuellen Risikoleistungen, das vorhandene Altersguthaben und der Jahresbeitrag hervorgehen.

Laut Gesetz übernimmt der Arbeitgeber mindestens 50% der Kosten der Versicherung.

Berufspflichten, wie werden Verstösse geahndet?

Verstösse gegen die Berufspflichten werden mit disziplinarischen Massnahmen sanktioniert. Sofern die Verstösse auch andere Gesetze verletzen, kommen auch diese zur Anwendiung.

Die Kantone sind zuständig bei disziplinarischen Verfahren und Beschlüssen. Bei erwiesenen Verfehlungen eines Arztes gibt es folgende kantonalen Massnahmen, bei zunehmender Schwere der Verfehlungen.

  1. Die Verwarnung. Sie dient als präventive Massnahme, damit ein Verhalten nicht einreisst.
  2. Der Verweis. Er stellt ausdrücklich pflichtwidriges Verhalten fest und erteilt eine Rüge.
  3. Eine Busse. Sie kann bis zu zwanzig tausend Franken betragen. Bussen der Ärzteverbände im privatrechtlichen Standesrecht können bis zu fünfzig tausen Franken betragen
  4. Ein Entzug der Berufsausübungsbewilligung. Der Entzug wird entweder befristet auf maximal 6 Jahre oder unbefristet und definitiv als schwerste disziplinarische Massnahme ausgesprochen.

Die verhängten Massnahmen können kombiniert oder teilweise beschränkt werden, beispielsweise auf ein Verbot gewisser Tätigkeiten. Es gelten auch Verjährungsregeln und Rekursmöglichkeiten.

Berufspflichten; welche Pflichten hat ein Arzt?

Das Medizinalberufegesetz (MedBG) benennt abschliessend die ärztlichen Berufspflichten.

Damit wurde seit seiner Einführung vor einigen Jahren die Orientierung der Praktiker im Verordnungsdschungel wesentlich vereinfacht.

Den entsprechnden Artikel 40 MedBG mit aufgelisteten Pflichten finden Sie unter diesem Link.

Art. 40 Berufspflichten

Personen, die einen universitären Medizinalberuf selbstständig ausüben, halten sich an folgende Berufspflichten:

a. Sie üben ihren Beruf sorgfältig und gewissenhaft aus; sie halten sich an die Grenzen der Kompetenzen, die sie im Rahmen der Aus-, Weiter- und Fortbildung erworben haben.
b. Sie vertiefen, erweitern und verbessern ihre beruflichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten durch lebenslange Fortbildung.
c. Sie wahren die Rechte der Patientinnen und Patienten.
d. Sie machen nur Werbung, die objektiv ist, dem öffentlichen Bedürfnis entspricht und weder irreführend noch aufdringlich ist.
e. Sie wahren bei der Zusammenarbeit mit Angehörigen anderer Gesundheitsberufe ausschliesslich die Interessen der Patientinnen und Patienten und handeln unabhängig von finanziellen Vorteilen.
f. Sie wahren das Berufsgeheimnis nach Massgabe der einschlägigen Vorschriften.
g. Sie leisten in dringenden Fällen Beistand und wirken nach Massgabe der kantonalen Vorschriften in Notfalldiensten mit.
h. Sie haben eine Berufshaftpflichtversicherung nach Massgabe der Art und des Umfanges der Risiken, die mit ihrer Tätigkeit verbunden sind, abzuschliessen oder andere, gleichwertige Sicherheiten zu erbringen.

Die im eidgenössichen Medizinalberufsgesetz festgelegten Pflichten können durch weitere kantonale und standesrechtliche Pflichten ergänzt werden, sofern letztere den MedBG nicht widersprechen.

Betreibung, wie funktioniert das?

Sollten die Mahnungen nicht zum Begleichen der berechtigten Forderung führen, können Rechnungssteller Schuldner betreiben.

Das Internetportal www.betreibungsschalter.ch des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements bietet zum Betreibungsprozess detailliert Auskunft und Hilfe.

Die Betreibungskosten sind immer vom Gläubiger vorzuschiessen und werden in der Folge durch das Betreibungsamt als Bestandteil der Forderung dem Schuldner in Rechnung gestellt. Die Höhe der Betreibungskosten ist kantonal unterschiedlich und hängt von der Höhe der Forderung ab. Forderungen bis 10‘000 Franken ergeben in der Regel Betreibungskosten von 50 bis 100 Franken.

Betreibungen gegen eine Person sind immer an deren Wohnort einzureichen, weshalb sich die Rechnungssteller zunächst vergewissern müssen, dass die Person an der angegebenen Adresse wohnt denn eine Rückerstattung der Gebühren bei falscher Adresse erfolgt nicht.

Zudem empfiehlt es sich auch auf obiger Website eine Betreibungsauskunft zu verlangen – denn wenn Ihre Betreibung die dutzendste ist werden Rechnungssteller auch mit einer Betreibung ihr Honorar kaum erhalten.

Problematisch beim Forderungsmanagement oder der Betreibung kann das Patientengeheimnis sein. Durch Bekanntgabe des Patientennamens an Dritte verletzen Ärzte, streng gesehen, das Patientengeheimnis. Besonders Gynäkologen, Onkologen und Psychiater liefern sich der Gefahr aus, vom ehemaligen Patienten wegen Verletzung des Berufsgeheimnisses beklagt zu werden.

Verhindern können sie dies durch einen deutlichen und zu bestätigenden Hinweis auf der Patientenanmeldung, dass die Praxis berechtigt ist unbezahlte Rechnungen an Dritte zwecks Inkasso weiterzuleiten.

Andernfalls empfiehlt es sich, sich im konkreten Fall beraten zu lassen. Der Kantonsarzt kann Sie in schweren Fällen auch von der Schweigepflicht entbinden. Allerdings muss dieses Einverständnis zeitlich vor Übergabe an Inkasso oder Betreibungsamt erfolgen.

Betriebsversicherung; was übernimmt sie?

Weil die Betriebsversicherungen privatrechtlich organisiert sind, bestehen zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen den Angeboten. Dies nicht nur im Preis, sondern auch in der Versicherungsart, respektive den Ausschlüssen.

In einer Praxis sollten folgende Versicherungsleistungen garantiert werden:

  • Schäden, die durch Feuer, Elementarereignisse (z. B. Überschwemmung, Lawine, Felssturz usw.), Wasser, Einbruchdiebstahl oder Beraubung entstanden sind.
  • Darüber hinaus kann auch der Umsatzverlust mitversichert werden, der durch diese Ereignisse entstehen kann.

Bewerbungsgespräch, wie ein Interview durchführen?

Je mehr im Bewerbungsgespräch beredet werden kann, desto weniger Missverständnisse tauchen möglicherweise später auf.

Nutzen Sie das Gespräch mit den Bewerbern daher, um möglichst viele Fragen zu klären.

Nehmen Sie sich Zeit fürs Gespräch: Bitte lassen Sie keine Störungen durchs Telefon zu.

Die Fahrtkosten, die die Bewerberin hatte, um zum Bewerbungsgespräch antreten zu können, müssen Sie erstatten. Sie können diese allerdings in der Einladung begrenzen, beispielsweise auf die Kosten einer Bahnfahrkarte 2. Klasse.

Inhalt des Gesprächs
Die Praxisleitung hat aufgrund der vorliegenden Bewerbungsunterlagen einen Informationsvorsprung. Daher sollte sie zunächst der Bewerberin alles Wissenswerte über Ihre Praxis vorstellen.

Dann ist diese wieder dran: Welche Berufserfahrung bringt sie mit?

Vielleicht ergeben sich ja noch Fragen aus dem Lebenslauf?

Warum möchte die MPA überhaupt in dieser Praxis arbeiten?

Wie flexibel ist sie, kommt sie mit der Frühaufstehersprechstunde zurecht, ist sie bereit, für Weiterbildungen auch das Wochenende zu opfern?

Je nach Gesprächsverlauf kann im ersten oder möglicherweise im zweiten Interview über Vertragsfragen gesprochen werden: Wie lange ist die Probezeit? Wie viel beträgt das Gehalt? Welches ist der Urlaubsanspruch? Gegebenenfalls werden auch sonstige Leistungen besprochen.

Zu- oder Absage

Natürlich wollen die Bewerberinnen nach der Vorstellung beim Praxisinhaber gern möglichst rasch wissen, wie der Entscheid ausfällt.

Hier ist Transparenz wichtig. Die Bewerberin sollte informiert werden, wie der Slektionsprozess aussieht, wie viele weitere Interviews noch geführt werden und wann sie mit einer Antwort rechnen kann. Sich an den Antworttermin zu halten ist Ehrensache!

Buchhaltung, wie die Rechnungen ordnen?

Damit in der Praxisbuchhaltung kein Chaos entsteht, sollten die Rechnungen und Zahlungen nach ihrem Fluss geordnet werden. Hier wird von Fächern gesprochen.

Fach 1: Lieferscheine und unbezahlte Rechnungen.

Täglich werden hier alle Lieferscheine und unbezahlten Rechnungen abgelegt. Rechnungskopien und Lieferscheine, die nach Rechnungsstellung überflüssig geworden sind, werde aus dem Fach entfern. Rechnungen, die per Einzugsermächtigung gezahlt wurden, kommen gleich ins Fach 2.

Fach 2: Abbuchungen und Überweisungen.

Irgendwann muss jede Rechnung bezahlt werden. Also bei Zahlungserfassung raus aus Fach 1, weiter in Fach 2.

Die Zahlungsanweisung wird zusammen mit der Rechnung hier abgelegt, bis der Betrag auf dem Kontoauszug erscheint. Auch Gutschrift-Anzeigen, die demnächst dem Konto gutgeschrieben werden, kommen in dieses Fach.

Fach 3: Kontoauszüge und bezahlte Rechnungen.

Alle Kontoauszüge werden zusammen mit den dazugehörigen Rechnungen und Gutschriften aus Fach 2 im dritten Fach abgelegt. Zahlungsvorgänge, zu denen kein Beleg vorhanden ist oder die nicht im Volltext auf dem Auszug ausgedruckt sind, sollten handschriftlich mit einem Stichwort erläutert werden.

Fach 4: Darlehenskontoauszüge, Darlehensverträge und Daueraufträge.

Hier gehören alle Kontoauszüge der Darlehenskonten hinein – ebenso die Darlehensverträge die Liste der erteilten Daueraufträge und Abbuchungsermächtigungen.

Budgetmitverantwortung, Bedeutung?

Kernpunkt, aber auch umstrittenster Punkt bei Ärztenetzwerken, ist die Budgetmitverantwortung. Die wenigsten Netzwerke wenden diese vollständig an.

Im Gegensatz zu Einzelleistungstarif wird ein Arzt mit Budgetmitverantwortung nicht nur ausschliesslich vergütet, wenn seine Patienten seine Behandlung (Leistungen) in Anspruch nehmen, sondern es wird auch berücksichtigt, wie wirtschaftlich das ganze System funktioniert. Der Arzt hat also rein ökonomisch gesehen nicht nur das Interesse der Leistungserbringung, sondern auch dasjenige der Gesamtwirtschaftlichkeit.

In der Schweiz sind Budgetmitverantwortungen der Ärztenetze die Ausnahme. Es gibt aber reduzierte Formen ökonomischer Mitverantwortlichkeit.

Siehe auch Budgetmitverantwortungsformen

Budgetmitverantwortung, worum geht es?

Unter Budgetverantwortung wird eine ökonomische Verantwortung der Ärztenetzwerke in Zusammenarbeit mit den Versicherern verstanden. Das Budget wird dabei frei verhandelt.

Bisherige Formen ökonomischer Mitverantwortlichkeit sind:

A) Der konventionelle Hausarztvertrag: Die Kosten des Systemkollektivs werden mit den Kosten des Vorjahres oder mit einem konventionell versicherten Referenzkollektiv verglichen. Der konventionelle Hausarztvertrag kann mit oder ohne Gewinn- und Verlustbeteiligung vereinbart werden.

B) Der Budgetmitverantwortungsvertrag: Die mittels des Einzelleistungstarifes errechneten Kosten werden mit einem Budget verglichen, das aufgrund diverser Risikokriterien wie Alter, Geschlecht, Morbidität, Vorjahreshospitalisation usw. pro Patient errechnet wird.
Diese sogenannte Kopfpauschale (Capitation) dient lediglich dem Kostenvergleich. Die einzelnen Ärztinnen und Ärzte werden dabei nach wie vor mit dem Einzelleistungstarif entschädigt.

Der entscheidende Vorteil dieser Vertragsart besteht darin, dass sich weder Anreize für die Mengenausweitung, noch für die Unterversorgung einstellen.
Die finanzielle Hauptverantwortung wird nach wie vor von den Versicherern getragen.

C) Budgetvollverantwortungsvertrag oder volle Capitation: Die Kopfpauschale ist nicht mehr Mittel zum Zweck der Budgetberechnung, sondern wird selber zur Versicherungsform. Die volle Capitation bedingt finanzielle Reservebildung. Sie birgt die Gefahr der Unterversorgung. Konsequent zu Ende gedacht wären Versicherer in diesem Versicherungssystem nicht mehr nötig.

Quelle:

Checkliste Mitarbeitergespräch, was gehört drauf?

Vor dem Gespräch

  • Mitarbeiter rechtzeitig einladen.
  • Eigene Unterlagen vorbereiten (Leistungsbeurteilung).
  • Eigene Interessenlage klären: Was wollen Sie mit dem Gespräch erreichen?

Beginn des Gesprächs

  • Positive Atmosphäre schaffen.
  • Keine Störungen von aussen zulassen.
  • Mitarbeiter den Ablauf und das Ziel des Gesprächs erklären.

Das Gespräch

Beschreibung der aktuellen Situation, z.B.:

  • Was sind die Aufgaben der MPA?
  • Wie schätzen Sie und schätzt sie selbst die Qualität ihrer Arbeit ein?
  • Welche Aufgaben macht sie gerne, welche bereiten ihr Schwierigkeiten?
  • Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen?
  • Wie schätzt die Mitarbeiterin das Betriebsklima ein? Gibt es Konflikte?
  • Wie bewertet sie das Arbeitsumfeld?
  • Ist sie zufrieden mit Ihrer Führung?
  • Funktioniert der Informationsfluss?

Zukunftsplanung und Zielverinbarungen

  • Welche Erwartungen und Wünsche hegt sie hinsichtlich ihrer weiteren beruflichen Ent­wicklung? Mehr Verantwortung – oder Aufgaben­bereich erweitern?

    Die Zielvereinbarungen leiten sich direkt aus dem Gespräch ab:

  • Wie können wir Verbesserungen erzielen?
  • Mit welchen konkreten Massnahmen?
  • Bis wann soll die Veränderung erreicht sein?
  • Woran können wir feststellen, dass sich etwas geändert hat?
  • Sind Fortbildungen notwendig?

Gesprächsende

  • Die Ergebnisse protokollieren.
  • Die im Gespräch getroffenen Vereinbarungen festlegen.
  • Überprüfungstermin vereinbaren.

Checkliste: 1. Arbeitstag; ist alles vorbereitet?

Vor dem ersten Arbeitstag

  • Ist der Vertrag rechtzeitig herausgegangen?
  • Hat die MPA schon Informationsmaterial über die Praxis (z.B. die Praxisbroschüre) erhalten?
  • Weiss sie, bei wem sie sich um wie viel Uhr am ersten Tag melden soll?
  • Ist ihr Arbeitsplatz vorbereitet?
  • Eventuell Namensschild gedruckt?
  • Eventuell Spindschlüssel vorhanden?
  • Sind die anderen MPA informiert?
  • Ist eine Patin benannt, die als Ansprechpartnerin für die neue Kollegin zur Verfügung steht?

Am ersten Arbeitstag

  • Empfang durch den Praxisinhaber.
  • Vorstellung der Patin.
  • Eventuell Übergabe durch Stellenvorgängerin.
  • Vorstellung des Praxisteams.
  • Arbeitsplatz zeigen.
  • Praxis und Gebäuderundgang (wo sind Parkplätze, Müllcontainer, Briefkasten etc.?).
  • Besprechung des Einarbeitungsprogramms.
  • Termin für erstes Feedback-Gespräch festlegen. Ein erstes Gespräch sollte spätestens nach der Hälfte der Probezeit stattfinden.

Dossier-Screening, wie die Stellenbewerbungen aussortieren?

Nach dem Inserat, oder auch als Blindbewerbung erhalten Sie spontan manchmal Dossiers von potentiellen Mitarbeiterinnen. In diesen kann sehr viel über die Bewerberin erfahren oder interpretiert werden.  Eine bewährte Praxis beim Dossier-Screening ist es, zunächst diejenigen auszusortieren, die nicht in Frage kommen. Das geht rund eine Minute pro Dossier. Diese ersteren können Sie direkt zurücksenden lassen. Dann nehmen Sie sich Zeit für diejenigen, die interessant sein könnten.

Sie haben auch Pflichten, wie Sie mit Bewerbungsunterlagen umgehen müssen.

  • Bewerbungen sind persönliche Unterlagen. Der Arbeitgeber sollte daher besonders vertraulich damit umgehen und auf den Datenschutz mit dem Verbot der Speicherung der nicht berücksichtigten Bewerbungen achten.
  • Weitere Pflichten sind die sorgfältige und sichere Aufbewahrung, das Verbot der Weitergabe an praxisfremde Personen und Praxisangehörige.
  • Achten Sie bei Nichtberücksichtigung von Bewerbungen auf die zeitgerechte Rücksendung in ordnungsgemässem Zustand.

Einführung neuer Mitarbeiter, wozu dient eine „Patin“, was selber fragen?

Bereits am ersten Tag kann es die Patin nach der Begrüssung durch den Chef übernehmen, die neue Kollegin in der Praxis herumzuführen, sie bei den anderen Teammitgliedern vorzustellen oder sie zum Mittagessen mitzunehmen. Die Patin ist prinzipiell jederzeit ansprechbar für all die Fragen, die gerade am Anfang so auftauchen, und darf auch ohne schlechtes Gewissen bei der Arbeit gestört werden. Sie sollte sich gezielt darum bemühen, die neue Kollegin mit den Mitgliedern des Praxisteams näher bekannt zu machen, um so neben der fachlichen auch die soziale Integration zu fördern.

Wie es der MPA geht, ob sie sich wohlfühlt und wie sie fachlich vorankommt, das erfährt der Praxisinhaber in möglichst engmaschigen Gesprächen mit der neuen Kraft. Hat sie sich in ihr neues Tätigkeitsgebiet eingearbeitet – und wenn nein, woran hapert es? Das sind Dinge, für die Sie als Chef ein offenes Ohr haben sollten, nicht nur, weil dies der neuen Mitarbeiterin signalisiert: „Sie sind wichtig für unsere Praxis“ – vielleicht erfahren Sie auf diese Weise ja auch noch den einen oder anderen Verbesserungsbedarf für Ihre Praxisabläufe. Immerhin ist die Neue noch nicht betriebsblind. Ein Handbuch für Praxisführung bzw. Qualitätsmanagement kann der neuen Kraft bei der Einarbeitung wertvolle Hilfestellung geben.

Einkaufskonditionen, wie optimieren?

Lieferantenkonditionen sollten in regelmässigen Zeitabständen kontrolliert und Gegenangebote eingeholt werden.

Berücksichtigt werden sollte auch wie kulant der Geschäftspartner sich verhalten hat, gewährte Zahlungsziele, Skonti, wie hoch die Versandkosten sind etc.

Steht eine Bestellung an, muss dann keine langwierige Marktforschung betrieben werden. Die Entscheidung für den einen oder anderen Lieferanten ist dann schnell getroffen.

Auch bei den Beschaffungskosten lässt sich so mancher Franken sparen.

Natürlich kann schon rein aus Zeitgründen nicht beinhart um jeden Rappen-Artikel verhandelt werden – wobei auch hier ein schneller Preisvergleich lohnt, bevor man die gewünschte Menge beim gewohnten Lieferanten bestellt.

Gerade bei teureren Anschaffungen ist es ratsam, sich etwas Zeit für ein gezieltes Beschaffungsmarketing zu nehmen. Die Vorarbeiten dazu kann auch eine MPA leisten.

Gleichzeitig Marktforschung betreiben: Gibt es alternative Anbieter? So wird die Gefahr von Lieferengpässen reduziert, wenn Praxen über Alternativen verfügen.

Die grössten Sparpotenziale eröffnen sich bei den teuersten Produkten Sparmassnahmen konzentrieren sich zunächst auf diese.

Kann mit den Lieferanten über eine Verbesserung der Konditionen verhandelt werden? Dabei geht es nicht nur um Preisnachlässe, sondern auch um zusätzliche Rabatte, Skonti, Boni oder eine Absenkung der Nebenkosten.

Auch andere Aspekte wie Liefertermintreue, Qualität, Flexibilität spielen eine Rolle bei der Lieferantenauswahl.

Gibt es alternative Produkte, die preiswerter sind und den gleichen Zweck erfüllen?

Gerade in Kooperation mit anderen Praxen (auch MVZ) lassen sich durch Bündelung des Einkaufs weitere Kostenvorteile erzielen.

Einsatzplan, wozu dient er?

Ein Einsatzplan sorgt dafür, dass viele Mitarbeiterinnen anwesend sind, wenn viel Arbeit anfällt – und wenige, wennes eher ruhig ist.

In jeder Praxis gibt es Erfahrungswerte, wann besonders viel los ist, beispielsweise am Montagvormittag, und wann eher nicht. Die Saison und die Schulferien spielen ebenfalls eine Rolle. Auch wenn im Wochenverlauf besonders zeit- oder betreuungs- intensive Untersuchungen anstehen, wird dies berücksichtigt.

Wenn dieser äussere Terminrahmen gesteckt ist, wird möglichst genau der erforderliche Personalbedarf berechnet und die Arbeitszeiten aller MPA festgelegt.

Solche Einsatzpläne lassen sich ganz einfach per EDV erstellen. Das können die MPA selbst übernehmen, der Chef zeichnet den Dienstplan dann nur noch ab. Ein genauer Blick darauf kann aber auch nicht schaden.

Alleine die ausreichende Anzahl MPA in der Praxis sorgt noch nicht unbedingt dafür, dass die Abläufe auch reibungslos funktionieren. Das hängt davon ab, wie viele Mitarbeiterinnen in welchen Bereichen einsetzbar sind. Bei zu vielen Spezialistinnen haben, deren Arbeit nicht so ohne Weiteres von anderen gemacht werden kann, tut sich möglicherweise schnell ein Engpass auf, wenn diese Spezialistinnen krankheitshalber oder urlaubsbedingt ausfallen.

Dies kann vermieden werden wenn die MPA immer wieder einmal auch in anderen Tätigkeitsbereichen arbeiten. So wissen sie über den anderen Bereich Bescheid.

Ein Einsatzplan muss auch die geplanten Abwesenheiten mit Einbeziehen. Urlaub und Feiertage, respektive die Vetreteung während dieser Zeiten müssen einberechnet werden. Hierzu ist noch eine kleine Verfeinerung nötig. So kommt eine Vollzeit MPA mit 42 Wochenstunden nach Abzug von 20 Tagen Urlaub und durchschnittlich gut zwei Wochen an Feiertagen auf eine Wochenarbeitszeit von ca. 38 Stunden netto. Tauchen bei diesem Abgleich zwischen erforderlicher Arbeitszeit laut Dienstplan und tatsächlicher Nettoarbeitszeit aller MPA Diskrepanzen auf, dann weist das auf einen Überhang bzw. eine Unterdeckung im Plan hin.

Eine Arbeitsrotation hilft Engpässe zu vermeiden

Weiss nur einem MPA, wie man Bürobedarf bestellt? Keine ist so schnell und gut beim Blutabnehmen wie die andere MPA? Es ist bestimmt gut fürs Selbstbewusstsein, wenn jede MPA ihr Spezialfeld hat, in dem sie sich besonders gut auskennt. Doch was ist, wenn die erste im Urlaub oder die zweite krank ist?

Zwar leisten hier Organisationshandbücher gute Arbeit, in denen auch eine andere MPA nachlesen kann, wie man rasch Kopierpapier bestellen kann. Doch ersetzen diese Handbücher nicht die Erfahrung, die man kriegt, wenn man solche Tätigkeiten schon einmal gemacht hat.

Jede MPA sollte möglichst viele der in der Praxis anfallenden Aufgaben übernehmen können. Natürlich gibt es Grenzen. Dennoch bieten sich viele Möglichkeiten, um so plötzlich auftretenden Engpässen besser begegnen zu können.

Empfang, wie gestalten?

Früher wurde der Empfang Anmeldung genannt und die Patienten kamen zunächst an eine Theke, gebaut wie eine Brugmauer, an der sie ihr Anliegen vortragen durften. Die Anmeldung wurde und wird durch den Empfang ersetzt. Dieser ist in der Regel das Erste, was der Patient sieht, wenn er die Arztpraxis betritt. Hier wird er begrüsst, sein Anliegen wird erfragt oder, das es schon im PC steht, bestätigt und weitere Schritte werden eingeleitet, um ihn durch die Praxis zu begleiten.

Die ganze weitere Behandlung wird dadurch beeinflusst, wie routiniert, freundlich und kompetent ein Patient hier aufgenommen wird.

Ein Empfang soll den Patienten Unsicherheit nehmen.  Mit der Begrüssung wissen sie, dass sie erwartet und willkommen sind.  Sie können ihre vordringlichsten Fragen zum Ablauf sofort beantwortet haben und wissen sofort, wie es nun weiter gehen wird. Zu oft wird eine Empfang heute aber mit einer Lounge verwechselt. Für die MPA ist es ein  Arbeitsplatz, wo tatsächlich gearbeitet werden kann. Und für Patienten muss genügend Raum vorhanden sein, um die Handtasche mit der alten Medikamentenschachtel abzulegen, die Lesebrille hervorzukramen oder auch einfach bei Erschöpfung abzusitzen.

Diskretion und Patientengeheimnis

Ein häufiger Schwachpunkt beim  Empfang ist der baulich bedingte Mangel an Diskretion: Was den Datenschutz angeht, zeigen sich gerade im Bereich der Anmeldung oftmals Defizite. Da kann es gerade in Stosszeiten richtig peinlich werden, wenn wartende Patienten zwangsläufig zu Mithörern von Dingen werden, die sie eigentlich gar nichts angehen. Und auch wenn es die meisten Patienten wahrscheinlich nicht deutlich aussprechen: Wirklich gefallen tut es wohl den wenigsten, wenn sie beim Vorbringen ihres Anliegens noch drei weitere Mithörer haben.

Meist müssen Praxen nicht gleich umbauen oder umziehen, um die Sitaution am Empfang zu verbessern. Eine Wartelinie am Boden, ein Diskretionshinweis auf einer Tafel bei der Garderobe für andere Wartende oder auch ein strategisch platzierter Bambus können Wunder wirken.

Auch Papiere und Krankengeschichten am Empfang sollten nicht von Patienten einsehbar sein. Wichtigste Massnahme generell ist aber die Trennung von Empfang und Telefon. Ein Anrufer in die Praxis hat das Recht, dass sein Anliegen nicht von anderen gehört wird.

Ärztefreie Zone

In manchen Praxen kommt der Arzt gerne selbst noch vor an die Anmeldung, um Rezepte zu unterschreiben, um der MPA schnell eine Anweisung zu geben oder gar, um mit dem Patienten noch ein kurzes Schwätzchen zu halten. Doch eigentlich hat der Arzt hier vorne nichts verloren. Er zieht nur die Aufmerksamkeit aller MPA und Patienten auf sich, die Abläufe werden dadurch ganz ohne Not unterbrochen. Und er wirft auf diese Weise sein eigenes Zeitmanagement über den Haufen.

Sorgen Sie daher für Abläufe, bei denen Sie die Behandlungszimmer – abgesehen von Ausnahmen wie den notwendigen Wegen zwischen den verschiedenen Behandlungszimmern – nicht verlassen müssen.

 

 

Empfang, wie Patienten begrüssen?

Damit die Patienten freundlich aber auch routiniert begrüsst werden, haben einzelne Praxen einen Begrüssungsprozess definiert. Dieser kann folgendermassen aussehen:

  1. Der Patient wird mit Namen begrüsst. Falls der Patient nicht bekannt ist, wird er freundlich nach seinem Namen gefragt.
  2. Der Patient wird auf eventuelle Wartezeiten hingewiesen, sodass er sich entscheiden kann, ob er warten oder noch schnell etwas erledigen will.
  3. Älteren Patienten aus Mantel oder Jacke helfen.
  4. Im Terminkalender vermerken, dass der Patient eingetroffen ist.
  5. Anfang Jahr und bei Patienten, die schon länger nicht mehr da waren, die Versicherungsgesellschaft und die Adresse prüfen. Änderungen im PC und/oder auf der Krankengeschichte vermerken.
  6. Patienten ins Sprechzimmer oder ins Wartezimmer begleiten.

Ergebnisqualität, was ist das?

Unter Ergebnisqualität versteht man vor allem die vom Patienten erlebte Veränderung des Gesundheitszustands dank der Behandlung durch den Arzt und der Versorgung durch die MPA.

Die Ergebnisqualität selbst kann nicht direkt, sondern nur mithilfe von Indikatoren gemessen werden. Beispiele für solche Indikatoren sind die Besserung oder Heilung von Erkrankungen und die Patientenzufriedenheit. Eine gemessene Senkung der Komplikationsrate beispielsweise deutet auf eine höhere Ergebnisqualität hin, ebenso wie ein besser eingestellter Blutzucker. Die Patientenzufriedenheit ist ein subjektiver Indikator. Sie lässt sich beispielsweise durch Patientenbefragungen ermitteln.

Factoring, was ist das?

Der ganze Mahnprozess ist mühselig und hält von praktischer Arbeit ab. Bei einigen wenigen säumigen Zahlern ist das noch selber oder im Praxisteam durchführbar. Aber was, wenn die ausstehenden Rechnungen überborden?

Mehrere Dienstleister bieten gegen Gebühr ihre Unterstützung an. Im tiers garant System bieten die Ärztekasse mit ihrem Partner Inkassomed AG sowie die FMH Services mit ihrem Partner Inkassostelle Encath AG sowie die Curabill und weitere Lösungen an.

Einige offerieren den Rechnungsausdruck und Versand inklusive Mahnwesen gegen eine Fixgebühr pro Rechnung und andere verlangen einen Kommissionsanteil in Prozent der Rechnungssumme, oder eine Kombination aus beiden Systemen.

Familienausgleichskasse; wer muss welche Beiträge bezahlen?

Die Familienausgleichskasse FAK wird im Erwerbskanton geregelt und über die AHV-Kassen geführt. Auch die Beitragshöhe ist kantonal geregelt.

Arbeitgeber müssen sich der FAK anschliessen und Beiträge auf Basis der Gesamtlohnsumme des Personals entrichten.

Die einzige Ausnahme bildet das Wallis, da bezahlen auch die Arbeitnehmer einen Beitrag.

Feedback, wie damit umgehen?

Ohne Feedback tappen Sie im Dunkeln. Sie steuern ihr Flugzeug im Blindflug.

Mit Feedback können Sie nicht nur Korrekturen am Kurs einleiten. Sie erfahren auch mehr über Ihre Patienten und über sich selber.

Der professionelle Umgang mit Feedback ist leider ein Thema, das die wenigsten beherrschen. Dabei ist es eigentlich recht einfach.

Wenn Ihnen jemand Feedback gibt, hat diese Aussage eine starke Appellationskomponente. Die Geber wünschen sich, dass Sie oder Ihre Praxis in Zukunft etwas nicht mehr oder anders macht. Bei positivem Feedback wollen die Geber Sie bestärken etwas in Zukunft wieder oder vermehrt zu machen. Jedenfalls zeigen Feedbackgeber, dass Sie und die Praxis ihnen nicht egal sind. Weil sie aber signalisieren, dass ihnen der eine oder Punkt wichtig ist, haben Sie als Feedback-Empfänger die Pflicht etwas abzuklären oder zu unternehmen. Durch ein ignorieren von Feedback können Sie die Patienten rasch enttäuschen.

Feedbackmanagement

Nach der Beschwerde, nach dem Feedback folgt zwingend das Management.

Erfassen sie die Beschwerde zur weiteren Auswertung, Analysieren Sie die Ursache(n)– und definieren Sie Massnahmen, damit das Problem nicht wieder vorkommt.

Sie müssen diese Massnahmen auch konsequent durchführen, um in Zukunft auch wieder Reklamationen zu kriegen.

Wenn Sie keine Reklamationen mehr kriegen, aber die Konsultationszahlen zurückgehen, haben Sie auch eine Quittung für fehlendes Management.

Feiertage an Wochentagen, wie Entlöhnen?

Werden Feiertage, die auf Wochentage fallen, entlöhnt?

Arbeitgeber müssen ihren Mitarbeitenden an den gesetzlichen Feiertagen frei geben. Laut Gerichtspraxis müssen Festangestellte auch an den Feiertagen entlöhnt werden, nicht aber die Stundenlohnbezüger.

Werden gesetzliche Feiertage auch Teilzeitkräften bezahlt?

Ja, wenn sie an diesem Tag hätten arbeiten sollen. Wenn dies also ein üblicher Arbeitstag hätten sein sollen.

Eine MPA arbeitet 60%, Montag, Dienstag und Mittwoch. Fällt ein gesetzlich verordneter Feiertag auf einen dieser Tage, hat sie Anspruch auf Bezahlung. Fällt der Feiertag auf Donnerstag oder Freitag, hat sie normalerweise keinen Anspruch auf Bezahlung. Mit den Feiertagen ist es wie mit der Lotterie. Auch Vollzeitangestellte werden an arbeitsfreien Feiertagen nur dann entlöhnt, wenn diese auf einen Wochentag fallen. Festangestellte im Teilzeitpensum werden dann entlöhnt, wenn der Feiertag auf einen ihrer Arbeitstage fällt.

Stundenlohnbezüger hingegen werden an gesetzlich arbeitsfreien Feiertagen nicht entlöhnt

Ferien bei Teilzeitpensen, wie berechnet sich der Anspruch?

Wie berechnet sich die Anzahl Ferientage für Teilzeitangestellte?

Teilzeitangestellte haben einen Anspruch auf bezahlte Ferien im Verhältnis der geleisteten Arbeitszeit. Es kommt immer darauf an, wie viele Tage die Teilzeitkraft in der Woche arbeitet, unabhängig davon, ob sie an diesen Tagen ganztags oder nur stundenweise beschäftigt ist.

Der Urlaub ist im Verhältnis zum Urlaub der Vollkräfte nach folgender Formel zu berechnen: Der Urlaubsanspruch der Vollkräfte in Tagen geteilt durch die Wochentage der Vollkräfte und das Ergebnis multipliziert mit den Wochenarbeitstagen der Teilzeitkraft.

Da normalerweise Vollkräfte 5 Tage pro Woche arbeiten, beträgt der Urlaubsanspruch für jemanden, der zwei Tage die Woche arbeitet also zwei Fünftel des Urlaubsanspruchs von Vollzeitangestellten.

Ferien, welcher Anspruch besteht?

Auf wie viele Ferientage hat ein Arbeitnehmer Anspruch?

In einem Arbeitsvertrag wird die Anzahl Ferientage benannt. Also beispielsweise 20 Tage für 4 Wochen Ferien.

Gewährt werden müssen mindestens 20 Tage Ferien, bei Mitarbeitern unter 20 und ab 50 Jahren beträgt das gesetzliche Minimum 25 Tage, also 5 Wochen Ferien.

Dies zu berechnen ist besonders bei Stundenlöhnen oft nicht einfach. Viele Arbeitgeber bezahlen deshalb die Ferienentschädigung mit dem Stundenlohn aus. Die Höhe der Ferienentschädigung muss aber im Arbeitsvertrag separat ausgewiesen sein.

Ferienkompensation, dürfen Ferien ausbezahlt werden?

Ferien dürfen grundsätzlich nicht mit einer Geld oder anderen Leistung abgegolten werden. Anderslautende Verträge, die eine Auszahlung vorsehen, sind nichtig.

Es gibt aber mögliche Ausnahmen von dieser Regel.

  • Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses können die Ferien bar abgegolten werden, sofern ein Bezug nicht mehr möglich ist. Es muss kein Zuschlag bezahlt werden!
  • MPAs im Stundenlohn wird üblicherweise ein entsprechender Ferienlohn in Form eines Zuschlags zusätzlich ausbezahlt werden. Allerdings muss der Arzt der Arbeitnehmerin trotzdem mindestens 4 Wochen Ferien gewähren.
  • Werden einer MPA zusätzliche Ferientage gewährt die über vier, respektive fünf Wochen hinausgehen, dürfen diese zusätzlichen Tage mit Geld- oder anderen Leistungen abgegolten werden.

Fortbildungspflicht des Arztes, was ist gemeint?

Die Fortbildungspflicht laut Medizinalberufsgesetz verlangt lebenslange Fortbildung.

Diese ist nicht zu verwechseln mit der Fortbildungspflicht der Fachgesellschaften nach Credits, obwohl beide dem Ziel dienen, Patienten kunstgerecht zu behandeln. Die Credits dienen dem Erhalt eines Facharzttitels, die Fortbildungspflicht ist nicht abhängig von einem Facharzttitel sondern gilt für alle Medizinalpersonen mit universitärem Abschluss.

Frei geben für Arbeitsabsenzen?

Für Heirat, Todesfall, Umzug, Zahnarztbesuch und ähnlichem müssen Arbeitnehmer freie Zeit erhalten.

Wie viel Zeit das ist, ist aber gesetzlich nicht vorgeschrieben. Das Gesetz verweist auf die Üblichkeit. Das wäre die Orts-, Branchen- oder Betriebsüblichkeit.

Ist die Gewährung nicht im Vertrag oder in einem Gesamtarbeitsvertrag geregelt, gelten allgemein übliche Freizeitansprüche.

  • Für die Hochzeit eine Arbeitnehmers 1 bis3 Arbeitstage. Für die Hochzeit naher Verwandter und Bekannter: ein halber bis 1 Arbeitstag.
  • Bei Geburt des eigenen Kindes für deren Väter) 1 Arbeitstag.
  • Bei Tod von Partner, Kind, Eltern, Schwieger- und Grosseltern sowie Geschwistern 1 bis3 Arbeitstage.
  • Beim Tod naher Verwandter und Bekannter die effektive Zeit der Beerdigung, maximal 1 Arbeitstag.
  • Bei ärztlicher Behandlung die nötige Zeit.
  • Bei Umzug ein Arbeitstag.

Aber auch die Arbeitnehmer haben Pflichten. Kurzabsenzen sollten möglichst ausserhalb der Arbeitszeit oder in den Randzeiten stattfinden.

Auch die Bezahlung dieser freien Zeit ist im Gesetz nicht geregelt. Bei Monatslohn sollte die Zeit bezahlt sein, bei Stundenlohn hingegen nicht. Entscheidend ist aber jeweils der Einzelfall.

Fristlose Kündigung, was muss ich wissen?

Aus wichtigen Gründen kann ein Arbeitsvertrag jederzeit fristlos gekündigt werden.

Laut Gesetz liegt ein wichtiger Grund vor, wenn dem Arbeitgeber die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr zugemutet werden darf.

Mögliche Gründe für eine fristlose Kündigung sind Diebstahl und Veruntreuung wie etwa das Fälschen von Spesenabrechnungen oder Arztzeugnissen, Verlangen oder Entgegennehmen von Schmiergeldern, Verraten von Geschäftsgeheimnissen, Schwarzarbeit, Konkurrenzierung des Arbeitgebers, wiederholte Verweigerung der zugewiesenen Arbeit, wiederholt unentschuldigt nicht zur Arbeit erscheinen, eigenmächtiger Ferienbezug, Verweigern des Vorweisens eines Arztzeugnisses bei Krankheit, das Ignorieren wichtiger Schutzvorschriften und falsche Angaben zur Ausbildung bei der Bewerbung.

Der Arbeitgeber muss, nachdem er den relevanten Kündigungsgrund kennt, innert einer Frist von etwa zwei bis drei Arbeitstagen die Kündigung aussprechen.

Eine klar belegte fristlose Kündigung ist jederzeit möglich, also auch während der Probezeit, bei Krankheit, während der Schwangerschaft und während der Militärzeit.

Nur eine wirklich schwere Verfehlung des Arbeitnehmers berechtigt zur fristlosen Entlassung. Deshalb ist unbedingt rechtlicher Beistand hinzuzuziehen.

In der Praxis sind fristlose Kündigungen nur sehr schwer durchsetzbar, da der Kündigungsgrund oft Interpretationssache ist. Bei einer in solchen Fällen oft gewählten Freistellung endet zwar die Arbeitsleistung sofort, Sie müssen aber den Lohn bis ans Ende der Kündigungsfrist weiter ausrichten.

Haftpflichtversicherung, ist sie eine Berufspflicht?

Ja. Jeder Kollege muss jederzeit mit dem Vorwurf eines Kunstfehlers rechnen. Daher sollte man sich für den Ernstfall im Voraus wappnen.

Die Haftpflicht bedeutet eine Verpflichtung zu einer dem Fach- und Tätigkeitsbereich angepassten Haftpflichtversicherung oder einer äquivalenten Sicherheit durch Barhinterlegung oder Garantie dritter. Der Kantonsarzt wird bei sich niederlassenden Ärzten einen entsprechnden Nachweis verlangen.

Haftpflichtversicherung; was übernimmt sie?

Die Haftpflichtversicherung kommt für finanzielle Forderungen gegenüber einem Arzt, einer Ärztin auf, sofern diese durch ihr Handeln oder Nichthandeln einem Patienten Schaden zugefügt hat. Die Haftpflichtversicherung ist zum Erhalt einer Praxisbewilligung obligatorisch.

Viele selbständig erwerbstätige Ärzte sind heute mit einer Versicherungssumme von maximal 5 Millionen Franken oder weniger versichert. Die Differenz zwischen einer allfälligen Schadensumme und der Versicherungssumme geht zulasten des behandelnden Arztes und kann schnell existenzbedrohend sein, insbesondere im Zusammenhang mit ärztlicher Geburtshilfe.

Die aktuell empfohlene Versicherungssumme sollte bei invasiver oder geburtshilflicher Tätigkeit in etwa 10 Millionen Franken betragen. Bei Allgemeininternisten 5 bis 10 Millionen.

Bei Praxisaufgabe wird weiter eine Nachversicherung bei Geschäftsaufgabe empfohlen, die während der gesetzlichen Verjährungsfristen (bis meist 10 Jahre) die Haftpflichtdeckung aufrecht erhält.

Ein Prämienvergleich lohnt sich. Allgemeinpraktiker sind bereits ab etwas über  1000 Franken pro Jahr Haftpflichtversichert, Gynäkologen mit geburtshilflicher Tätigkeit zahlen um die 10‘000 Franken Prämie.

Trotzdem sind wir in der Schweiz noch weit entfernt von amerikanischen Prämien. Ärzte, die Patienten aus USA/Kanada behandeln, sollten sich jedoch unbedingt von ihrer Versicherung beraten lassen.

Informationsmaterialien für Patienten, was und wie abgeben?

Sie können Ihren Patienten die Wartezeit angenehmer gestalten oder sie aktiv über Neuerungen in der Praxis und aktuelle Gesundheitsthemen informieren.

Am besten machen Sie alles gleichzeitig mit dem richtigen Mix aus Druckmaterialien, die sie in Warte- und Sprechzimmer zur Verfügung stellen.

Informationsmaterial sollte man Patienten auch mal persönlich übergeben, weil dies die Chance bietet, individuelle Hinweise wirksam zu platzieren.

Inkasso, wie funktioniert das?

Sollten die Rechnungen nicht beglichen werden, leiten Praxen und Factoring-Firmen die Rechnungen an Inkassostellen weiter.

In der Regel werden die Ärzte bei externem Factoring aktiv informiert, bei welchen Patienten ein Inkasso eingeleitet wird oder werden sollte und sie können dieses auch aufschieben oder streichen.

Die Anbieter von Inkasso unterscheiden sich in vielen Punkten, weshalb es sich empfiehlt, mehrere Offerten einzuholen.

Professionelle Anbieter verfügen über Schnittstellen zur Ärztesoftware und bieten das Inkasso auch für Praxen, die ihre Rechnungen selber verschicken, auch separat an.

Auch hier ist Vorsicht immer besser als Nachsicht – die Anbieter stellen Ihren Kunden eine Bonitätsprüfung wie oben beschrieben zur Verfügung. Die Inkassomed bietet dieses Ampelsystem (rot = sofort einziehen, gelb = Vorsicht, grün = bislang alles in Ordnung) auch ohne Inkassodienste zu CHF 250.- pro Jahr an. Die Daten hier basieren auf vorgängig bestehenden unbezahlten Arztrechnungen, Laborrechnungen und Verlustscheine einzelner Krankenkassen.

Problematisch beim Forderungsmanagement oder der Betreibung kann das Patientengeheimnis sein. Durch Bekanntgabe des Patientennamens an Dritte verletzen Ärzte, streng gesehen, das Patientengeheimnis. Besonders Gynäkologen, Onkologen und Psychiater liefern sich der Gefahr aus, vom ehemaligen Patienten wegen Verletzung des Berufsgeheimnisses beklagt zu werden.

Verhindern können sie dies durch einen deutlichen und zu bestätigenden Hinweis auf der Patientenanmeldung, dass die Praxis berechtigt ist unbezahlte Rechnungen an Dritte zwecks Inkasso weiterzuleiten.

Andernfalls empfiehlt es sich, sich im konkreten Fall beraten zu lassen. Der Kantonsarzt kann Sie in schweren Fällen auch von der Schweigepflicht entbinden. Allerdings muss dieses Einverständnis zeitlich vor Übergabe an Inkasso oder Betreibungsamt erfolgen.

Inspektion der Patientenapotheke, was ist das?

Der kantonale Heilmittelinspektor ist verantwortlich für die Kontrolle der ärztlichen Medikamentenabgabe. Er kann und wird möglicherweise unangemeldet in der Praxis erscheinen und informiert den Arzt über Ablauf der Inspektion und Zeitbedarf. Letzterer liegt meist im Rahmen von 1 bis 2 Stunden.

Der Inspektor überprüft die Medikamentenaufbewahrung, die Dokumentation und die festgelegten Arbeitsprozesse.

Vorausgesetzt die MPA kann seine Fragen beantworten, darf der Arzt während der Inspektion weiterarbeiten und wird dann zur Schlussbesprechung hinzugebeten.

Um eine Inspektion schadlos zu überstehen sind nachfolgend die häufigsten bemängelten Punkte aufgezeichnet:

  • Qualitätssicherungssystem: Fehlende Dokumentation oder Pflichtenhefte
  • Falsche oder stark schwankende Lagertemperatur; falsche Medikamente im Kühlschranktüre gelagert
  • Betäubungsmittel: Fehlende Dokumentation der Lagereingänge und -ausgänge.
  • Verfallsdaten: Abgelaufene Medikamente werden eingezogen (cave: Notfallkoffer)

Die Inspektionen erfolgen im mehrjährigen Rhythmus (bis zu 10 Jahre), wobei Nachinspektionen bei Mängeln rascher erfolgen. Der Inspektor stellt seine Tätigkeit in Rechnung. Unter Umständen können Medikamente beschlagnahmt und kostenpflichtig entsorgt werden.

Interessenswahrung bei Kooperation und Zusammenarbeit nach Medizinalberufegesetz, was ist gemeint?

Die Interessenwahrung bei Kooperation und Zusammenarbeit verpflichtet, das Wohl des Patienten als höchstes Gut zu schützen. Insbesondere verbietet das Gesetz die Vergütung eines zuweisenden Arztes beispielsweise in Form einer Einweisungsprämie für neue Patienten.

Ein Arzt kann aber beispielsweise Aktien eines Privatspitals haben, in das er Patienten einweist. Zentral ist aber der Punkt, dass Geld oder finanzielle Vorteile keine Rolle bei der Überweisung spielen dürfen, sondern diese einzig und allein zum Wohl und im Interesse des Patienten erfolgen darf.

Kann das wiederverwendbare Instrumentarium nach TARMED separat als Verbrauchsmaterial in Rechnung gestellt werden?

Gemäss der Generellen Interpretation GI-20 „Verbrauchsmaterialien und Implantate“ nach TARMED kann das wieder verwendbare Instrumentarium (inkl. Fixateur externe) nicht dem Kostenträger als Verbrauchsmaterial in Rechnung gestellt werden, da dies schon mit der in Rechnung gestellten medizinischen Leistungen nach TARMED abgegolten ist.

Kapitalbezug aus der Pensionskasse vor der Rente?

Das angesparte Kapital in der Pensionskasse kann sich ein Arbeitnehmer unter gewissen Umständen auszahlen lassen.

Eine Barauszahlung der Freizügigkeitsleistung ist unter Umständen bei Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit oder dem Verlassen der Schweiz möglich. Spezielle Bedingungen gelten bei Wegzug in EU Länder.

Im Rahmen des Wohneigentumsförderungsgesetzes kann das aktuelle Altersguthaben oder ein Teil davon zum Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum vorzeitig bezogen oder verpfändet werden.

Kinderzulagen der Familienausgleichskasse; wie hoch sind sie?

Die Höhe der Kinderzulagen der Familienausgleichskasse (FAK) sind kantonal unterschiedlich, jedoch betragen sie mindestens CHF 200.- pro Kind unter 16 Jahren und CHF 250.- pro Kind ab 16 bis 25 Jahre in Ausbildung.

Sofern von Seiten eines Arbeitnehmers Ansprüche auf Kinderzulagen bestehen, werden diese über den Arbeitgeber ausbezahlt.

Wenn beide Elternteile erwerbstätig sind, werden die Kinderzulagen über denjenigen Arbeitgeber ausbezahlt, bei dem das höhere Einkommen der Eltern ausbezahlt wird.

Die ausbezahlten Zulagen kann der Arbeitgeber anschliessend bei der zuständigen Familienausgleichskasse zurückfordern.

Klinik für …. statt Praxis im Namen?

Zu kreativen Praxisbezeichnungen schreibt die FMH: „Firmenbezeichnungen wie Institut für…., Tagesklinik, Gesundheitszentrum und weiter für nicht stationäre Einrichtungen sind soweit sie überhaupt mit den gesetzlichen Vorschriften im Einklang stehen nur in begründeten Fällen zugelassen, namentlich wenn ein sachlicher Zusammenhang zu den angebotenen Dienstleistungen besteht. Die kantonalen Ärztegesellschaften können hierzu nähere Bestimmungen erlassen.“

Kommunikation mit Kollegen, was beachten?

Egal, ob Sie auf zugewiesene Patienten angewiesen sind oder nicht, empfehlen sich ein paar Grundregeln der kollegialen Kommunikation:

Auch bei der Übermittlung von Informationen an Kollegen zeigt Corporate Design seine Wirkung. Das fängt beim gestalteten Briefkopf an und geht weiter zu den Praxisinformationen.

Formulieren Sie Ihre Schreiben möglichst prägnant. Also nicht blumig um das Untersuchungsergebnis herumschreiben, sondern schnell auf den Punkt kommen. Das Wichtigste am Arztbrief sind nach wie vor der Inhalt und die Aktualität.

Denken Sie daran, Ihre Ansprechpartner immer persönlich anzureden. Ist die Anrede richtig geschrieben? Es ist eine Frage des Respekts, dass man sich die Mühe macht, zu kontrollieren, ob Vorname, Name, Titel auch wirklich stimmen. Sie selbst ärgern sich bestimmt auch ein bisschen, wenn Sie Ihren Namen falsch geschrieben sehen.

Holen Sie sich ein Feedback bei Ihren zuweisenden Kollegen. Sind sie zufrieden mit der Art der Befundung? Haben sie Verbesserungsvorschläge oder Änderungswünsche?

Geben Sie ruhig einmal ein freundliches Feedback und wenn es nur ein Lob für die gute Zusammenarbeit ist.
Vergessen Sie nicht, sich zu bedanken, für die erfolgreiche Zusammenarbeit, entgegengebrachtes Vertrauen und Verständnis.

Können Materialien, welche dem Patienten mit nach Hause gegeben werden nach TARMED den Kostenträgern in Rechnung gestellt werden?

Das Material, welches dem Patienten nach der ärztlichen Leistungserbringung mit nach Hause mitgegeben wird, kann dem Kostenträger nur dann separat in Rechnung gestellt werden, wenn das mitgegebene Material in der Mittel- und Gegenständeliste MiGeL aufgelistet ist.

Wenn Sie aber während der Behandlung Material benötigen, respektive eine Packung anbrauchen, können Sie diese in Rechnung  stellen und den Rest dem Patienten mitgeben.

Kosten der Praxis, wie planen?

Kosten sind der in Franken ausgedrückte, für den Praxisbetrieb notwendige Verbrauch von Gütern oder Dienstleistungen. Das sind zum Beispiel, Personalkosten, Raumkosten, Praxis-/Laborbedarf, Abschreibungen, Fahrzeugkosten etc. Damit Praxisinhaber die Grössenordnung dieser Kosten kennen, ist eine ordentliche Buchhaltung Grundvoraussetzung.

Aus den Praxiskosten lassen sich viele interessante Erkenntnisse ziehen, die bei der Steuerung der Praxis helfen. Es geht darum, die entstehenden Kosten aufzuschlüsseln und verursachergerecht zuzuordnen – bezogen beispielsweise auf Funktionsbereiche oder auch auf einzelne Behandlungsleistungen.

Das ist natürlich nicht immer ganz einfach, besonders bei Kosten, die nicht unbedingt direkt zuordenbar sind, z.B. die Miete oder Personalkosten. Für die Preisfindung von Leistungen ausserhalb des KVG-Bereichs sollten Sie wissen, welche Kosten dafür anfallen und nach welchem Schlüssel Sie diese aufteilen.

Ehe in einer Praxis auch nur ein Patient behandelt wird, schiebt diese Praxis einen grossen Kostenberg vor sich her. Das sind die fixen Kosten, die von der ersten Minute an bezahlt werden müssen. Die grossen Blöcke bilden meist Praxismiete, Personal und Kreditraten.

Nur weil die Kosten fix sind, heisst das nicht, dass sie im Laufe der Zeit nicht steigen oder beinflusst werden können. Doch die Höhe der Kosten ist nicht dirket an die Konsultationszahl gebunden und kann nur Mittel- und Langfristig beeinflusst werden.

Die variablen Kosten steigen mit der Zahl der Behandlungen. Sie entstehen somit erst, wenn tatsächlich eine konkrete Leistung am Patienten erbracht wurde. Der grosse Block ist meist der Materialbedarf. In SD Praxen ist es der Medikamenteneinkauf.

Die im abgelaufenen Zeitraum aufgelaufenen Kosten zu ermitteln ist schon schwierig, wenn auch machbar.

Aber wie kann man Kosten planen, die noch gar nicht entstanden sind? Das gleicht auf Anhieb einer unlösbaren Aufgabe, auf den zweiten Blick sieht es aber schon anders aus.

Grundsätzlich können Kosten durch Extrapolation geschätzt werden. Diese Extrapolation kann durch folgende Fagen verfeinert werden: Sind im letzten Jahr besondere Kosten angefallen, die im nächsten Jahr nicht zu erwarten sind, zum Beispiel für ein Praxiswertgutachten? Oder Kosten, die mit dem Betrieb der Arztpraxis gar nichts zu tun hatten? Sind Kosten enthalten, die eigentlich einem früheren Zeitraum zuzuordnen sind, weil z.B. ein Lieferant seine Rechnung viel zu spät geschickt hat? Wurden Investitionsgüter angeschafft, die im nächsten oder noch in weiteren Jahren abbezahlt werden müssen? Dies nennt man „Abgrenzung ausserperiodischer oder zweckfremder Kosten“.

Ein einfaches Fortschreiben dieser in der Vergangenheit entstandenen Kosten würde das Ergebnis zu stark verfälschen.

Von diesen bereinigten Ist-Daten kann man nun noch zu vernünftigen Planwerten kommen. Dabei gibt es weitere Punkte, die berücksichtigt werden müssen: Schwangerschaften, Lohnerhöhungen, umfangreiche Renovierungen, Einstellung eines Weiterbildungsassistenten und mehr.

Kosten, wo sparen?

Kostensparen bedeutet immer Vergleichen und Verhandeln, z.B. um günstige Kreditkonditionen zu erreichen oder beim Abschluss einer Versicherung. Dabei kommt es vor allem auf Verhandlungsgeschick an.

Es gibt aber auch Bereiche, in denen nicht nur der Einkauf, sondern das ganze Team gefragt ist.

Die MPA haben bestimmt zahlreiche Ideen, wo man in der Praxis Einsparungen erzielen kann. Intelligentes, nicht blindwütiges Sparen ist die Devise. Allein durch energiebewusstes Verhalten (konsequent Licht ausschalten, kein Stand-by-Betrieb über Nacht etc.) kann man immer wieder noch einmal einige Franken sparen.

Es gibt in der Arztpraxis Tausende auch kleiner Einsparmöglichkeiten, die auf Dauer wirklich etwas bringen.

Durch Kündigung an Personalkosten zu sparen ist der meist falsche Weg, selbst wenn es sich beim Personal um den grössten Kostenblock in der Arztpraxis handelt. Motivierte Mitarbeiterinnen sind das wichtigste Kapital.

Etwas anderes ist es aber, wenn eine Praxis zu viele teure Überstunden zahlt. Dann sollten flexiblere Arbeitszeitmodelle geprüft werden, die mit den MPA ausgehandelt werden.

Und natürlich müssen auch ineffiziente Strukturen aufgedeckt werden: Das ist der Fall, falls die Praxis mehr MPA beschäftigt, als Sie eigentlich benötigen würde, wenn sie besser organisiert wäre.

Grosse Praxen und MVZ müssen regelmässig ihre Dienstpläne überprüfen, ob zum richtigen Zeitpunkt auch die richtige Anzahl von Ärzten und MPA eingeteilt sind.

Krankentaggeldversicherung KTG; wie funktioniert sie?

Die Krankentaggeldversicherung ist üblich, aber freiwillig. Sie soll den Lohnausfall für Arbeitnehmer mindern falls diese längere Zeit krank sind. In der Regel für die ersten 24 Monate einer Krankheit.

Versichert sind sämtliche Vollzeit-Arbeitnehmer, wahlweise auch Teilzeitbeschäftigte.

Meist werden 80% des AHV pflichtigen Lohnes nach einer Wartefrist von 30 Tagen versichert.

Die Prämien sind abhängig von der Versicherungsgesellschaft und der Betriebsbranche. Arbeitgeber und Arbeitnehmer beteiligen sich zu je 50% an der Finanzierung der jährlichen Beiträge. Der Arbeitnehmerbeitrag wird vom ausbezahlten Lohn abgezogen.

Kritik an Mitarbeitern, wie anbringen?

  1. Kritikgespräche sollten ausnahmslos nur unter vier Augen stattfinden.
  2. Dass man vielleicht sauer über einen Fehler ist, kann man verstehen. Die Schuldige in einem Tribunal gleich jetzt vor versammelter Mannschaft abzukanzeln ist dennoch stillos.
  3. Kritikgespräche werden möglichst sachlich geführt, damit sie einen Lerneffekt haben.

Kündigung, was muss ich wissen?

Ein Arbeitsvertrag ist grundsätzlich jederzeit, von beiden Seiten und ohne triftige Gründe kündbar. In der Schweiz herrscht im Bereich des Arbeitsvertragsrechts also die sogenannte Kündigungsfreiheit.

Eine Kündigung ist grundsätzlich jederzeit möglich, auch ohne direkten Kündigungsgrund. Insbesondere ist eine Kündigung auch ohne Vorwarnung gültig. Eine ordentliche Kündigung innert der vertraglich vorgesehenen Kündigungsfrist ist auch gültig, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nie vorgewarnt oder gar nie mit ihm darüber gesprochen hat. Es gibt weder eine Anhörungspflicht noch müssen triftige Gründe vorliegen.

Begrünung auf Verlangen

Sofern die gekündigte Partei dies verlangt, muss der Kündigende die Kündigung schriftlich begründen.

Eine Kündigung bleibt sogar dann gültig, wenn der genannte Grund nicht zutrifft, unwahr oder gar diskriminierend ist.

In diesen Fällen könnte aber eine missbräuchliche Kündigung vorliegen, die zu Schadenersatz berechtigt.

Missbräuchliche Kündigungsgründe sind beispielsweise Alter, Geschlecht und Religion des Arbeitnehmers. Aber auch eine Kündigung aufgrund von Ansprüchen, die der Arbeitnehmer aus dem Arbeitsverhältnis geltend macht ist misbräculich.

Der entlassene Arbeitnehmer muss rechtlich die Missbräuchlichkeit beweisen. Zudem bleibt eine missbräuchliche Kündigung in der Regel bestehen, das Gericht kann nicht auf Wiedereinstellung entscheiden, der Entlassene kann aber eine Entschädigung geltend machen. Diese wird vom Gericht festgelegt und beträgt bis zu sechs Monatslöhne.

Kündigungsschutz

In bestimmten Fällen darf Angestellten nicht gekündigt werden, ausser es sei eine klar begründetet fristlose Kündigung bei wirklich wichtigem Grund beispielsweise bei Betrug, Arbeitsverweigerung oder Konkurrenzierung des Arbeitgebers.

Nicht gekündigt werden darf während des obligatorischen Militär- oder Zivilschutzdienst sowie 4 Wochen vorher und nachher, falls der Dienst länger als 11 Tage dauert.

Bei ganzer oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit nach unverschuldetem Unfall oder Krankheit. Im 1. Dienstjahr gilt dieser Kündigungsschutz für 30 Tage, bis zum 5. Dienstjahr 90 Tage, ab dem 6. Dienstjahr 180 Tage.

Während einer Schwangerschaft und bis 16 Wochen nach der Geburt.

Kündigungen innerhalb dieser Sperrfristen sind ungültig, sie müssen nach Ablauf wiederholt werden. Fällt einer dieser erwähnten Sperrgründe in die Kündigungsfrist, wird sie entsprechend verlängert.

Eine Kündigung während ferienbedingter Abwesenheit wird erst bei der Rückkehr aus dem Urlaub wirksam, die Kündigungsfrist verlängert sich auch entsprechend.

 

Kündigungsfristen im Vertrag, was ist empfohlen?

Zur Klarheit im Vertrag dienen die Fristen für die Kündigung. Diese können mit zunehmender Dienstzeit auch länger werden.

Als Beispiel hat sich bewährt 1 Monat auf Monatsende während dem 1. Arbeitsahr, 2 Monate für die Jahre 2 bis 9 und 3 Monate ab längerer Betriebstreue.

Wenn nicht schon geregelt gehört auch die Probezeit zu den Kündigungs-Fristen. Also beispielsweise, dass beide Parteien während den ersten beiden Monaten das Arbeitsverhältnis innert Wochenfrist beenden können.

Labor, nach welchen Kriterien ein Auftragslabor auswählen?

Ein Praktiker nimmt häufig fälschlich an, dass Labor gleich Labor ist und die Analyse und Servicequalität identisch sind. Achten Sie bei der Auswal ihres Auftragslabors auf folgendes:

  • Welche Leistungen und Analysen werden angeboten?
  • Innerhalb welcher Zeit?
  • Wie weit geht das Labor auf spezielle Bedürfnisse und Anforderungen ein, die Sie eventuell haben?
  • Entspricht die Philosophie des Labors ihrer eigenen?
  • Werden Analysen illegal im Ausland getätigt?
  • Ist das Labor Ärzteeigen?
  • Wird eine Posteinsendung zum Umweltschutz unterstützt?

Das Leistungsspektrum

Das Leistungsspektrum eines Auftragslabors sollte sich eng mit Ihrer Fachrichtung und Tätigkeit decken. Eine Gynäkologin sollte besipielsweise achten, welche Art von Erst Trimester Test angeboten wird und ob die ihr wichtigen Analysen eventuell an andere Labors weitergesant werden – mit entsprechendem Zeitverlust.

Vielleicht haben Sie noch ganz andere Kriterien. Notieren Sie sich diese und erkundigen sie sich bei Ihren Kolleginnen und Kollegen nach ihren effektiv gemachten Erfahrungen.

Labor, was bei Praxislabor, was bei Auftragslabor beachten?

Laboruntersuchungen sind in einer Hausarztpraxis der grösste Anteil an technischen Untersuchungen. Bei rund einem Drittel bis zur Hälfte der Patienten werden Blut, Urin, Stuhl oder Sputum untersucht.

Die grosse Unterscheidung betrifft den Ort der Analyse. Im Präsenzlabor der Praxis werden zeitnahe Analysen gemacht, mit dem Ziel diagnostisch rasch voranzukommen.

Im Gegensatz dazu können externe Auftragslaboratorien ein weit grösseres Spektrum an Analysen erbringen und stehen auch beratend bei der Interpretation der Ergebnisse zur Verfügung.

Das Praxislabor

Beim Praxislabor ist die Analysetätigkeit eng an die Praxis und die Konsultationen gebunden. Es wird streng zwischen einem Praxislabor mit Präsenzdiagnostik und einem externen Auftragslabor unterschieden.

So schreibt das Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG) „Unter Präsenzdiagnostik versteht man die laboranalytische Diagnostik im ärztlichen Praxislaboratorium in Anwesenheit der Patienten, so dass die Resultate, wenn analysetechnisch möglich, noch während des Konsultationsablaufes vorliegen. Die Präsenzdiagnostik beinhaltet also eine räumliche Komponente, nämlich die Laboruntersuchung im ärztlichen Praxislaboratorium, und eine zeitliche Komponente, nämlich die Laboruntersuchung während der Präsenz des Patienten/der Patientin.

Das BAG legt von dieser Regel aber auch zwei Ausnahmen fest. So schreibt es:

„Von der zeitlichen Komponente gibt es folgende Ausnahmen:

  1. Das Resultat liegt aus analysetechnischen Gründen, unabhängig vom Durchführungsort, nicht in kurzer Zeit vor (Bsp. Keimzahlbestimmung im Urin)
  2. Die Untersuchungsproben werden anlässlich eines ärztlichen Hausbesuchs entnommen.“

Das Auftragslabor

Ein Auftragslabor analysiert die in Ihrer Praxis entnommenen Proben extern. Es stellt auch Rechnung direkt an den Patienten.

Weil das ein um so rentableres Geschäft ist, je mehr gleiche Analysen zum staatich garantierten Tarif durchgeführt werden, haben viele Laboratorien eine Expansionspolitik verfolgt oder verfolgen sie noch aktuell. Konkret werden andere Laboratorien aufgekauft um so die Auftragszahlen zu erhöhen oder es wird intensiv um Einsender geworben.

Das führt zu teilweise zu illegalen Praktiken, so genannten Kickbacks, wo Ärzte illegalerweise für die Einsendungen honoriert werden.

Die Unterschiedung zwischen Legal und Illegal ist nicht immer glasklar. Beispielsweise ist es wohl rechtens, wenn ein Labor eine Praxis für die elektronische Auftragserfassung honoriert und deshalb keine Formulare mehr entziffern muss. Die Frage stellt sich allerdings, wie viel das wert sein darf. Auch möglich ist es, dass ein Auftragslabor einer Praxis die Materialien bezahlt, die zur Blutentnahme nötig sind. Aber auch hier fragt sich, ob das Papier auf der Liege oder das Desinfektionsmittel für die ganze Praxis dazugehören?

Auf jeden Fall sollten Sie von Zahlungen, die gar nichts mit der Laborleistung zutun haben Abstand nehmen. Das ist illegal und schadet dem Ansehen des Berufsstandes.

Labor, wie mit dem Auftragslabor zusammenarbeiten?

Die Probenentnahme

Die Blutentnahme in der Praxis für externe Analysen kann dem Kostenträger nicht in Rechnung gestellt werden, sofern keine Präsenzdiagnostik im Praxislabor durchgeführt wird. Meist erfolgen in der Praxis Blutentnahmen für beide, also Praxislabor und externes Labor gleichzeitig. Hier aufzuteilen und die Blutentnahme nur hälftig in Rechnung zu stellen ist illusorisch.

Der Probentransport

In unserer Praxis senden wir die Proben per Post und nicht per Kurier. Neben dem Umweltschutzaspekt der gesparten Fahrten geht es uns vor Allem darum, dass wir so den Zeitpunkt der Analysenübermittlung steuern können. Kurz vor 18 Uhr verlassen alle Proben des heutigen Tages die Praxis und am nächsten Vormittag liegen die Resultate meist vor.

Die Resultateübermittlung

Sie sollten sich nicht nur darum kümmern, wie die Proben von der Praxis zum Auftragslabor kommen, sondern auch darum, wie die Resultate bei Ihnen ankommen. Als klassisches Mittel wurde der Fax verwendet, doch heute können bei der elektronischen Krankengeschichte die Resultate direkt im entsprechenden Dossier abgelegt werden.

Erkundigen Sie sich, wie ihre Software Sie über die eingegangenen Resultate informieren wird und lassen Sie die Software so parametrieren, dass Ihnen die Gewünschten Resultate, ob nur pathlogisch oder einfach alle automatisch angezeigt werden.

Labor; wie funktioniert das mit dem Fähigkeitsausweis?

Ärztinnen und Ärzte benötigen zum Führen eines Praxislabors einen speziellen Fähigkeitsausweis. Die FMH hat die Aufgabe, diesen Fähigkeitsausweis mit der nötigen Weiterbildung zu erarbeiten, dem Kollegium für Hausarztmedizin KHM übertragen.

In der Regel erhält man diesen Fähigkeitsausweis nach einem dreitägigen Kurs. Die Voraussetzungen für die Kursteilnahme ist ein eidgenössisches oder anerkanntes ausländisches Arztdiplom. Die Anerkennung allenfalls besuchter ausländischer Kurse muss vorgängig bei der Weiterbildungskommission Praxislabor abgeklärt werden.

Im Kurs geht es nicht um eine Ausbildung in der handwerklichen Tätigkeit im Labor, sondern um das praxisgerechte Vermitteln der nötigen Kenntnisse, um ein Labor eigenverantwortlich leiten zu können.

Die Hauptlernziele im Rahmen des Erwerbs des Fähigkeitsausweises sind folgende:

  • Der Arzt hat das nötige Wissen, um ein Praxislabor zu leiten, wirtschaftlich und zeitgerecht zuverlässige Resultate zu erhalten und seine paramedizinischen Mitarbeiter dabei kompetent zu führen.
  • Der Arzt kennt die wichtigsten Apparate und Methoden und ihre Grenzen und kann neue Geräte oder Tests für sein Praxislabor evaluieren.
  • Der Arze kennt die Prinzipien der internen und externen Qualitätskontrolle und kann deren Resultate selbst beurteilen.
  • Der Arzt kennt die häufigsten Fehlerquellen der Analytik, kann die verschiedenen Fehlerarten in der Qualitätskontrolle erkennen und so seine Praxisassistentin/Laborantin bei der Fehlerbehebung beraten.
  • Der Arzt kennt die Voraussetzungen für die sichere, korrekte Entnahme von Körperflüssigkeiten und die Fehlerquellen der Präanalytik.
  • Der Arzt kann die Qualität der Proben beurteilen.

Das Kollegium für Hausarztmedizin KHM ist verantwortlich für alle administrativen Belange im Zusammenhang mit der Durchführung und Umsetzung des Fähigkeitsprogramms. Es meldet dem Generalsekretariat der FMH die Namen und Adressen aller Inhaber des Fähigkeitsausweises. Die FMH stellt diese santésuisse zur Einsicht zur Verfügung.

Unterlagen und Informationen zum Fähigkeitsausweis können beim Sekretariat des KHM angefordert werden.

KHM
Landhausweg 26
3007 Bern

Telefon 031 370 06 70

Fax 031 370 06 79

e-mail: khm@hin.ch

www.kollegium.ch

 

Labor; wie funktioniert das mit der Analysenliste?

Die in der Praxis vergüteten Laboranalysen sind mit Beschreibung und Taxpunktwert in der sogenannten Analysenliste des BAG bezeichnet. Die Laboranalysen werden nach einem schweizweit einheitlichen Tarif gemäss der Analysenliste abgegolten. Dieser Tarif wird in Taxpunkten ausgedrückt. Aktuell entspricht ein Taxpunkt einem Franken.

Der Taxpunkt für die Laboranalysen ist also schweizweit einheitlich. Er darf nicht mit dem kantonal unterschiedlichen Taxpunktwert für Leistungen gemäss Tarmed verwechselt werden.

Es gibt zwei Versionen der Analyseliste: Die Analyseliste, publizierte Fassung (PF) und die Analyseliste, kommentierte Fassung (KF).

Ein Arzt darf im Rahmen der „Analysen der Grundversorgung im engeren Sinn“ alle Analysen der Teilliste 1 (Punkt 5.1.3.1 PF/KF) und der Teilliste 2 (Punkt 5.1.3.2 PF/ KF) im „Praxislabor“ im Rahmen der „Präsenzdiagnostik“ erbringen und dem Kostenträger in Rechnung stellen.

Der Facharzt darf je nach Facharzttitel weitere Analysen gemäss der „Erweiterte Liste für Fachärzte oder Fachärztinnen“ (ab Punkt 5.1.4 PF/KF) erbringen und dem Kostenträger in Rechnung stellen.

Fragen

Das Bundesamt für Gesundheit BAG ist verantwortlich für die Analysenliste. Auskunft erteilt das Analysenlisten-Helpdesk unter Telefon 031 325 66 77 von Montags bis Freitags von 08:30 bis 12:00 Uhr und von 13:30 bis 17:00 Uhr. Per eMail an info.al@bag.admin.ch können Sie auch Kontakt aufnehmen.

Labor; wie funktioniert die Qualitätssicherung?

Ärztinnen und Ärzte, die ein Praxislabor betreiben, müssen eine Qualitätssicherung vorweisen können.

Diese Qualitätssicherung besteht aus mit internen Kontrollen und externen Ringversuchen.

Die Details zur Qualitätssicherung sind auf Merkblättern «Externe obligatorische Qualitätskontrolle» der Schweizerischen Kommission für Qualitätssicherung im medizinischen Labor QUALAB (www.qualab.ch) zu finden.

 

Labor; wie gemäss Analysenliste abrechnen?

Die regelkonforme Anwendung des Tarifes ist in der kommentierten Fassung der Analyseliste (KF) unter Punkt 5 beschrieben. www.bag.admin.ch/al

Eine Rechnungsstellung für eine Analyse besteht aus

  • Analysen-Taxpunktwert
  • „Präsenztaxe“,
  • „Zuschläge mit / ohne Suffix C“
  • „Übergangszuschlag“

Präsenztaxe

Die Präsenztaxe beträgt 4 Taxpunkte. Sie gilt nur für das ärztliche Praxislaboratorium, nicht aber für externe Auftragslaboratorien Die Präsenztaxe wird erhoben pro Patient und pro Tag. Das heisst, sie kann einem Patienten nur einmal pro Tag, unabhängig der Anzahl erhobener Laborparameter verrechnet werden.

Eine weitere Voraussetzung, dass sie überhaupt erhoben werden kann, ist dass die Analyse im Rahmen einer Konsultation an diesem Tag erhoben wurde. Beispielsweise bei rotinemässigen Vitamin B12 Bestimmungen ohne gleichzeitige Arztkosultation dürfen sie die Präsenztaxe nicht berechnen.

Zuschläge

Zuschläge berücksichtigen, dass gewisse Analysen im Auftragslabor als Grosserie wesentlich kostengünstiger erbracht werden können.

  • Einen Zuschlag von zwei Taxpunkten gibt es für jede Analyse im Praxislabor, die mit Suffix C gekennzeichnet ist. Das Suffix C steht für Analysen der klinischen Chemie.
  • Einen Zuschlag von einem Taxpunkt für jede Analyse ohne Suffix C. Darunter fallen beispielsweise Analysen der Hämatologie, Mikrobiologie oder Immunologie.

Übergangszuschlag

Der Übergangszuschlag beträgt pro Analyse je 1 Taxpunkt: Vorgesehen war, dass der Übergangszuschlag per Ende 2011 entfällt. Zum aktuellen ist es so, dass der Zuschlag auf unbestimmte Zeit weitergeführt wird.

Limitation

Die Summe der Präsenztaxe und Zuschläge ist aber pro Patient und Tag auf 24 Taxpunkte beschränkt. Auch wenn bei einem Patienten aufgrund der vielen analysierten Laborparameter mehr als 24 Taxpunktwerte in Präsenztaxe und Zuschlägen anfallen würden, dürfen diese zusätzlichen Taxpunkte nicht verrechnet werden.

Labor; wo Fehlerquellen suchen?

Grundsätzlich geht es im Qualitätsmanagement um das vermeiden von Fehlern in der Präanalytik, der Analytik und der Postanalytik. Deshalb geht es nicht nur darum, bei bemerkten Fehlern deren Quellen zu suchen, sondern auch darum, durch aktiven Unterhalt und Prozessmanagement die Fehlerquellen präventiv zu „versiegeln“.

Fehlerquellen können liegen in:

Präanalytik
1.1. Vorbereitung des Patienten
1.2. Patienten und Probenidentifikation durch Verwechslungen
1.3. Probengewinnung: Einfluss biologischer Faktoren wie Antikoagulantien oder Kontamination
1.4. Probenvorbereitung mit Zentrifugation und oder Lagerung
1.5. Kalibration der Analysengeräte

Analytik
2.1. Störfaktoren wie Hämolyse, Lipämie, Bilirubinämie
2.2. Gerätefehler

Postanalytik
3.1. Resultatablesung wie Abschreibefehler, notieren der falschen Einheit
3.2. Resultatumrechnung wie Verdünnungsfaktor, Umrechnungsfaktor für Einheit
3.3. Resultatübertragung mit Übertragungsfehlern

Lagerhaltung, was ist zu beachten?

Die Lagerhaltung ist eine hohe Kunst. Rund fünf bis zehn Prozent vom Umsatz gehen durchschnittlich an den Einkauf von Verbrauchsmaterialien, bei SD bis zu 50% auf Medikamente. Richtig zu lagern bedeutet, das benötigte Material an Lager zu haben, aber nichts wegwerfen zu müssen, weil das Verfallsdatum abgelaufen ist.

Dazu gibt es einige einfache Regeln:

  • Im Medikamentenschrank und Materialschrank die Packungen mit dem nächsten Datum ganz vorne einsortieren. Entsprechend sind die neuen Lieferungen hinten einzureihen.
  • Ermitteln Sie, wovon wieviel an Lager sein muss. Die Ärztesoftware zeigt Ihnen den Verbrauch jedes Medikamentes an.
  • Führen Sie fixe Nachbestellregeln ein. Beispielsweise bei Ampullen im Sprechzimmer: Die Ampullen sind stets in der Originalpackung aufzubewahren. Sie sind der angebrochenen Packung zu entnehmen. Neben der geöffneten Packung soll immer eine ungeöffnete in der Schublade sein. Sobald eine Packung aufgebraucht ist, wird die leere Packung abgescannt, damit eine neue geliefert wird.
  • Durch Grossbestellungen versucht mache Praxis, die Stückkosten zu senken. Nun spricht nichts dagegen, bessere Lieferkonditionen herauszuholen, indem man grössere Mengen bestellt. Doch ist es vorteilhafter, diese nicht gleich zu bezahlen und dann in der Praxis zu lagern, sondern Rahmenverträge zu vereinbaren.

Lehrmeisterkurs, muss ich den machen?

Ärztinnen und Ärzte, die eine medizinische Praxisassistentin ausbilden wollen, müssen einen Kurs für Berufsbildner absolvieren.

In diesen Kursen werden die gesetzlichen Grundlagen des Bildungswesens und des Lehrverhältnisses vermittelt. Sie beinhalten aber auch methodisch-didaktische und führungsspezifische Aspekte.

Anstelle des Arztes/ Ärztin kann auch die mit der Ausbildung beauftragte Medizinische Praxisassistentin den Kurs besuchen.

Die FMH führt diese Kurse zweimal jährlich in Zürich durch, die Kosten belaufen sich auf einige hundert Franken.

Siehe dazu das Weissbuch MPA Ausbildung

Lehrpraktikerkurs, wo finde ich einen?

Um an einem regulären Praxisassistenten­ Programm teilnehmen zu dürfen, muss der verantwortliche Praktiker vorgängig einen 1 bis ­2 tägigen Lehrpraktikerkurs absolvieren.

Die Daten finden sich unter www.whm-­fmf.ch

Lob für Mitarbeiter, worauf achten?

Gute Vorgesetzte haben gemeinsam, dass sie die MPA bei passender Gelegenheit auch loben.

Die ausgesprochene Anerkennung für gute Leistungen ist ebenfalls eine Sache, die im Praxisstress zu oft unter den Tisch fällt. Nicht gemeckert ist Lob genug, denken sich noch einige alte Hasen im Geschäft, aber das reicht nicht.

  • Loben Sie spontan an Ort und Stelle, auch vor Patienten, für eine gute Leistung.
  • Lob vor versammelter Mannschaft in Teambesprechungen erfordert hingegen Sensibilität. Nicht alle MPA wollen gerne so vor den anderen Kolleginnen im Mittelpunkt stehen.
  • Loben Sie nicht die eine MPA, um damit gleichzeitig eine andere herabzusetzen. Damit verfehlen Sie Ihr Ziel und das Betriebsklima leidet.
  • Nur ehrliches Lob zählt. Heuchelei untergräbt Ihre Autorität.
  • Die empfohlene Kultur des Lobes ist kein Plädoyer für Wellness-Praxis. Aber sie ist der Vorschlag, aus der Situation heraus einfach einmal kurz nachzudenken, ob hier nicht vielleicht ein kurzes „gut gemacht“ oder ein anerkennender Blick angebracht sein könnte. Das kann wie eine kleine Gehaltserhöhung auf die so Gelobte wirken!

Logo, Gestaltungsregeln

Die allgemeinen Anforderungen an ein gutes Logo ergeben sich aus seinem Verwendungszweck.

Das Logo soll eindeutig auf die Tätigkeit der Praxis hinweisen oder die Bedeutung des Namens unterstreichen.

Das Logo muss unverwechselbar sein. Ansonsten kann es sogar rechtliche Probleme geben, wenn man das Logo zu leicht mit einem anderen Unter­ nehmen assoziiert.

Das Logo muss einprägsam sein. Also kein kleinteiliges Kunstwerk, sondern klare Formen, klare Linien, gut wiedererkennbar.

Das Logo muss sich leicht vervielfältigen lassen. Es muss auch noch in Minischriftgrösse auf der Terminkarte gut lesbar sein.

Lohn bei Teilzeitpensen, wie berechnen und vereinbaren?

Bei Teilzeitarbeit wird der Bruttolohn im Verhältnis effektive Arbeitszeit gegenüber Vollpensum berechnet.

Bei 42 Wochenstunden als Berechnungsgrundlage für ein Vollzeitpensum beträgt die Entlöhnung als 1⁄42 eines vollen Monatslohnes, multipliziert mit der Anzahl der vereinbarten Wochenarbeitsstunden.

Stundenlohn

Bei sehr geringer und gleichzeitig unregelmässiger Arbeitszeit empfiehlt sich die Ausrichtung eines Stundenlohnes.

Als Stundenlohnansatz dienen üblicherweise 6 Promille eines Monatslohnes für ein Vollzeitpensum. Der 13. Monatslohn ist anteilsmässig darin enthalten.

Zusätzlich muss auf diesem Ansatz ein Ferienanteil von 8,33% zugerechnet werden, der den minimalen 4 Wochen Ferien entspricht. Bei 5 Wochen Ferien beträgt de Zuschlag 10,64%. Bei 6 Wochen Ferien 13,04%.

Dieser Fereinanteil ist auf jeder Lohnabrechnung separat auszuweisen.

 

Lohn, welches ist konkret der Unterschied zwischen Brutto- und Nettolohn?

Der vereinbarte Lohn im Vertrag entspricht dem Bruttolohn. Der effektiv direkt an eine Mitarbeiterin ausbezahlte Nettolohn differiert von der vereinbarten Lohnsumme.

Ein Beispiel: Eine erfahrene MPA, Alter 35, arbeitet 20%. Dafür erhält sie vertraglich einen Bruttolohn von 1000 Franken monatlich. Ausbezahlt werden ihr aber nur rund 940 Franken, denn für alle Arbeitnehmer bis zum Erreichen des Pensionsalters werden die Beiträge für die obligatorische Sozialversicherungen in Lohnprozenten direkt vom Lohn abgezogen. Der ausbezahlte Nettolohn liegt also unter der vereinbarten Lohnsumme.

Der Arbeitgeber muss für obige MPA aber nicht nur einen Lohnanteil von 6,05 Lohnprozenten zurückbehalten und den entsprechenden Stellen überweisen. Er muss auch einen Arbeitgeberanteil in gleicher Grösse überweisen. Entsprechend sind ihre direkten Lohnkosten um 60 Franken höher als die vereinbarten 1000 Franken Bruttolohn.

Ab einer wöchentlichen Arbeitszeit von über 8 Stunden und ab einem Jahresinkommen von etwas über CHF 20’000 kommen noch weitere Abzüge und Aufschläge wie etwa die Pensionskasse hinzu.

Lohnfortzahlungspflicht, was gilt?

Arbeitgeber müssen Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch dann den Lohn bezahlen, wenn diese unverschuldet nicht arbeiten können.

Zum Beispiel bei Krankheit, Unfall oder Militärdienst gilt also diese Fortzahlungspflicht. Betriebe sind hier aber normalerweise versichert und können zumindest einen Teil des Lohnes von der Versicherung rückvergüten lassen.

Bei Militär- oder Zivilschutzdienst müssen Unternehmen die Differenz zwischen dem Taggeld der Erwerbsersatzordnung und 80% des Lohnausfalls ausgleichen.

Bei Unfall oder Krankheit gelten von Gerichten standardmässig angewandte Skalen für die Höhe und Frist der Lohnfortzahlung.

Lokalzeitung, wie zusammenarbeiten?

Die beste kostenlose Werbung für die eigene Arbeit ist wahrscheinlich ein entsprechender Artikel in der Lokalzeitung.

Nur leider ist es nicht immer ganz einfach, die Aufmerksamkeit der örtlichen Medien auf sich zu lenken – obwohl allgemeine Gesundheitsthemen auch in einer noch so kleinen Lokalzeitung immer gerne aufgegriffen werden.

Vermutlich liegt es daran, dass viele Niedergelassene diese Möglichkeit der Werbung für sich noch nicht wirklich sehen.

Waren Sie vielleicht selbst schon einmal zufällig in der Zeitung abgebildet oder zitiert? Dann sind Sie sicherlich von einer ganzen Reihe von Patienten darauf angesprochen worden, oder?

In der Region verwurzelte Lokalzeitungen sind zwar im Vergleich zu den überregionalen Medien nicht so informationsstark, aber sie werden von den Bürgern gerne gelesen, die hier verwurzelt sind. Jedenfalls könnte sich der Versuch lohnen, einen Fuss in die Redaktionstür zu bekommen und langfristige Beziehungen aufzubauen.

Eine Zeitung veröffentlicht was nach ihrer Auffassung das Leserinteresse am meisten triff. Schwierig ist es mit Pressemitteilungen zum Beispiel von ortsansässigen Unternehmen oder mit ins Blaue zugesandten Artikeln.

Da kann es nach Auffassung des Verfassers um ein noch so wichtiges Thema gehen, wenn die Lokalredaktion meint, dass das die Zeitungsleser nicht interessiert, dann wandert der Text in den Müll.

Gerade weil Lokalredakteure unter enormem Zeitdruck arbeiten, sind sie guten Anregungen erfahrungsgemäss nicht abgeneigt. Sie sind vor allem dankbar für Themen, die a) von allgemeinem Interesse für die Leser sind und b) sich möglichst schnell und verständlich aufbereiten lassen. Wenn Sie also wollen, dass vielleicht ein Pressevertreter zu Ihrem in Kürze stattfindenden öffentlichen Vortrag kommt, oder Sie gerne einen Gastbeitrag unterbringen wollen, dann schicken Sie keine schriftliche Einladung. Suchen Sie lieber den direkten Kontakt mit dem zuständigen Redakteur, erklären Sie ihm kurz, warum Ihre Veranstaltung oder Ihr Beitrag so interessant ist, dass dies auch die Zeitungsleser spannend finden würden.

Selbst wenn Sie dieses Mal keinen Erfolg haben, so haben Sie den Kontakt hergestellt. Der Redakteur ist auf Sie aufmerksam geworden und spricht Sie vielleicht dann an, wenn er selbst ein Thema aus dem Gesundheitsbereich bearbeitet.

Manchen schreckt der Gedanke, dass er den Artikel über sich selbst nicht mehr vor der Veröffentlichung zu sehen bekommt. Nur wenn Sie wörtlich zitiert werden, müssen Sie für diese Worte um Freigabe gebeten werden.

Und was, wenn die ärztlichen Leistungen in dem Artikel so überschwänglich gelobt werden, dass ein Zusammenstoss mit der Ärztegesellschaft befürchtet werden könnte? Allein schon deshalb ist es gut, mit den Pressevertretern im Gespräch zu sein und sie für diesen Aspekt zu sensibilisieren. Andererseits vermeiden erfahrene Journalisten sowieso Übertreibungen. Zu grosse Sorgen sollten Sie sich nicht machen.

Mahnung, wann und wie Rechnungen mahnen?

Sollte eine Rechnung nicht fristgerecht bezahlt werden, sollte eine 1. Mahnung erfolgen. Diese wird, um die Patienten nicht vor den Kopf zu stossen, oftmals Zahlungserinnerung genannt.

Erfolgt weitere 15 bis 30 Tage keine Zahlung, so wird in der Regel eine 2. Mahnung verschickt, die eine Zahlungsfrist von wenigen Tagen ausweist.

In diesem Brief könnte, sofern gewünscht, dem Patienten auch Ratenzahlung vorgeschlagen werden.

Auf einem Antwortformular kann die betreffende Person angeben, in wie vielen verbindlichen Raten bis wann die Rechnung beglichen wird.

Spätestens hier empfiehlt es sich, den säumigen Zahler auch telefonisch zu kontaktieren – manche Leute reagieren einfach nicht auf Briefe, werden sich aber nach mündlicher Zusage verpflichtet fühlen und bezahlen.

Marketing: Sinn und Zweck in der Arztpraxis

Worum geht es beim Marketing der Arztpraxis?

Marketing betrifft die gesamte Aussenwirkung der Praxis. Also die Signale die durch Arzt, Mitarbeiter sowie Infrastruktur an die Umwelt gelangen.

Konkret besteht Praxismarketing aus der Ausstrahlung der Praxis selber, den Umgang mit Rückmeldungen von Patienten, aus den verschiedensten Publikationen der Praxis, der Zusammenarbeit mit Ärztekollegen und der Öffentlichkeitsarbeit.

Werbung ist nur ein ganz kleiner Aspekt des Marketings. Das Thema Werbung, in der Medizin verpönt, betrifft eigentlich nur einzelne Teilaspekte des Marketings, speziell die Öffentlichkeitsarbeit und die Publikationen für Patienten.

Auch mit einem äusserst zurückhaltenden Umgang mit Werbung kann eine Praxis viel Marketing betreiben.

Medikamentenabgabe ohne Selbstdispensation?

Auch ohne bewilligte Selbstdispensation ist die ärztliche Abgabe von Notfallmedikamenten erlaubt.

Beim Notfallsortiment sollte beachtet werden, dass die Definition von Notfallmedikation laut Zürcher Verwaltungsgericht strikt ist:

Es sei “vorab von einem engen Notfallbegriff … auszugehen: Ein Notfall “sei ein … akuter, lebensbedrohlicher Zustand, der durch Störung einer Vitalfunktion bewirkt wird oder bei dem die Gefahr plötzlich eintretender, irreversibler Organschädigung infolge Trauma, akuter Erkrankung oder Vergiftung besteht. … Als Notfall müssen aber auch Situationen anerkannt werden, in denen es darum geht, heftige Schmerzen, hohes Fieber oder vergleichbar schwerwiegende Symptome sofort zu behandeln beziehungsweise zu lindern.“

Medikamentenabgabe, wie organisieren?

Sobald Einkauf und Qualitätssicherung gewährleistet sind, muss sich der Praktiker um den Prozess der Medikamentenabgabe kümmern. Dabei geht es um die Frage, wer dem Patienten das Medikament abgibt und wie es ihm gegeben wird?

  • Der Arzt sollte seine Patienten fragen, ob sie die verordneten Medikamente gleich mitnehmen wollen oder lieber ein Rezept erhalten möchten.
  • Bei Wunsch nach direkter Medikamentenmitnahme ist zu organisieren, ob dieses dem Patienten jeweils vom behandelnden Arzt oder durch die Assistentin gegeben wird und wer die Instruktion macht. Die Abgabe durch den Arzt selber ermöglicht es auf Fragen direkt einzugehen, doch benötigt sie auch Zeit. Sie ist in der Regel von der kantonalen  Heilmittelbehörde vorgeschrieben – in der Praxis jedoch nur bedingt sinnvoll.
  • Bei Dauerrezepten, respektive wiederholtem Bezug kann die Abgabe ohne erneute ärztliche Konsultation direkt durch die MPA erfolgen, sofern die Abgabe entsprechend geregelt und dokumentiert ist. Sie können hier aber keine Konsultationsleistung verrechnen, die Beratung wird nur bei ärztlicher Tätigkeit abgegolten

 

Medikamentenlieferant, wie den richtigen Grossisten auswählen?

Die Wahl des richtigen Medikamentengrossisten ist für Praxen mit Selbstdispensation besonders wichtig. Grundsätzlich ist der Medikamenteneinkauf ihr grösster Kostenblock, der gut und gerne 40% ihrer Praxiskosten ausmacht.

Grundsätzlich darf Sie jede Apotheke beliefern, Sie müssen also nicht unbedingt zum Grossisten. Einige grössere Lieferanten helfen Ihnen aber auch schon bei Einrichtung der Praxis und Bereitstellung der Qualitätssicherung.

Bei solch hohen Einkaufskosten ist es nicht nur wichtig, dass Sie genau auf die Konditionen achten. Schauen Sie auch genau hin, bei wem sie kaufen. Beleifert ihr Grossist hauptsächlich Apotheken? Dann wird er sich kaum für den Erhalt der Selbstdispensation einsetzen.

 

Medizinalberuferegister, was ist das?

Der Staat führt ein sogenanntes Medizinalberuferegister, welches öffentlich über die homepage des BAG (www.bag.admin.ch) zugänglich ist. Der aktuell gültige, direkte Link zum Register lautet: http://www.medregom.admin.ch

Das Register umfasst Qualifikationen und erteilte Bewilligungen wie etwa diejenige zum Führen einer Praxisapotheke, aber auch allfällig verfügte disziplinarische Massnahmen wie etwa den Bewilligungsentzug.

Mehrarbeit, was ist das?

Die Mehrarbeit betrifft Angestellte im Teilzeitpensen, die über ihre Pensen hinaus arbeiten.

Eine MPA, die normalerweise 30 Stunden Montag bis Donnerstag arbeitet, leistet bei Ferienvertretung am Freitag Mehrarbeit, aber keine Überstunden, solange sie unter den betreibsüblichen 42 Wochenstunden bleibt.

Mehrarbeit kann in entsprechnder Freizeit oder mit einer einfachen Lohnzahlung über die geleisteten Mehrstunden kompensiert werden.

Ist im Vertrag mit einer MPA die in Teilzeit arbeitet aber eine maximale Arbeitszeit vereinbart, so gelten Arbeitsstunden, die über diese maximale Arbeitszeit hinausgehen als Überstunden und nicht Mehrarbeit.

Meldepflicht, wo besteht sie?

Folgende Diagnosen und Verdachtsdiagnosen sind meldepflichtig:

  • Aussergewöhnlicher Todesfall, konkret bei unklarer Todesursache oder nicht-natürlichem Tod. Der aussergewühnliche Todesfall ist Meldepflicht in allen Kantonen. Gemeldet wird an Polizei oder Untersuchungsbehörden.
  • Strafbare Handlungen gegen Unmündige. Die Meldepflicht basiert auf eidgenössisches Gesetz. Die Meldung erfolgt an die Vormundschaftsbehörden.
  • Ansteckende Krankheiten: Die Meldung erfolgt an Kantonsarzt oder Gesundheitsdepartement.

    Unter Nennung der infizierten Person (Vor- und Nachname) zu melden sind: Anthrax, Botulismus, Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, Diphtherie, Invasive Meningokokken-Erkrankung, Influenza A HxNy (neuer Subtyp) a, Masern, Pest, Pocken (Variola/Vaccinia), Poliomyelitis, SARS (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom), Tollwut , Tuberkulose, Tularämie, Virale hämorrhagische Fieber und Gelbfieber.

    Gewisse Krankheiten müssen rascher als andere gemeldet werden.

    Innerhalb eines Tages zu melden sind Diphtherie, Masern, Poliomyelitis Tollwut, Tularämie, Invasive Meningokokken, Gelbfieber und hämorrhagische Fieber.

    Innerhalb einer Woche zu melden sind Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, Malaria, Tetanus und Tuberkulose.

Melderecht und Meldepflicht, weshalb der Unterschied?

In berechtigten Fällen dürfen oder müssen behandelnde Ärzte ihr Berufsgeheimnis brechen.

Es wird unterschieden zwischen dem Melderecht, wo ein Arzt im mutmasslichen Interesse des Patienten Dritte informieren darf und der Meldepflicht, wo das Wohl und die Interessen der Öffentlichkeit gegenüber den möglicherweise anderen Patienteninteressen vorgehen.

Melderecht, wann besteht es?

Bei folgenden Diagnosen bestehen Melderechte.

  • Bei Verbrechen oder Vergehen gegen Leib, Leben und Sittlichkeit. Dazu gehören Sexualdelikte und Körperverletzung. Die Meldung hat an Polizei oder Untersuchungsbehörden zu erfolgen. Diese Vergehen sind allesamt in den Kantonen Nidwalden, Schwyz, Tessin, Uri und in schweren Fällen Basel Land meldepflichtig. In den anderen Kantonen besteht entweder teilweise Meldepflicht, Melderecht oder keine Regelung, wobei in beiden Fällen vom Interesse des Patienten ausgegangen werden muss.
  • Bei fahruntüchtigen Personen besteht Melderecht an Kantonsarzt oder Strassenverkehrsamt.
  • Bei Betäubungsmittel-Missbrauch besteht Melderecht an Behandlungs- und Fürsorgestellen.

Merkblätter für Patienten

Patienten sind immer dankbar für Merkblätter oder Checklisten. Zum Beispiel sind viele völlig vor den Kopf geschlagen, wenn sie ins Krankenhaus müssen. Eine allgemeine Checkliste mit den wichtigsten Dingen, an die sie denken müssen, und darüber, was sie organisatorisch im Krankenhaus erwartet, hilft.

Genauso nützlich ist eine Sammlung mit Namen und Anschriften von Selbsthilfegruppen zu bestimmten Erkrankungen oder von karitativen Einrichtungen.

MIGEL, was ist das?

Welcher Preis kann für jenes Verbrauchsmaterial nach TARMED dem Kostenträger in Rechnung gestellt werden, welches auf der Mittel- und Gegenständeliste MiGeL (Anhang 2, KLV) aufgelistet ist?

Gemäss der Generellen Interpretation GI-20 „Verbrauchsmaterialien und Implantate“ nach TARMED kann für Verbrauchsmaterialien, die in der Mittel- und Gegenständeliste MiGeL oder in Verträgen aufgeführt sind, maximal der Preis gemäss Preisangabe der Mittel- und Gegenständeliste MiGeL dem Kostenträger in Rechnung gestellt werden.

Achtung! Die Preisangaben in der Mittel- und Gegenständeliste MiGeL stellen Höchstpreise (inkl. MWST) dar. Ist der Einkaufspreis (inkl. MWST) niedriger als der Preis in der Mittel- und Gegenständeliste MiGeL, so darf dem Kostenträger maximal dieser Preis in Rechnung gestellt werden. Übersteigt der Einkaufspreis (inkl. MWST) des Materials die Preisangabe in der Mittel- und Gegenständeliste MiGeL, so stellt die Preisdifferenz Einkaufspreis (inkl. MWST) zu Preisangabe Mittel- und Gegenständeliste MiGeL eine Nicht-Pflichtleistung gemäss KVG dar. Diese Preisdifferenz kann dem Patienten, soweit die Preisdifferenz auf einer separaten Rechnung klar als Nicht-Pflichtleistung nach KVG deklariert ist (Art. 59 Abs.3 KVV), in Rechnung gestellt werden. Diese Spezialregel ist die einzige Ausnahme zu Art. 44 KVG „Tarifschutz“, Absatz 1.

Mitarbeitergespräch, Sinn und Zweck?

Früher unbekannt hält heute das jährliche oder periodische Mitarbeitergespräch in jeder Praxis Einzug.

Das Mitarbeitergespräch soll nicht primär der Kritik an der MPA dienen sondern Entwicklungsmöglichkeiten für die MPA aufzuzeigen – letztlich zum Nutzen der Praxis.

Ein fairer Beurteiler sollte sich laufend einen Überblick über die Leistung der MPAverschaffen, nicht nur kurz vor dem Gesprächstermin. Nur so ist eine angemessene Beurteilung möglich.

Nutzen Sie die Gelegenheit ruhig auch mal für ein allgemeines Lob an Ihre MPA.

Dass es in einigen wenigen Details vielleicht nicht ganz rund läuft, darüber soll ja gerade gemeinsam gesprochen werden.

Selbst wenn Vorgesetzt und ihr Team eigentlich ein recht gutes Verhältnis haben, stossen erstere mit Ihrem Vorhaben, im bestehenden Team Mitarbeitergespräche einzuführen, womöglich nicht gerade auf grosse Begeisterung. Besonders wenn es um Leistungsbeurteilungen geht, neigen Angestellte zu einer gewissen Abwehrhaltung; nicht selten werden Zweifel geäussert, dass man fair bewertet wird. Aber genau zur fairen Bewertung des Leistung des jeweiligen Gegenübers sind diese Gespräche da.

Falls eine MPA glaubt, dass ihre Leistung nicht angemessen gewürdigt wird, dann kann sie das in dem Gespräch darlegen. Wann ergibt sich im Praxisalltag denn schon einmal dafür die Gelegenheit? Höchstens wenn sich der Frust so angestaut hat, dass er in einen ordentlichen Wutausbruch oder in totale Arbeitsverweigerung mündet.

Eine Mitarbeiterbeurteilung sollte zumindest in Stichworten mündlich festgehalten werden. Damit wird ein Verleich im Folgejahr ermöglicht und der Fortschritt kann objektiviert werden.

Besonders Zielverinabrungen müssen schriftlich festgehalten werden und von beiden Seiten als Zeichen des Einverständnisses unterzeichnet werden, damit sie später als faire und objektive Grundlage zu Rate gezogen werden können.

Mitarbeitergespräch, was besprechen?

Das jähliche Mitarbeitergespräch lässt sich auch aufteilen, beispielsweise in ein reines Beurteilungs- und ein Zielvereinbarungsgespräch.

Da das Mitarbeitergespräch nur in längeren Abständen – zum Beispiel einmal im Jahr – stattfindet, sollte auch die gemeinsame Rückschau auf den vergangenen Zeitraum Platz haben.

Inhalte sind also beispielsweise:

  • Wie wurde die Leistung der Mitarbeiterin wahrgenommen, was hat sie gut gemacht und was weniger gut?
  • War die MPA ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt?
  • Waren die Zuständigkeiten im Team klar geregelt?
  • Wenn früher schon einmal ein Mitarbeitergespräch geführt wurde: Wurden die darin festgelegten Ziele erreicht? Wenn nein, warum nicht?
  • Ganz Mutige können auch sich auf den Prüfstand stellen: Wie war ich denn als Chef? Habe ich meine Führungsaufgaben, also „Informieren, Delegieren, Motivieren“, ordentlich gemacht?

Länger als maximal eineinhalb Stunden sollte ein Mitarbeitergespräch nicht dauern. Was bis dahin nicht gesagt ist, kann nicht so wichtig sein oder kann noch beim nächsten Mal vorgebracht werden. Wenn das Gespräch in der eigenen Praxis statt findet, dann sollte dies wenn möglich zu einer Zeit ausserhalb der Sprechstunde sein und der Anrufbeantworter sollte Störungen verhindern.

Mitarbeitergespräch, wie die Leistung eines Mitarbeiters beurteilen?

Damit eine Leistungsbeurteilung nicht aus dem Bauch heraus geschieht, sollten sich die Beurteiler sich die Zeit nehmen und eine Tabelle erstellen, in der alle erforderlichen fachlichen, sozialen und persönlichen Fähigkeiten eingetragen sind, die eine MPA ihrer Meinung nach haben muss.

Fachliche Fähigkeiten umfassen dabei zum Beispiel medizinische und diagnostische Hilfstätigkeiten wie Blutentnahme, EKG und das Wissen über Krankheitsbilder sowie die Verwaltung von Patientendaten.

Zu den sozialen Kompetenzen gehören vor allem die Kommunikations­ und Kontakt­ fähigkeit, Durchsetzungs­, aber auch Teamfähigkeit oder wie mit schwierigen Patienten umgegangen wird.

Persönliche Kompetenzen sind Freundlichkeit, Verhalten in Stress­Situationen und ähnliches.

Diese Tabelle sollte (unausgefüllt, als Gesprächsfaden) zur Vorbereitung auf das Gespräch auch für die Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Zu jedem Punkt tragen Beurteiler nun ein, auf welchem Niveau sich die MPA ihrer Meinung nach befindet und in weiteren Spalten, wie wichtig Ihnen diese Fähigkeiten sind und wo die Mitarbeiterin bis zum nächsten Mitarbeitergespräch optimal stünde.

Natürlich wird die MPA in dem einen oder anderen Punkt eine andere Bewertung haben. Die beurteilenden Vorgesetzten müssen dafür sorgen, dass das Ganze nicht in ein Streitgespräch mündet und konstruktiv über Verbesserungsbedarf gesprochen wird.

Eine Vorlage eines Beurteilungsbogens befindet sich auf der FMH Homepage.

Mitarbeitergespräch, wie neu einführen?

Mitarbeitergespräche einzuführen benötigt ein gewisses Fingerspitzengefühl. Praxisverantwortliche künden beispielsweise in einer Teambesprechung an, dass sie sich künftig einmal im Jahr ausführlich mit jeder einzelnen MPA unterhalten wollen. Sie erläutern warum Sie das wollen und was Sie sich davon erhoffen. Die sich daruas ergebende Diskussion ist enorm wichtig. Vielleicht haben ja auch die MPA Themenwünsche, die im Gespräch zur Sprache kommen sollen?

Die MPA sollten rechtzeitig zum Mitarbeitergespräch eingeladen werden, das heisst mindestens eine Woche im Voraus. Sie sollten auch über einen Gesprächsleitfaden verfügen, also wissen, welche Theme besprochen werden. So künnen sich beide Seiten optimal vorbereiten.

Mitarbeitersuche, Inserat oder Kombisuche?

Die Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten funktioniert nur in Ausnahmefällen mit einer einzigen Massnahme wie etwa einem Stelleninserat.

Ein regelrechte Suchstrategie mit einer Kombination von Suchmethoden ist eher erfolgsversprechend, besonders in einem Stellenmarkt wo freundliche und kompetente Fachkräfte Mangelware sind.

Die Stellenanzeige

Eine Stellenanzeige hat zweierlei Wirkungen. Sie macht nicht nur darauf aufmerksam, dass eine Arbeitsstelle angeboten wird. Durch den Inhalt, die Art der Formulierung und eben auch die optische Aufmachung gibt sie auch aufschlussreiche Hinweise auf den Stellenanbieter.

Motivierte MPA suchen sich Praxen aus, in denen sie Verantwortung und Handlungsspielräume kriegen, in denen Betriebsklima und natürlich auch die Arbeitgeberleistungen stimmen. Das sollte sich in der Anzeige widerspiegeln.

Stellen Sie sich und ihr Team in einem Inserat vor und wenn möglich beschreiben Sie, warum Sie eine neue MPA suchen, beispielsweise wegen dem Storch.

Das ist transparent und weist darauf hin, dass die bisherige Stelleninhaberin nicht aufgrund des schlechten Betriebsklimas die Praxis verlassen hat.

Sie suchen natürlich auch nicht einfach eine MPA, sondern eine, die aufgrund ihrer persönlichen Eigenschaften in Ihre Praxis passt. stellen Sie schon im Inserat einen Bezug zu speziellen oder gewünschten Eigenschaften und Kenntnissen her.

Benennen Sie die Anforderungen an die gesuchte neue MPA möglichst konkret. Sind neben den fachlichen Voraussetzungen besondere Sprachkenntnisse oder gute PC-Kenntnisse erforderlich? Zwar melden sich dann vielleicht nicht ganz so viele Kandidatinnen, als wenn Sie sehr im Vagen geblieben wären, dafür ist unter den vier, die sich melden, aber mit grösserer Wahrscheinlichkeit genau die Passende für Ihre Praxis dabei.

Die Kombisuche

Alternative Suchmethoden zum Inserat brauchen zwar meist etwas Phantasie und Mut, sind aber oftmals Erfolgstragend.

  • Haben Sie in Ihrer Praxis schon Lernende ausgebildet, die gerne in die Praxis zurückkehren möchten? Haben ihre MPA vielleicht eine Kollegin, die gerne in ihr Team wechseln würde?
  • Haben Ihre Kollegen vielleicht eine Lehrabgängerin, die sie empfehlen würden? Wenn ja, machen Sie aber auch gleich ab, dass sie diese bei Bedarf dann nicht einfach wieder zurückholen. Jedenfalls nicht hinter ihrem Rücken.

MPA Ausbildung, wozu?

Es gehört es zu einer vorausschauenden Personalplanung, auf Nachwuchskräfte zu setzen. Mit Auszubildenden kann man sich ganz gezielt einen Puffer aufbauen, wenn sich am Horizont Lücken im Team auftun. Ältere MPA, die bald kürzertreten wollen, jüngere MPA mit Kinderwunsch oder Umzugsplänen. Eine vorausschauende Planung baut sich daher den Ersatz selbst auf durch Ausbildung. Zur Verfügung steht dann rechtzeitig eine fachlich gut ausgebildete Kraft, die die Praxis schon in- und auswendig kennt und beizeiten in die Lücke springen kann.

Selbst wer die Auszubildende nach dem Abschluss nicht übernehmen kann, sorgt mit einer guten Anleitung dafür, dass sie auf dem Arbeitsmarkt zu einer gefragten Kraft wird, und trägt letztlich mit dazu bei, dass die Qualität der ärztlichen Versorgung hoch bleibt. In wirtschaftlich oder persönlich schwierigen Zeiten überlegt sich zwar so mancher Praxisinhaber, ob eine Auszubildende eingestellt werden soll. Doch Kollegen, die sich zur Ausbildung bekennen, bekräftigen immer wieder, dass Ausbildung wichtig ist, Spass macht und frischen Wind in die Praxis bringt.

Siehe dazu das Weissbuch MPA Ausbildung

Mutterschaftsentschädigung; wie funktioniert sie?

Wer ist Mutterschaftsversichert?

Versichert sind Frauen, die zum Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes entweder Arbeitnehmerinnen sind, oder selbständig Erwerbende sind, oder im Betrieb des Ehepartners oder der Familie mitarbeiten. Auch Frauen, die arbeitslos sind und Taggelder der Arbeitslosenversicherung beziehen, oder wegen Krankheit, Unfall oder Invalidität arbeitsunfähig sind und deswegen Taggeldleistungen einer Sozial- oder Privatversicherung beziehen, sind versichert.

Wie hoch ist die Mutterschaftsebtschädigung?

Die Höhe der Mutterschaftsentschädigung beträgt 80% des vor der Niederkunft erzielten durchschnittlichen Erwerbseinkommens. Die Entschädigung beträgt jedoch höchstens 172 Franken pro Tag. Einen Mindestsatz gibt es nicht. Das Taggeld kann somit, je nach Lohnniveau und Beschäftigungsgrad, sehr niedrig ausfallen.

Wer hat Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung?

Der Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung entsteht, wenn die Anspruchsberechtigte während neun Monaten unmittelbar vor der Geburt des Kindes im Sinne des AHV-Gesetzes obligatorisch versichert war und auch, wenn sie in dieser Zeit mindestens fünf Monate lang eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat.

Der Anspruch dauert 14 Wochen bzw. 98 Tage und endet vorzeitig, wenn die Mutter die Erwerbstätigkeit während dieser Zeit ganz oder teilweise wieder aufnimmt.

Siehe auch: 1. Säule

Nebenverdienste neben der Praxis. Was gibt’s?

Obwohl ein Niedergelassener in der Schweiz einen Grossteil der Einnahmen durch Leistungen zu Lasten der Krankenversicherung erbringt, ergeben sich zahlreiche weitere Einnahmequellen, je nach Lust, Fähigkeit und Zeit. Beispiele sind:

  • betriebsärztliche Tätigkeit
  • Gutachten
  • Gesundheitsberatungen für Institutionen
  • Notfalldienste in Walk-in Praxen
  • Operationsassistenz
  • Verkauf medizinischer Präparate
  • Referate
  • Gesundheitsprojekte mit privater oder öffentlicher Trägerschaft

Netzwerk; was bringt ein Ärztenetzwerk?

Gemeinsam sind wir stark lautet das zumindest implizite Motto eines jeden Ärztenetzwerkes.
Durch geregelte Zusammenarbeit können niedergelassene Kolleginnen und Kollegen in die kontinuierliche Verbesserung von Effizienz und Qualität sowie die Sicherstellung einer leistungsgerechten und kalkulierbaren Honorierung für ihre erbrachten Leistungen investieren.

Ein gutes Netz trägt folglich dazu bei, die Kommunikation zwischen den ambulant tätigen Netzmitgliedern zu verbessern. Es trägt auch dazu bei, die Kommunikation zwischen Praxis und Spital und die Kooperation bei der Behandlung gemeinsamer Patienten zu fördern.

Unnötige Doppeluntersuchen und Zeitverluste werden vermieden, Spitaleinweisungen durch Optimierung der ambulanten Behandlung eingespart.
Weiter bringen Netzwerke betriebswirtschaftliche Vorteile durch Sammeleinkäufe und die gemeinsame Nutzung medizinischer Geräte.

Sie helfen auch Struktur und Honorarverträge mit den Krankenkassen für die beteiligten Gesellschafter abzuschließen.

Notfallpflicht laut Medizinalberufegesetz, was ist gemeint?

Die Notfallpflicht besteht aus zwei Teilpflichten:

1. Teilnahme an den kantonal organisierten Notfalldiensten, mit wenigen kantonal geregelten Ausnahmen.

2. Beistandspflicht in Notfallsituationen. Im Gegensatz zu Laien sind Ärzte nicht nur in akut lebensbedrohlichen Situationen beistandspflichtig, sondern auch bei umgehend benötigter Hilfe, sofern diese dem Arzt zumutbar ist.

Diese Einschränkung der Zumutbarkeit bedeutet in der Praxis meist, dass Hilfe geleistet werden muss, sofern man nicht sich oder andere dadurch ernsthaft gefährdet.

Patientenbefragung, Auswertung

Wenn die Beragung beendet ist und die Auszählung abgeschlossen ist, zeigen sich neben zweifellos viel Lob erfahrungsgemäss auch die grossen und kleinen Baustellen in der Praxis.

Eine aus­gedehntere Teambesprechung könnte der Rahmen sein, um diese Baustellen die die Patienten bemängelt haben erst einmal zu benennen und dann zu beschliessen, an welche man zuerst ran­ gehen will.

Wenn Sie zeigen wollen, wie wichtig Ihnen diese Umfrage ist, dann können Sie die Ergebnisse und eventuell auch die geplanten Massnahmen auf einem Poster im War­tezimmer aushängen.

Patientenbefragung, Logistik

Wenn Sie die Fragebögen erstellt haben, sollten Sie diese nicht im Wartezimmer auslegen und darauf hoffen, dass sie ausgefüllt werden.

Geben Sie den Patienten beim Empfang einen in die Hand, mit dem Hinweis, dass es sich um eine anonyme Umfrage handelt.

Gesammelt werden die Bögen in einer neutralen Box.

Sie sollten die Aktion zeitlich begrenzen, mit einer Laufzeit über etwa einen Monat, je nachdem, wie viele Patienten befragt werden sollen.

100 Fragebö­gen sind aber ein Minimum für aussagekräftige Ergebnisse.

Patientenbefragung, wie vorbereiten?

Vorbereitung ist die Basis des Erfolgs für Patientenbefragungen. Sie können Fragebögen schon fertig bedruckt in gewünschter Stückmenge kaufen oder Vorlagen unbearbeitet ausdrucken. Sie können sie auch ganz individuell auf die Praxis zugeschnitten von einem Praxisberater konzipieren lassen. Der Vorteil liegt hier natürlich im Rundumservice. Die fertigen Fragebögen müssen nur noch an den Pa­tienten gebracht werden.Auch das Internet bietet Anregungen für Fragebögen die Sie für Ihre Zwecke verwenden können. 

Im Rahmen einer Teambesprechung können Sie und Ihre MPA darauf basieren einen Fragebogen entwickeln, der genau das abfragt, was Sie wissen wollen.

Oder Sie stellen ein Team unter Ihren MPAs zusammen, das die Arbeit weitgehend übernimmt.

Weil Ihre Mitarbeiterinnen die Hauptlast der ganzen Arbeit tragen, ist es wichtig, dass Sie ihnen das Heft auch weitgehend in die Hand geben. So eine Umfrage will gut formuliert und auch so ge­staltet werden, dass sie optisch ansprechend ist.

Gerade wenn es um Fra­gen wie nach der Freundlichkeit des Praxisteams geht, fürchten manche schlechte Bewertungen, die auf sie zurückfallen könnten. Hier müssen Sie als Chef verdeutlichen, dass es bei einer Befragung nicht darauf ankommt, einzelne Mitarbeiterinnen in die Pfanne zu hauen, sondern dass es ganz einfach um strukturelle Defizite geht, denen es auf die Spur zu kommen gilt. Ausserdem können Sie ja mit gutem Beispiel vorangehen: Warum nicht die Patienten um ihre Meinung über den Doktor bitten? Aller­dings kann man davon ausgehen, dass die meisten zufrieden mit ihm sind – sonst hätten sie ja schon die Praxis gewechselt. Eine entsprechende Frage nach der Zufriedenheit mit dem Arzt wird erfahrungsgemäss meist mit „sehr zu­ frieden“ beantwortet, bringt daher nicht so viele neue Erkenntnisse. Sinnvoll hingegen könnte aber die Frage sein, wie verständlich er denn die Dinge erklärt.

Patientenbefragung, Wiederholung

Um Entwicklungen zu sehen sollten Sie Patientenbefragung regelmässig durchführen. So lassen sich Trends able­sen und es lässt sich feststellen, ob sich eine Veränderung in der Patientenwahrnehmung bereits niedergeschlagen hat.

Gefährlich aber, alle Jahre wieder nach den Wartezeiten zu fragen und gleichzeitig keine Anstrengungen zu unternehmen, hier etwas zu verändern. Da fühlt sich der Patient irgendwann verschaukelt.

Patientenbefragung, wozu ist sie gut?

Wenn Sie wissen wollen, ob und wie Veränderungen oder organisatorische Schwach­stellen in Ihrer Praxis wahrgenommen werden, dann fragen Sie doch einmal die Patienten selbst.

Genau aus diesem Grund sind Patientenbefra­gungen ein überaus wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements und ein wertvolles Feed­backinstrument, dessen Einsatz sich für Sie lohnen kann.

Ganz elegant können Sie nebenbei Ihrem Patienten das Gefühl geben, dass seine Per­ son und seine Meinung Ihnen wichtig sind.

 

Patientenbefragungen, welche Fragen?

Ein Fragebogen mit Dutzenden von Fragen muss nicht zwangsläufig auch viele nützliche Infor­mationen liefern. Ein zu langer Fragebogen birgt auch die Gefahr, dass der Patient irgendwann die Lust verliert, das Fragespiel mitzuspielen.

Das passiert Ihnen nicht, wenn Sie folgende Tipps beherzigen.

1. Beantworten Sie sich selbst zunächst die Frage: Welches Ziel verfolgen wir eigentlich mit der Patientenbefragung? Entsprechend werden die Fragen formuliert.

2. Verfassen Sie eine Anrede und kurze Erklärung, warum Sie die Umfrage durchführen.

3. 15 Fragen sind die Obergrenze. Wählen Sie eine gut lesbare und genügend grosse Schrift für ältere Patienten.

4. Geben Sie den fertigen Fragebogen am besten einigen Test­lesern zur Überprüfung.   

Pensionskasse; wer wählt sie aus?

Mit einem Stellenwechsel ist meist auch ein Wechsel der Vorsorgeeinrichtung verbunden, denn der Betreib wählt die Pensionskasse seiner Mitarbeiter aus.

Beim Austritt aus einem Betrieb entsteht ein Anspruch auf das Freizügigkeitsguthaben. Dieses entspricht den für die versicherte Person einbezahlten Sparbeiträgen (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge), den möglicherweise eingebrachten Freizügigkeitseinlagen sowie Zinsen.

Der Freizügigkeitsanspruch muss auf die Vorsorgeeinrichtung des neuen Arbeitgebers übertragen werden.

Personalwesen der Arztpraxis, wo anfangen?

Das Personalwesen ist für Mediziner intuitiv in etwa so verständlich wie eine Uhrmechanik. Man sieht, dass sich etwas bewegt und das die Teile irgendwie zusammenhängen.

Es ist dem Arzt klar, dass das Ziel ein funktionierendes Team ist, aber weder Studium noch Weiterbildung hätten sich auch nur eine Sekunde den Menschen gewidmet, ohne die eine Arztpraxis nicht funktionieren kann!

Das Personalwesen kann als Laufbahn der Mitarbeiter in der Praxis betrachtet werden. Vom ersten Blick auf ein Stelleninserat bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses dreht sich im Personalwesen alles um die geltende Arbeitsbeziehung zwischen Mitarbeiter und Praxisinhaber.   Suchen Sie deshalb hier alle FAQ mit dem Begriff „Personal“ und Sie werden viel neues entdecken. Gegen Ende der Lektüre passen aber alle Teile zusammen.

Poster in der Praxis, Verwendung

Poster in der Praxis sind immer Blickfänger, die die Aufmerksamkeit des Wartenden auf sich ziehen. Besonders wenn sie optisch gut gemacht sind und interessante Inhalte bieten.

Typischerweise werden Poster besonders gerne im Wartezimmer genutzt, um auf aktuelle Aktionen oder Neuerungen in der Arztpraxis hinzuweisen.
Man kann sie aber auch im Eingangsbereich oder selbst im Sprechzimmer gut aufhängen, wenn sich dort länger Patienten aufhalten.

Sie müssen aber daran denken, die Poster von Zeit zu Zeit zu ändern. Wenn der Stammpatient seit Jahren in die Praxis kommt und immer aufs gleiche Poster guckt, dann geht der lnformationswert verloren.

Sofort abgehängt werden sollten Poster, an denen schon sichtbar der Zahn der Zeit nagt.
Für den professionellen Auftritt ist auch die Art der Aufhängung wichtig: Bitte nicht mit Reißzwecken oder Tesafilm an der Wand befestigen, sondern aufziehen lassen oder mit Leisten aufhängen. Sind Plakate es nicht wert, in einem Rahmen untergebracht zu werden, dann sind sie es wahrscheinlich nicht einmal wert, überhaupt aufgehängt zu werden.

Praxisassistent, Assistenzarzt in der Praxis: wozu?

Ein Praxisassitenz bringt Freude und Arbeit in die Praxis. Gerne stellen sich erfahrene Praktiker während einigen Monaten als Lehrmeister für angehende Hausärztinnen und Hausärzte zur Verfügung. Insgeheim hoffen einige, auf diesem Weg noch einen Nachfolger zu finden.

Eine Praxisassistenz bedeutet neben der Abwechslung für das Team und der teilweisen Entlastung für den Praxisinhaber zunächst aber auch viel Arbeit mit sich.

Wie wird die Sprechstunde mit Praxisassistent organisiert? Liegen die Bewilligungen vor? Ist die Praxis genügend gross und eingerichtet für eine parallele Sprechstunde? Wie wird die Zusammenarbeit Praktiker- Assistent und Team geregelt.

Über die meisten dieser Fragen gibt der Lehrpraktikerkurs des WHM-FMF Auskunft. Eine wichtige Quelle für Informationen sind auch Kolleginnen und Kollegen, die bereits Erfahrung mit Praxisassistenten haben.

Praxisassistent, wie finden?

Praxisassistenten lassen sich sicher einfacher als Praxisnachfolger finden.

Trotzdem kann die Suche nicht unerheblichen Aufwand bedeuten.

Lassen Sie zunächst relevante Stellen wissen, dass in einer Praxis Praxisassistenten willkommen sind und dass der betreffende Art als Lehrpraktiker tätig sein möchte. Informiert werden sollten

  • Chefärzte der lokalen Ausbildungsspitäler
  • Ärztegesellschaften

Weiter können auch Stelleninserate geschaltet werden. Gratis geht dies auch auf www.docwork.ch

 

Praxisassistenz durch Assistenzarzt; Bedingungen und Finanzierung

Die temporäre Mitarbeit eines Praxisassistenzarztes unterliegt wie jede Arbeit gewissen Rahmenbedin­gungen.

Zunächst muss eine kantonale Bewilligung vorliegen.

Einerseits ist dies eine Assistentenbewilligung und andererseits, falls mit zunehmender Praktikumsdauer der Praxisassistenzarzt auch einzelne Tage in der Praxis ganz übernimmt, sollte auch eine Stellvertreterbewilligung vorliegen.  Und hier spätestens ist der Lehrpraktikerkurs Voraussetzung, angeboten durch die Stiftung zur Förderung der Weiterbildung in Hausarztmedizin (WHM). www.whm-fmf.ch

 

Das Programm Praxisassistenz der Stiftung wird durch Spendengelder finanziert, wobei diese Gelder ausschliesslich von Ärzten kommen. Jedes Mitglied der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) bezahlt jährlich einen zweckgebundenen Beitrag von 25 Franekn und jedes Mitglied der drei Grundversorger-Fachgesellschaften Schweizerische Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SGAM), für Innere Medizin (SGIM) und für Pädiatrie (SGP) trägt zusätzlich Franken bei.

Mit dem von der Ärzteschaft aufgebrachten Geld können jährlich rund 50 Praxisassistenzen welche rund 200 Praxisassistenz-Monaten zu 100% entsprechen mitfinanziert werden.

Ausserdem werden mit den Spendengeldern die Beratung der Assistenzärzte und Lehrpraktiker, die Lehrpraktiker-Kurse sowie die Administration des Programms finanziert.

Nebst dem Praxisassistenz-Programm der Stiftung WHM existieren diverse kantonale Projekte und Programme oder es sind zumindest solche geplant.

Zwar können in den meisten Kantonen nur einige wenige Praxisassistenzstellen angeboten werden, die finanziellen Bedingungen für Assistenzart durch einen höheren ausbezalten Lohn und für Lehrpraktiker durch geringere Beteiligung an den Lohnkosten des Assistenzarztes sind jedoch besser als im WHM-Programm.

Deshalb wird empfohlen, sich zunächst bei kantonalen Projekten und Programmen zu erkundigen, ob allenfalls noch eine Praxisassistenzstelle zu vergeben ist.

Praxisbewilligung, was sind die Grundvoraussetzungen?

Um in der privaten Praxis tätig zu werden, ist eine kantonale Bewilligung erforderlich.

Diese ist eine polizeiliche Bewilligung und berechtigt lediglich zur Berufsausübung im Kanton. Die Anerkennung durch die Krankenkassen mit entsprechender Leistungsvergütung ist eine separate Sache.

Die Voraussetzungen zur kantonalen Praxisbewilligung (meist Berufsausübungsbewilligung genannt) ergeben sich aus den Medizinalberufegesetz und verlangen kumulativ: eidgenössisches oder als gleichwertig anerkanntes ausländisches Arztdiplom, eidgenössischer oder als gleichwertig anerkannter ausländischer Weiterbildungstitel, Vertrauenswürdigkeit durch guten Leumund, physische und psychische Voraussetzung zur einwandfreien Berufsausübung, also keine einschränkenden Krankheiten oder Gebrechen sowie Kenntnis der am jeweiligen Ort gesprochenen Amtssprache oder Landessprache.

Obwohl diese Vorgaben eidgenössisch und bindend sind, können Kantone in begründeten Fällen, sei dies bei Unterversorgung oder im universitären Umfeld davon abweichen.

Die oben genannten Voraussetzungen sind unabhängig vom so genannten Ärztestopp. Dieser ist eine Massnahme, die primär Nicht-Grundversorgern wieder ab Frühling/Sommer 2013 eine Tätigkeit in der eigenen Praxis erschweren soll.

Praxisbewilligung; ist ein Entzug möglich?

Die Praxisbewilligung (Berufsausübungsbewilligung) kann von der kantonal zuständigen Stelle auch entzogen werden.

Dies, wenn sich herausstellt, dass die Erteilung unter falschen Voraussetzungen erfolgte oder diese Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind.

Das Entzugsverfahren dient also letztlich dem öffentlichen Interesse des Schutzes der Patientinnen und Patienten.

Praxisbroschüre: Gestaltung, Auflage, Distribution

Das Flaggschiff in Sachen Patienteninformation ist die Praxisbroschüre. Wenn ein Medium das Potential hat, die eigene Arztpraxis ins rechte Licht zu rücken, dann dieses handliche Faltblatt.

Die Broschüre bietet einen Überblick aller wichtigen Informationen, die der Patient wissen muss, und sollte in keiner Praxis fehlen.

Folgendes sollte in der Praxisbroschüre stehen:

  • Praxisname
  • Anschrift
  • Anfahrtsplan
  • Kurze Vorstellung des Leistungsspektrums.
  • Foto Ärzte
  • Begrüssungstext
  • Praxisphilosophie
  • Vorstellung des Praxisteams
  • Besondere Qualifikationen
  • Sprachkenntnisse
  • Sprechstundenzeiten mit gegebenenfalls Hinweis zur Terminvereinbarung oder auf Sondersprechstunden z.B. für Teenager, Berufstätige

Wählen Sie beim Druck der Broschüre lieber nicht so grosse Auflagen, auch wenn die Kosten pro Druckexemplar höher sind, damit Sie sich die Möglichkeit erhalten, diese regelmäßig aktualisieren zu können. Denn wenn der Patient aber das Gefühl hat, eine veraltete Broschüre in der Hand zu halten, dann macht dies wiederum keinen so guten Eindruck.

Besonders serviceorientierte Arztpraxen verschicken die Praxisbroschüre mittlerweile auf Wunsch per Post an Neupatienten nach der Terminvereinbarung am Telefon. Das ist auch erlaubt, denn nur an Dritte dürfen Sie Ihre Informationen, etwa als Postwurfsendung, nicht verschicken. Um den Aufwand gering zu halten, sollten Sie die Anrede im Text so formulieren, dass sie auch dann passt, wenn der Patient die Broschüre erst an der Anmeldung erhält.

Praxisdesign, wo anwenden?

Das Praxisdesign betrifft neben dem Logo zusätzlich die Schriftart, die für alle Publikationen verwendet wird, und das einheitliche Layout dieser Publikationen. Im Extremfall sieht der Patient von Weitem einen Flyer und ohne ihn gelesen zu haben, weiss er, dass es nur eine Information aus Ihrer Praxis sein kann.

Das Design beschränkt sich nicht nur auf Bedrucktes, sondern das darin festgelegte Farbkonzept kann in den Praxisräumen wieder aufgenommen werden, als Beispiel in der entsprechenden Raum- oder Teppichfarbe.

Praxisdesign: Weshalb Logo und Briefschaften?

Die Verwendung eines eigenen Designs mit Logo dient dazu, dass Sie als Arzt Ihr Image schärfen und ein unverwechselbares Bild der Praxis erzeugen.

Es klingt zwar etwas seltsam, aber wenn Sie sich dafür entscheiden, dann erhoffen Sie sich wie bei einer Marke einen hohen Wiedererkennungswert.

Solche Worte sind für viele Ärzte gewiss eine echte Zumutung.

Zwar gab es schon immer Kollegen, die auch früher in Sachen Marketing aktiv waren und die Grenzen der Standesordnung auszuloten wussten.

Aber es geht gar nicht um irgendetwas marktschreierisches oder aufdringliches – was Ihnen ja sowieso verboten ist. Die Entwicklung eines sogenannten Corporate Design ist etabliert und bringt klare Vorteile.

Auch wenn es keinen direkten Zusammenhang zur Medizin gibt, steht ein gutes, durchdachtes Design von Logo und Kommunikationsmitteln für den Betrachter für ein hohes Mass an Organisationskompetenz und Gründlichkeit bis ins letzte Detail – und damit für Professionalität und Qualität.

Praxiseingang, worauf achten?

Den Eingangsbereich einer Praxis beurteilen Sie nach folgenden Kriterien:

  • Wie freundlich und angenehm ist der Bereich gestaltet?
    • Stimmt die Beleuchtung?
    • Wie riecht es?
    • Ist alles ordentlich?
    • Welcher Stil herrscht vor, welche Farben?
    • Ist die Raumtemperatur angenehm?   
  • Wie einladend ist der Praxisempfang?
  • Ist Diskretion gewahrt?
  • Finden Ihre Patienten auf Anhieb Wartezimmer, Sprech­zimmer oder Toilette? 

Zusammenfassend geht es um folgende Frage:
Wie ist der erste Gesamteindruck der Praxis?

 

Praxiseröffnungsinserat, was gehört drauf?

Sinn und Zweck eines Praxiseröffnungsinserates ist es Patienten zu gewinnen und die Praxis bekannt zu machen.

Deshalb muss mindestens die Information vorhanden sein, wo die Praxis ist und ob sie (zumindest implizit) Patienten annimmt. Weiter ist es wichtig, dass, falls Sie ein optisches Erscheinungsbild mit Logo, Farben und Schriften haben, dass dieses auch angewendet wird.

Relevant für die Patienten sind die Öffnungszeiten.

Damit Kollegen und Laien sich ein Bild von der vermutlichen Kompetenz des neuen Arztes machen können, gehört in das Inserat auch der berufliche Werdegang der Ärztin unter Angabe der geführten Facharzttitel und Fähigkeitsausweise sowie der jeweilige Zeitpunkt des Erlangens.

Sie können und dürfen ein solches Inserat ruhig zweimal nacheinander und in mehreren Zeitungen publizieren.

Praxisinspektion: Wozu die eigene Praxis begehen?

Die Praxisinspektion ist ein probates Mittel, um den Erbringungsort ihrer Dienstleistung Medizin zu beurteilen.

Versuchen Sie die Praxis doch mal durch die Augen ihrer Patienten zu sehen, und Ihnen werden die Augen aufgehen.

Die Einrichtung und der Unterhalt ihrer Praxis sind nicht bloss Beigemüse zur Medizin, sondern sie bilden für die Patienten einen ganz wesentlichen Bestandteil des Erlebens der Konsultation. Nebenbei wird die Praxisinfrastruktur auch als Beurteilungskriterium für die gebotene Qualität hinzugezogen. Nicht jeder erkennt auf die Qualität von Anamnese, Diagnose und Therapie auf den ersten Blick.

Nehmen Sie zu Begehung doch einen Notizblock zu Hand und notieren Sie alles, was Ihnen auffällt.

Bestens bewährt hat sich auch der Blick durch die Kamera. Durch die fremde Darstellung wird ihnen vieles auffallen.

Praxislogo, wie anwenden?

In der Arztpraxis besteht ein Design normalerweise aus dem Praxislogo und eventuell einer Praxisfarbe, verbunden mit einer dahinter stehenden Philosophie.

Agenturen bieten bereits fertige Logos für Arztpraxen an, die Sie nur noch kaufen müssen. Etwas kostspieliger als diese Logos von der Stange sind individuell vom Grafiker entworfene Logos, die Ihrem Praxisimage vermutlich eher entsprechen.

Das Logo kann auf Briefbögen, Patienteninformationen, Visitenkarten, Praxisbroschüre, Wartezimmerposter und vielen weitern Medien zum Einsatz kommen.

 

Praxismedien: Professionell texten und gestalten

Selbst texten oder doch lieber den Experten machen lassen?

Heute wird auf Gestaltung und Optik erheblich mehr Wert gelegt und so stellt sich schon die Frage: Soll ich meine Praxisbroschüre selbst gestalten oder lieber eine Agentur ranlassen?

Das ist letztlich eine Frage der Kosten. Denn Sie müssen in jedem Fall mit vierstelligen Beträgen rechnen, wenn Werbeexperten Ihre Informationsmedien erstellen. Von einer Agentur konzipierte Broschüren strahlen zweifellos mehr Professionalität aus – sie dürfen natürlich nicht zu sehr nach Reklame aussehen, aber das berücksichtigen auf Arztpraxen spezialisierte Unternehmen sowieso.

Ehrlicherweise muss man auch zugeben, dass nicht jedem Laien das Gestalten gegeben ist. Auch wenn selbst konzipierte Drucksachen sehr sympathisch sein können, wenn man ihnen das Bemühen um den Patienten ansieht. Das kommt auch auf die Patienten an, die Sie haben oder haben wollen.

Vielleicht ist einer Ihrer Patienten Texter oder Grafikprofi – fragen Sie ihn doch nach einem Kostenvoranschlag.

Praxismedien: Rechte an Bildern

Die Bildverwendug in Praxismedien ist ein sehr heikles Thema. Den immensen technischen Möglichkeiten von Digitalkamera und Bild-Suchmaschine stehen Persönlichkeits- und Urheberrechtsschutz entgegen.

Sie können auch nicht einfach Ihre MPA ablichten und ins Netz stellen, ihr Arbeitsvertrag und Stellenbeschreibung sehen dies sicher nicht vor.

Beim Persönlichkeitsschutz ist es also wichtig, dass sie das Einverständnis der abgelichteten Personen haben. Bei Kindern müssen sie die Eltern um Einverständnis bitte. Die Leute müssen auch wissen, wozu sie ihr Einverständnis geben – ihre Praxiswebsite ist nicht dasselbe wie Facebook. Halten Sie sich unbedingt an einmal getroffene Vereinbarungen.

Sie dürfen auch nicht Bilder im Internet zusammensammeln. Es gibt aber spezialisierte Bildagenturen, die Ihnen Bider zur Verwendung vermieten. Das heisst sie bezahlen einige wenige Franken oder Euro, um ein Bild in ihre Website oder Praxisbroschüre einzubinden. Hier haben Sie nun auch die Rechte dazu erworben.

Ganz nebenbei sind solche Agenturbilder auch von professioneller Qualität. Achten Sie aber darauf, dass ihre Bildwelten nicht zu austauschar wirken und einen Zusammenhang mit ihrem Textinhalt haben.

Mit dem Stichwörtern „Bildmiete“ und „Agenturbild“ finden Sie rasch das richtige Angebot. Achten Sie auf die Preise. Von gratis bis horrend teuer ist das ganze Spektrum vertreten.

Praxismedien: Wozu dienen Praxiszeitung, Praxiswebsite und Praxisbroschüre?

Eigene Medien wie eine Praxisbroschüre, die Website oder sogar eine Praxiszeitung sind eine gute Möglichkeit ihren Patientinnen und Patienten Informationen zur Verfügung zu stellen, die idealerweise die Konsultation vereinfachen.

In ihren Medien können sie Informationen über die Praxis, Gesundheitspolitik , Medizin und auch über sich und das Team bereitstellen.

Die Medien helfen Ihnen, Ihre Nachricht zu vermitteln, ohne das sie jedes mal alles genau wiederholen müssen.

Praxisnewsletter, Aufwand, Spam

Ein informativer Newsletter über saisonale Krankheiten oder Praxisupdates kann für Patienten interessant sein.

Unterschätzen Sie aber nicht den Aufwand einer regelmässigen Publikation.

Beachten Sie auch, dass Empfänger sich an- und vor allem auch einfach abmelden können, denn dies fordert die Anti-Spam Gesetzgebung.

Praxisnotfälle, wie sich auf existenzbedrohende Situationen in der Praxis vorbereiten?

Notfälle und Arbeitsausfälle können eintreten. Je besser sie vorbereitet sind, desto weniger schlimm ihre Folgekosten.

Wenn der einzige Praktiker ausfällt, ist das eine wirtschaftliche Katastrophe. Gut wäre es, wenn bereits ein Vertreter festgelegt werden könnte, eventuell ein befreundeter bzw. bekannter Arzt. Denn je schneller die Praxis weiterlaufen kann, desto geringer sind die Patientenabwanderung und der damit einhergehende Praxiswertverlust.

Bei Gemeinschaftspraxen sollten immer auch die Interessen des Praxispartners einbezogen werden. Es kann zum Beispiel nicht schaden, wenn sich die Partner auch schon einmal nach einem Sachverständigen zur späteren Ermittlung des Praxiswertes umsehen. Auch eine plötzliche Erkrankung oder ein Unfall des Praxisinhabers kann viele Fragen aufwerfen. Was passiert mit dem laufenden Praxisbetrieb? Existieren Vollmachten, damit die Ehefrau z.B. auf das Bankkonto zugreifen kann? Welche Schritte sind überhaupt zu unternehmen?

Auch die plötzliche Geschäftsunfähigkeit des Arztes kann schnell zur Katastrophe für seine Familie werden: Hat der Arzt keine Vorsorge bezüglich Betreuungsregelungen getroffen, müssen die Angehörigen komplizierte Wege beschreiten. Rechtsanwälte berichten wiederholt aus ihrer Beratungserfahrung, dass – wenn der Partner plötzlich verstirbt – die Ehefrau (noch überwiegt die Zahl der männlichen Praxisinhaber) nicht selten vor einer Blackbox steht: Sie erfährt möglicherweise zum Beispiel von Verbindlichkeiten, die ihr Mann ihr gar nicht mitgeteilt hat. In gesunden Zeiten sollte man vorsorgen und Vollmachten festlegen, damit die Hinterbliebenen im Ernstfall handlungsfähig sind. Damit die Angehörigen und / oder Nachfolger nicht einfach vor dem Nichts stehen, empfiehlt es sich eine „Notfallmappe“ anzulegen.

Eine Notfallmappe ermöglicht bei Ausfall des Betreibsinhabers diesen so gut wie möglich weiterzuführen.

Das gehört in die Notfallmappe:

  • Eine aktuelle Liste des Praxisinventars
  • Die letzten drei Jahresabschlüsse
  • Der Praxisspiegel des Trustcenters
  • Die Auflistung der Versicherungen mit Angabe zu Laufzeit und Kündigungsfristen
  • Leasingverträge
  • Mietverträge
  • Wartungsverträge
  • Kontenauflistung
  • Zusammenstellung aller LSV Einzugsermächtigungen und Daueraufträge
  • Vermögensaufstellung
  • Verträge mit den Mitarbeitern (zumindest als Kopie)
  • Wichtige Adressen: Treuhänder, Rechtsanwalt,Versicherungsmakler, Zulieferer (z.B. Labors, Apotheken)
  • Unter Umständen Adressen bekannter Praxisvertreter
  • Ein Testament

Praxisorganisation, was steckt dahinter?

Wie wird eine Praxis organisiert, was gibt es zu planen und lenken?

Die Praxisorganisation ist das Herz der Unternehmung Arztpraxis. Sie betrifft folglich die eigentliche Leistungserbringung am Patienten und die Aufrechterhalung des Betriebes.

Einerseits geht es in der konkreten Organisation um die Frage „Was bieten wir wie an?“ und um die damit verbundenen Arbeitsbereiche. Jede Praxis kennt die Bereiche Telefon, Empfang, Wartezimmer, Sprechstundenassistenz und Entsorgung – unter verschiedenen Bezeichnungen. Andere Bereiche wie Labor und Apotheke sind nicht in jeder Praxis vorhanden. Alle Bereiche werden sie durch eine Kombination aus Tätigkeiten, Arbeitsabläufen und Einrichtung gestaltet.

Andereseits geht es in der Praxisorganisation um die Frage, „Wie stellen wir eine optimale Leistung sicher?“ – also um die Frage nach der Qualität in der Praxis.

Praxisschild, was darf darauf stehen?

Auf dem Praxisschild dürfen nur grundsätzlich zulässige Informationen (siehe erlaubte Werbung) bekanntgemacht werden. Die kantonalen Ärztegesellschaften können Bestimmungen erlassen über die Gestaltung, die Grösse und die Anbringung von Praxisschildern sowie Hinweistafeln in der näheren oder weiteren Umgebung der Arztpraxis.

Praxiswebsite aktualisieren

Neue Öffnungszeiten, neue Mitarbeiter oder neues Angebot?

Die Aktualisierung von Websites wird oft vergessen oder unterschätzt, und beides wirft ein schlechtes Bild auf die Betreiber.

Planen Sie deshalb den Unterhalt. Legen Sie fest, wer in welcher Periodizität die Inhalte, Funktionen und Links prüft und wer die Updates macht.

Ihre gut geplante und sorgfältig gestaltete Website ist eine Investition, deren Wert Sie so erhalten.

Praxiswebsite und Praxisbroschüre: Schlussabnahme

Zwei bis drei Korrekturläufe sind die Norm, bis die Website Ihren Vorstellungen voll und ganz entspricht.

Testen Sie alle Funktionen selber und lassen Sie die Internetpräsenz von Mitarbeitern und wenn möglich auch von Patienten prüfen.

Was Ihnen nach einer gewissen Zeit mit dem Projekt ganz selbstverständlich scheint, kann Ihren Patienten völlig unklar sein.

Eine Website ist erst fertig, wenn sie auch gefunden wird. Besprechen Sie deshalb mit Ihrem Webdesigner die Suchmaschineneinträge. Zwar verfügen die meisten Suchmaschinen (auch Google) über Suchprogramme, die neue Websites automatisch aufnehmen, doch kann dies einige Wochen dauern. Ihr Entwickler hinterlegt dazu auf Ihrer Website eine stichwortartige Beschreibung Ihres Angebots und meldet die Website bei den wichtigen Suchmaschinen an. Bereiten Sie eine Liste mit einem dutzend Stichworten vor, die möglichst genau auf Sie zutreffen. Bei „Arzt“ alleine werden Sie nie zuoberst auf der Trefferliste stehen, bei „Arztpraxis“ und „Quartier Sternen“ oder „Schmerz“ und „Hausarzt Bern“ stehen die Chancen schon besser.

Praxiswebsite, Bilder mieten oder selber machen

Sie können professionelle Fotos für wenige Franken im Internet bei Bildbanken mieten, also für Ihre Website zu einem fixen Preis beziehen.

Alternativ können Sie mit einem Fotografen Kontakt aufnehmen, der Ihre Praxis und ihr Team schon für wenige hundert Franken professionell abbilden wird.

Praxiswebsite: Beschränkung auf die wesentlichen Funktionen

Eine Website kann mehr als nur einseitig, wie eine Praxisbroschüre, dem Leser selbst gewählte Inhalte quasi als Monolog zu präsentieren.

Was immer Sie aber für Zusatzfunktionen nutzen werden, denken Sie immer auch an Unterhalt und Pflege dieser Funktionen. Ein ungenutztes Facebook Profil, ein historisches Forum das trotzdem nich aus Marmor besteht und veraltete Bilder sind rasch kontraproduktiv.

Praxiswebsite: Vorbereitung, Offerte einholen

Sie sollten sich und dem Webdesigner einige Fragen beantworten, um sinnvolle Offerten einzuholen.

  • Welche Zeile wollen Sie mit der Internetpräsenz erreichen?
  • Kennen Sie Websites von Kollegen,die Ihnen als Inspiration dienen?
  • Welche Sprachen wollen Sie verwenden?
  • Wen wollen Sie mit der Website erreichen?
  • Was muss drauf sein?
  • Welche Anzahl Seiten soll Ihre Website haben?
  • Brauchen Sie auchPraxis-email? (dr.name@praxisname.ch?)
  • Braucht Ihre Website eine Bestellfunktion für Unterlagen? Terminplanung? Feedback-Formular?
  • Wie viele persönliche Daten wie Lebenslauf etc. wollen Sie online stellen? Stichwort Datenschutz.
  • Wer wird die Texte schreiben? In welchem Rhythmus werden die Inhalte überarbeitet?
  • Was möchten Sie selber tun, was Profis überlassen?
  • Haben Sie Bilder für den Webdesigner?
  • Haben Sie schon einen grafischen Firmenauftritt zur Wiederverwendung? Schriften? Bilder?
  • Haben Sie schon ein Logo oder brauchen Sie noch eines?
  • Welches Budget haben Sie vorgesehen?
  • Wann soll die Website online sein?
  • Wie wollen Sie ihren Internet-Auftrittbekannt machen? Mit welchen Stichworten wird die Website bei Suchmaschinen angemeldet?

Praxiswebsite: Wozu dient ein CMS?

Ein Content Management System, kurz CMS, erlaubt es Laien, Inhalte wie Bilder oder Text in die Website einzufügen, ohne etwas von Programmieren zu verstehen.

Sie können solche CMS kaufen, ab wenigen hundert Franken für eine Praxiswebsite, oder als Open Source Software lizenzfrei beziehen. Letztere ist gratis, muss aber praktisch immer von einem Profi installiert werden, was auch wieder kostet.

Bezüglich Funktionen gibt es praktisch keinen Unterschied zwischen Open Source und kommerziellen Angeboten.

Praxiswebsite: Wozu dient ein Forum?

Ein Forum ist ein Diskussionsraum, in dem Nutzer Nachrichten und Fragen deponieren können. Auf Technik-Websites und bei Selbsthilfegruppen oft genutzt, finden Foren langsam auch Einzug im Medizinalbereich.
Plastiker nutzen sie beispielsweise zur Patientengewinnung.

Eine aktive Moderation der Foren mit Beantwortung der Fragen, Anstossen von neuen Themen und Löschen themenfremder Einträge ist anspruchsvoll und zeitintensiv. Ohne Moderation ist ihr Forum aber zur Makulatur verdammt und ein leeres Forum unterstreicht Ihre Fachkompetenz keineswegs.

Praxiswebsite: Zusammenarbeit mit dem Designer

Wenn Sie sich entschieden haben, wer nun die Website gestalten wird, empfiehlt es sich gemeinsam Designer die Leitplanken festzulegen, um sich in der zukünftigen Zusammenarbeit vor unangenehmen Überraschungen zu bewahren.

Legen Sie den Umfang der Seite, den Zeitrahmen und die Aufgabenteilung schriftlich fest.

Meist liefern Auftraggeber Bilder und Texte selber, was gelegentlich amateurhaft daher kommt. Achten Sie bei Bild und Text auf hohe Qualität und scheuen Sie sich nicht, gegebenenfalls Bilder von Bildbanken zu mieten und den Text extern lektorieren zu lassen.

Praxiswert, wie bestimmen?

Wie der Praxiswert genau ermittelt wird, ist eine Frage, über die man ein eigenes Buch schreiben könnte.

Es gibt verschiedene Verfahren, wobei es einen ganz objektiven Wert für eine Praxis nicht gibt. Man kann sich ihm nur mit möglichst präzisen Mitteln nähern. Und dann hoffen, dass der Kaufinteressent dieses Verfahren auch akzeptiert, denn es ist nur zu lästig, wenn der potenzielle Übernehmer den ermittelten Zahlen nicht ganz traut.

Es hat sich gezeigt, dass spezielle Sachverständige für die Bewertung von Arztpraxen meist auf die sogenannte Ertragswertmethode zurückgreifen. Ob ein Verkäufer den gutachterlich festgestellten Praxiswert in den Verkaufsverhandlungen aber erzielt, ist damit noch nicht gesagt. Das hängt letztlich vom Verhandlungsgeschick ab.

Ein Gutachter wird normalerweise erst einmal all die Unterlagen einfordern, die der Treuhänder liefern kann: Jahresabschlüsse, Rentabilitätsrechnungen, Liquiditätsrechnungen, Abschreibungs-Listen, Gehaltslisten.

Dazu kommen alle Verträge rund um die Praxis, eventuell noch Kaufrechnungen von grösseren Geräten.

Damit verschafft er sich zunächst einen Überblick über den Zustand und die Entwicklung der Praxis.

In einem nächsten Schritt wird der Sachwert (der materielle Wert) der Praxis bestimmt. Dabei werden die Einrichtung, die Geräte und die bautechnische Ausstattung der Praxis so bewertet, als wenn die Praxis fortgeführt würde. Das ist der sogenannte Zeitwert, und der ist normalerweise höher als der Buchwert nach der Abschreibung.

Knackpunkt beim Praxiswert ist die Bestimmung des sogenannten ideellen Werts der Praxis, auch unter dem Begriff „Goodwill“ bekannt.

Ausgangspunkt sind die tatsächlich mit der Praxis erzielten Gewinne der letzten drei bis fünf Jahre. Aus denen filtert der Gutachter zunächst einmal alle einmaligen oder privaten Faktoren heraus. Ein typisches Beispiel ist hier die Arztehefrau. Oft auf teilzeit eingestellt, leistet sie eigentlich so viel wie eine Vollzeitkraft. Das bedeutet, wenn ein Nachfolger dieselben Umsätze erwirtschaften will, dann muss er eine zusätzliche Kraft einstellen. Er macht aber weniger Gewinn, weil er dieser Mitarbeiterin sicherlich mehr bezahlen muss.

Der schwierigste Punkt ist vermutlich die Prognose, wie sich die Gewinne in der Zukunft entwickeln werden.

Also, wie entwickeln sich die Arzthonorare im System? Wie entwickelt sich die Zahl der Patienten, wie die Zahl der niedergelassenen Ärzte? Und was passiert, wenn die Zulassungsbeschränkungen ändern? Das ist eine Rechnung mit ziemlich vielen Unbekannten.

Vor allem aber hängen die Ertragschancen vom Verhalten der Patienten des Praxisübergebers ab. Eine Praxis ist stark auf den Praxisinhaber ausgerichtet. Die Patienten vertrauen dem Doktor und deshalb kommen sie zu ihm in die Praxis. Aber werden sie auch den neuen Arzt akzeptieren? Erfahrungsgemäss verflüchtigt sich die Personenkomponente, der Bezug zum bisherigen Arzt, nach drei bis fünf Jahren.

Praxiszeitung, wichtigste Punkte

Im Prinzip die professionelle Fortentwicklung des Wartezimmerordners ist die Praxiszeitung. Auch hier schimmert im Idealfall die Person des Arztes durch, beispielsweise durch sein Editorial. Das kann auf einer emotionalen Ebene die Bindung des Patienten an die Praxis fördern.

Das Format und die Medienart Zeitung bedeutet, dass regelmässig eine neue Ausgabe erscheint, beispielsweise jedes Vierteljahr. Es reicht ja ein Vierseiter. Inhalte können Medizinische Neuigkeiten,
Persönliches oder Kommentare oder kleine Artikel des Arztes sein, mit denen er sich an seine Patienten wendet.

Insgesamt ist das eine sehr runde Sache, die den Patienten sicher gefallt und sie dazu führt, die Zeitung mit nach Hause zu nehmen oder im Freundesund Familienkreis zu zeigen.

Sich aber immer wieder neue Inhalte auszudenken und diese auch zu Papier zu bringen ist eine Aufgabe. die die meisten neben dem Praxisbetrieb nicht ganz einfach so bewältigen. Hier bieten Agenturen ihre Dienste an, die vom Inhalt über die Gestaltung bis zum Druck verantwortlich zeichnen. Allerdings kostet das nicht wenig.

So wird sich die Praxiszeitung vermutlich eher für sehr ambitionierte Praxen eignen, die in ihrem Marketing schon fortgeschritten sind und ihren Patienten selbstbewusst vermitteln, dass sie wirklich in einer besonderen Praxis angekommen sind.

Privatleben in der Landarztpraxis

Auch als Privatperson nimmt man Sie wahr. Auch als Privatperson stehen Sie in der Öffentlichkeit und ihr Verhalten wird sich auf den Praxiserfolg auswirken. Gerade in kleineren Gemeinden können Sie davon ausgehen, dass sehr viel mehr Leute Sie kennen als umgekehrt – und das ist eigentlich gut so.

Wie Sie sich hier präsentieren, wird von vielen Menschen wahrgenommen. Sie können also mit vielen kleinen Massnahmen steuern, die Sie als Person und Mensch ins rechte Licht rücken.

Noch wichtiger ist, ist was Sie nicht tun. Sprechen Sie nicht Negativ über Dritte, halten Sie sich an allgemein anerkannte Konventionen. Setzen Sie sich hingegen ruhig auch für Anliegen ein, hier ist nur das „Wie“ wichtig.

Denken Sie immer daran, dass es von Vorteil ist, die Lokalen Entscheidungsträger und Meinungsmacher zu kennen, die bestens Bescheid wissen über das, was in Ihrer Gemeinde gerade passiert.

Probezeit für Lernende?

Auch in der Lehrzeit gibt es eine Probezeit. Nach Ablauf diese Probezeit ist ein Lehrvertrag wesentlich schwieriger Aufzukündigen als ein normaler Arbeitsvertrag. Wenn schon, sollte die Reissleine also noch während der Probezeit gezogen werden.

Es empfiehlt sich, die Auszubildende in den ersten Wochen genau zu beobachten, wie sie ihre Aufgaben erledigt. Eignet sie sich für den anspruchsvollen Beruf der MPA? Scheut sie sich Mülleimer zu leeren oder Klopapierrollen aufzufüllen. Tut sie es, ohne zu murren? Neigt sie dazu, diese „einfachen“ Tätigkeiten zu vergessen? Schafft sie einfache Aufgaben nach kurzer Einweisung? Ist Sinn für Ordnung vorhanden? Fügt sie sich ins Team ein? Wie ist der Umgang mit den Patienten?

Wenn die Praxisleitung zu der Auffassung gelangt, dass die Auszubildende sich nicht für die Ausbildung eignet, dann sollte die Kündigung rechtzeitig, während der Probezeit, erfolgen. Genau dazu ist die Probezeit ja da, danach ist eine vorzeitige Beendigung des Ausbildungsvertrags so gut wie unmöglich. Beachten Sie dazu den Ausbildungsvertrag.

Es ist immer wieder erstaunlich, dass so viele Praxen Auszubildendes durchschleppen, mit denen sie eigentlich von Anfang an nicht so recht zufrieden waren. Offenbar erfahren viele zu spät, dass sie praktisch nicht aus dem Vertrag rauskommen, solange die Auszubildende ihre Ausbildung nicht abgeschlossen hat. Das kann bei manchen auch emotional so richtig lange dauern.

Probezeit, welche Fristen gelten?

Wird nichts anderes vereinbart, gilt vom Oligationenrecht her eine Probezeit von einem Monat.

Per Vertrag kann die Probezeit auf 3 Monate verlängert werden. Während dieser Zeit können beide Vertragspartner das Arbeitsverhältnis jederzeit auf 7 Tage kündigen.

Befristete Arbeitsverträge kennen keine Probezeit, sofern dies nicht ausdrücklich im Vertrag vorgesehen ist.

In einem Standardvertrag könnte folgende Klausel zur Probezeit stehen: Die ersten zwei Monate des Arbeitsverhältnisses gelten als Probezeit. Das Arbeitsverhältnis kann während der Probezeit jederzeit beiderseits mit einer Kündigungsfrist von sieben Tagen gekündigt werden. Nach Ablauf der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis im ersten Jahr mit einer Kündigungsfrist von einem Monat, im zweiten bis und mit dem neunten Dienstjahr mit einer Frist von zwei Monaten und nachher mit einer Frist von drei Monaten je auf das Ende eines Monats gekündigt werden.

Probezeit; wozu dient sie?

Auch wenn die Bewerberin einen guten Eindruck gemacht hat – so ganz sicher ist man sich meist erst nach einer gewissen Zeit.

Aus diesem Grund hat jeder Arbeitgeber ja die Möglichkeit, eine Probezeit zu vereinbaren. Sogar eine Verlängerung kann vereinbart werden.

Der Vorteil liegt darin, dass während der Probezeit gesetzlich kürzere Kündigungsfristen gelten, in denen beide Seiten ihre Entscheidung noch einmal rückgängig machen können.

Auch wenn es bequemer scheint, eine nur halbwegs geeignete MPA zu übernehmen, als das ganze Bewerbungsprozedere noch einmal zu durchlaufen – für das ganze Team, für die Praxisorganisation und letztlich für den Praxiserfolg könnte es besser sein, in dieser Probezeit das Arbeitsverhältnis zu beenden und noch einmal neu auf die Suche zu gehen.

Die Dauer der Probezeit sollte Arbeitsvertrag festgehalten werden. Ist nichts festgehalten, auch nicht zu Kündigungsfristen, so gelten die Bestimmungen des Obligationenrechts.

Probleme im Team, wo sind die Quellen?

Probleme entstehen dort, wo Strukturen unklar bleiben und Kompetenzen innerhalb des Teams nicht geregelt sind.

Dann besteht die Gefahr, dass sich statt der gewünschten effizienteren Aufgabenerledigung ganz viele Teambaustellen auftun, die Zeit und Energie fressen.

Verunsicherte Mitarbeiterinnen gehen wegen jeder Kleinigkeit zu den Vorgesetzten. Aufgrund ungeklärter Aufgabenabgrenzung liegen sie laufend im Streit miteinander. Die Unzufriedenheit nimmt zu, die guten Kräfte gehen auf die Suche nach einem attraktiveren Arbeitgeber, das Betriebsklima leidet.

Fatal ist es erst recht, wenn die Patienten spüren, dass es in der Praxis knistert vor Spannungen. Sie wollen schliesslich freundliche Zuwendung, wenn sie die Praxis betreten, und nicht Zeuge von innerbetrieblichen Entladungen sein. Deshalb muss der Führungsstil voll und ganz zur Persönlichkeit der Praxisverantwortlichen passen. Was an qualifizierte Kräfte delegiert werden kann, das sollte auch tatsächlich delegiert werden.

Die konfliktfreie Praxis ist auch kein statisches Gebilde, das für immer perfekt funktioniert.

Es gibt Neuzugänge, Kündigungen, neue Aufgaben, die verteilt werden müssen. Daraus können in einem noch nicht so reifen Team Kompetenzgerangel und Reibungsverluste zulasten des Praxisablaufs entstehen.

Prozessqualität, was ist das?

Die Prozessqualität umfasst das ganze Leistungsspektrum der Praxis.

Man kann sie Ansatzweise wie folgt definieren: Die angebotenen Leistungen entstehen in einer Ablaufkette, die sich aus vielen kleinen Kettengliedern zusammensetzt – lauter Teilprozesse, wobei jeder für sich zum Erfolg der Behandlung beiträgt. Wenn man es schafft, einzelne Teilschritte noch effektiver ablaufen zu lassen, dann wirkt sich das positiv auf die gebotene Behandlung aus.

Es gibt aus gutem Grund keine Normen oder Standards, die die Prozesse in einer Praxis reglementieren. Zu sehr verschieden sind die historisch gewachsenen Gegebenheitenn und die individuellen Unterschiede.

Die Prozessqualität ist wesentlich besser zu beeinflussen als die Strukturqualität. Schon kleine Veränderungen im Ablauf können Grosses bewirken. Selbst in bereits gut organisierten Praxen gibt es immer noch ein kleines Schräubchen, an dem gedreht werden kann, um Abläufe noch besser zu gestalten.

Qualitätsmanagement der Arztpraxis, worum sollte es gehen?

Kaum ein Begriff wurde in den Letzten Jahren so schwammig benutzt wie die „Qualität im  Gesundheitswesen“. Gesundheitspolitiker und Ärzte sprachen implizit von der Ergebnisqualität, wobei diese ohne Strukturqualität und Prozessqualität gar nicht zu sichern, respektive belegen ist. Deshalb hören sich Diskussion zur Qualität im Gesundheitswesen häufig wie Glaubensdispute an.

Eigentlich ist ein umfassendes Qualitätsmanagement aber jeder Praxis zu empfehlen. Denn mittelfristig werden die Abläufe weiter optimiert, der Betrieb Praxis läuft (noch) besser und mit einem Griff in die Dokumentenmappe kann die geleistete Qualität sofort und zweifelsfrei belegt werden.

Was ist überhaupt medizinische Qualität?

Es steht ausser Frage, dass Qualität nicht allein das Ergebnis der medizinischen Behandlung des Arztes im engeren Sinne betrifft, sondern dass sie sich auf die gesamte Behandlung des Patienten in der Praxis bezieht. Mit eingeschlossen sind damit also auch die Mitarbeiterinnen, die den Patienten ebenfalls versorgen, also die gesamte Praxisorganisation, innerhalb derer der Patient versorgt wird.

Ein bewährtes Konstrukt, um medizinische Qualität messen zu können, ist die Unterteilung in die drei Kategorien Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Diese Kategorien helfen, das Niveau der medizinischen Qualität in der jeweiligen Praxis zu beschreiben.

Qualitätsmanagement in der Praxisapotheke, ist es obligatorisch?

Jede Privatapotheke muss zwingend über ein eingeführtes und dokumentiertes Qualitätssicherungssystem verfügen. In diesem Arbeitsbereich ist also Qualitätsmanagement (QM) obligatorisch. Es beinhaltet Angaben zum Personal und Protokolle zum Unterhalt.

Der Gesetzgeber lässt es Ihnen frei, ob Sie die Dokumente und Protokolle auf Papier oder elektronisch nachführen. Grundsätzlich aber gilt Aufbewahrungspflicht der Aufzeichnungen von fünf bis zehn Jahren, abhängig von der Datenart.

Insbesondere Abgabeinformationen wie Patientenname und abgegebenes Medikament müssen 10 Jahre gespeichert werden.

Als Basisdokumente sind Pflicht:

  • Organigramm der beteiligten Personen,
  • deren Pflichtenhefte und eine schriftliche Dokumentation der Stellvertretung, analog einem Dienstplan.
  • Regelmässig nachgeführte Protokolle zu Lagertemperatur, Reinigung, Inventar und Ablaufdaten
  • Kontrolle in der Apotheke und des Notfallkoffers sowie
  • Protokolle zu Warenaustäuschen und den
  • durchgeführten Schulungen des Teams oder einzelner Mitglieder
  • Protokollierung der Wareneingänge. Diese müssen auf Vollständigkeit, Unversehrtheit der Verpackung und Verkehrsfähigkeit (Swissmedic-Zulassungsvermerk) geprüft werden. In der Praxis ist es sinnvoll, den Lieferschein jeweils nach Prüfung zu visieren und abzulegen.

Die Aufzeichnungspflicht betrifft auch Name des Patienten, Art und Menge der abgegebenen Mittel, Gebrauchsinstruktionen und Datum der Abgabe. In der Praxis erfolgt diese Dokumentation in der KG.

Qualitätsmanagement, EPA und EQUAM, wo liegt der Unterschied?

EPA, das Europäische Praxisassessment wurde von Wissenschaftlern und Ärzten aus mehreren europäischen Ländern entwickelt.

Mittlerweile gibt es fachspezifische EPA-Systeme für Hausärzte, verschiedene Fachspezialitäteten und insbesondere Kinder- und Jugendmedizin.

EPA folgt immer seinem Aufbau nach den fünf Themenfeldern: Qualität und Sicherheit (Qualitätsziele etc.), Information (z.B. Patienteninformation), Menschen (z.B. Mitarbeiterorientierung), Finanzen und Infrastruktur (Erreichbarkeit, Ausstattung etc.).

Diese Themenfelder wiederum unterteilen sich in 26 Unterthemen, die durch 168 Indikatoren dargestellt werden. In 413 Fragen und Informationen werden die erforderlichen Daten erhoben.

Zu Beginn der Umsetzung wird eine Praxisanalyse vor Ort durchgeführt. Diese Analyse beinhaltet eine Selbstbewertung (das sogenannte Selbstassessment), eine Mitarbeiterbefragung und eine Patientenbefragung. Für die Umsetzung werden bei einem Praxisbesuch vor Ort durch einen trainierten Visitor in einer moderierten Teamsitzung die Stärken und Schwächen einer Praxis herauszuarbeiten.

Das Modell gestattet Vergleiche mit anderen Praxen, sogar nach selbst wählbaren Kriterien (wie z.B. Praxistyp, Grösse) oder aber auch nach Vergleichsgruppen (wie z.B. Netz, Hausarztmodell).

EQUAM ist Schweiz-spezifisch

Die Stiftung EQUAM wurde 1999 auf Initiative der HMO Organisationen Sanacare, MediX und ÖKK Basel gegründet. Ziel war zu verhindern, dass HMO-Praxen als Billigärzte deklariert werden.

Das QM EQUAM  basiert auf gewichteten EPA-Indikatoren und Zusatzindikatoren wie Behandlungseffektivität, Zugang und Verfügbarkeit, Systemstabilität, Benutzung und Kontrolle, Kosten/Administration, Info und Systembeschrieb sowie Patientenzufriedenheit.

Um zertifiziert zu werden gibt es die Mindestanforderungen. Diese sind mindestens 50% der möglichen Punkte pro Bereich sowie bestimmte obligatorische Anforderungen, wie z.B. dass Patientenakten nicht am Empfang einsehbar sind.

Die Bewertung erfolgt anhand der EQUAM Standards über 3 Stufen: Basis Stufe A für Einzelpraxen, Zusatzstufe B für HMO/ Ärztenetzwerke sowie optional Stufe C für klinische Standards.

EPA und EQUAM sind in Schweizer Praxen vertreten. Je über 200 Praxen haben ihr QM nach einem der beiden Systeme bewerten und zertifizieren lassen.

 

Qualitätsmanagement, ist es obligatorisch?

Ein allgemeines Qualitätsmanagement (QM) ist in der Schweizer Praxis, im Gegensatz zu Deutschland, nicht obligatorisch.

Art. 58 Abs. 1 des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) sieht vor, dass der Bundesrat nach Anhören der interessierten Organisationen systematische wissenschaftliche Kontrollen zur Sicherung der Qualität oder des zweckmässigen Einsatzes der von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommenen Leistungen vorsehen kann.

Mit Art. 77 Abs. 1 KVV (Krankenversicherungs-Verordnung) hat der Bundesrat die Aufgabe der Qualitätssicherung den Leistungserbringern und deren Verbänden übertragen. Und diese schreiben den Mitgliedern in der Praxis kein generelles Qualitäts-Management vor.

Es gibt aber obligatorisches QM in Teilbereichen der Praxistätigkeit. Im Arbeitsbereich Labor mit expliziten Qualitätssicherungsverträgen gibt es eine Pflicht zum QM. Ebenso im Bereich Praxisapotheke – auch hier ist eine Qualitätsmanagement Pflicht.

Qualitätsmanagement, soll ich mich zertifizieren lassen?

Einen Zertifizierer eines Qualitätsmanagementsystems interessiert zum einen, ob die Erfordernisse der Norm eingehalten werden. Ferner ist wichtig, ob die Dinge tatsächlich so gemacht werden, wie Sie es im QM-Handbuch oder in den anderen QM-Unterlagen beschrieben haben.

Wie gut Sie und das Team Ihre Sache machen, ist übrigens im Regelfall kaum von Bedeutung. Selbst wenn es in Ihrer Praxis grosse Probleme geben sollte: Wenn Sie darlegen, dass Sie Massnahmen ergreifen werden oder ergriffen haben, um Abhilfe zu schaffen, reicht einem Zertifizierer das vollkommen aus.

Die Kosten einer Zertifizierung hängen vor allem von gewählten QM ab. Es gibt keine grosse Konkurrenz unter Zertifizierern.

Die Zertifizierung besagt also konkret, ob sie das QM in den Augen dritter auch umsetzen. Es ist also quasi die Meinung einer externen Stelle, von Ihnen und vom Anbieter des QM Systems finanziell unabhängig, die bescheinigt, dass Sie das QM auch leben.

Gegenüber Patienten ist es heute noch unwichtig, ob Sie zertifiziert sind oder nicht. Eine andere Sache ist diese gegenüber Versicherern. Diese verlangen bei Rahmenverträgen mit Netzwerken eine gewisse Quote zertifizierter Mitglieder.

Und um es noch einmal deutlich zu machen: Der Gesetzgeber verlangt bis auf Weiteres keine Zertifizierung von Ihnen, auch wenn manche Beratungsunternehmen Ihnen dies suggerieren wollen. Schliesslich ist eine Zertifizierung immer auch noch einmal mit einem ganzen Batzen Geld verbunden. Und selbst wenn Sie eine Zertifizierung z.B. aus Marketinggründen wünschen – lassen Sie sich Zeit, informieren Sie sich über die verschiedenen Anbieter, denn die Zertifizierung wird nicht von den Systemanbietern selbst durchgeführt, sondern von Privatunternehmen.

Qualitätsmanagement, was bringt es?

Ein funktionierendes Qualitätsmanagement hat mehrere Vorteile.

  • Eine Entlastung der Praxisinhaber und Leiter wird erreicht durch gute Strukturen und ein motivierteres Team.
  • Es passieren weniger Fehler, weil deren Quellen – oftmals in schlechter Kommunikation begründet – konsequent ausgemerzt werden.
  • Ein Qualitätsmanagement schützt auch rechtlich. Arzthaftungsfälle werden zunehmend danach entschieden, ob in der betreffenden Arztpraxis Qualitätsstandards eingehalten wurden.
  • Darüber hinaus wird die Praxis auch handlungsfähiger, weil Sie gezwungen sind, Ihre Ziele regelmässig zu überprüfen. Der Druck, die Qualität zu halten oder gar zu verbessern, lenkt den Blick eher auf Problembereiche.

Qualitätsmanagement, wie Arbeitsprozesse festhalten?

Jede Praxis kann ihre Prozesse durch Ablaufpläne wie Flowcharts und Verfahrensanweisungen beschreiben.

Das Ziel sind möglichst standardisierte Abläufe, das macht die Mitarbeiterinnen sicherer und erleichtert Neuen die Einarbeitung.

Beispiele für Prozesse in der Arztpraxis sind: Terminvergabe, Laboranalysen für bestimmte Konsultationsgründe, Optimales bedienen von Apparaturen, Anleitungen zu Pflegemassnahmen, Ablauf von Zuweisungen oder Rückmeldungen oder auch das Notfallmanagement.

Eine mögliche Darstellungsweise zur Prozessbeschreibung ist die Flowchart, zu Deutsch das Flussdiagramm. Allerdings ist diese Darstellung lediglich ein Hilfsmittel, das im Regelfall kein ein zwingender Bestandteil eines QM Systems ist. Genauso gut kann man die Prozesse tabellarisch oder im Freitext beschreiben. Flowcharts lassen sich allerdings mittlerweile auch recht einfach erstellen, da die meisten gängigen EDV-Programme wie Word oder Powerpoint bereits die entsprechenden Symbole anbieten. Man braucht also keine Extrasoftware.

Auch wenn Arbeitsprozesse auf Anhieb manchmal etwas befremdlich wirken: Der Charme besonders bei der Erarbeitung einer solchen Prozessabbildung ist natürlich, dass alle Beteiligten gezwungen werden, die in der Realität stattfindenden komplexen Prozesse erst einmal zu erkennen und dann zu beschreiben oder abstrakt darzustellen. Da kann es zunächst ein ganz schönes Knäuel von Fragen, Rückfragen oder sogar Sackgassen geben, das man dann optisch sozusagen schwarz auf weiss verdeutlichen kann. So sticht der Verbesserungsbedarf förmlich ins Auge.

Zur Systematik einer Prozessabbildung ist folgendes wichtig. Zu jedem Prozess wird eine abstrakte Arbeitsanweisung geschrieben. Diese enthält neben den einzelnen Schritten auch die Verantwortlichkeiten, nötige oder nützliche Dokumente sowie Art und Ort der gegebenenfalls notwendigen Aufzeichnungen, die bei der Bearbeitung des Prozesses entstehen.

Auch Bedienungsanleitungen von medizinischen Geräten gehören zur Dokumentation. Vielfach hilft ganz einfach ein Foto, um sich langwierige und komplizierte Beschreibungen zu ersparen. Ob komplette Ausstattung des Notfallkoffers oder der Katheterwechsel im Rahmen eines Hausbesuchs – die Vorbereitungen können fotografiert und die Fotos zu den Dokumenten genommen bzw. an der richtigen Stelle angebracht werden, damit man sofort sieht, was zu tun ist.

Wichtig ist , dass der so festgehaltene Arbeitsablauf transparent ist und dass für jeden Arbeitsschritt geklärt ist, wer was wie machen muss. Und genau das spiegelt eine Arbeitsanweisung in Text, als Tabelle oder als Flowchart wider.

Qualitätsmanagement, wie das richtige System auswählen?

Es gibt nicht ein einziges, optimales Qualitätsmanagement-System. Die vorhanden Lösungen haben alle ihre Vorteile und Nachteile und keine ist obligatorisch oder vorgeschrieben.

Die Vorteile etablierter Systeme bestehen sicherlich darin, dass sie nicht neu erfunden werden müssen.

Die Nachteile bestehen vor allem im Vergleich der einzelnen Systeme untereinander. Von den dutzenden weltweit angebotenen Systemen haben in der Schweiz bislang nur wenige eine praktische Bedeutung.

Wie auswählen?

Eine oft praktiziertes Auswahlverfahren für Qualitätsmanagementsysteme läuft wie folgt: Ein Praktiker verzichtet erstens überhaupt auf ein bestimmtes QM-System und kümmert sich zunächst um ein funktionierendes Qualitätsmanagement Marke Eigenbau; wenn es dann eine verbindliche Empfehlung gibt, kann er in aller Ruhe auf das empfohlene System umsteigen.

Nachteil dieses Sytems ist die benötigte Disziplin, dass alle bei der Stange bleiben. Die Gefahr besteht durchaus, dass die Bemühungen letztlich doch nur so dahinplätschern und eingeleitete Aktivitäten ins Leere laufen.

Dann wäre die zweite Strategie doch vorteilhafter: Der Praxisinhaber setzt auf eines der am Markt befindlichen Qualitätsmanagement-Systeme, diese kosten Geld und das erhöht den Druck, Erfolge zu erzeugen.

Die Marketingwirkung einer qualitätsgesicherten Praxis, die sich womöglich sogar auf der Basis eines QM-System zertifizieren lässt, ist für viele Ärzte nicht zu unterschätzen. Und zwar nur bedingt gegenüber den Patienten, sondern in zunehmendem Masse gegenüber den Krankenkassen und Versicherern von Zusatzleistungen.

 

Qualitätsmanagement, wie den Fortschritt messen?

Wurden die gesetzten Ziele überhaupt erreicht? Das muss nach Ablauf der selbst festgelegten Frist immer wieder kontrolliert werden.

Die Patientenzufriedenheit zum Beispiel lässt sich ganz klassisch mithilfe einer Patientenbefragung ermitteln. Hat die Zufriedenheit der Patienten sich durch die eingeführte Massnahme verbessert? Wenn Sie Befragungen regelmässig durchführen, können Sie fast punktgenau Veränderungen der Zufriedenheiten aufgrund von einzelnen durchgeführten Massnahmen messen.

Auch Kostenziele lassen sich leicht überprüfen: Wenn Sie dank effizienterer Bestellverfahren weniger für den Praxisbedarf bezahlen mussten, dann lesen Sie das schwarz auf weiss an Ihrem Finanzstatus ab.

Gleiches gilt für Fehler und Beschwerden. Sind sie dank eines konsequenten Fehler und Beschwerdemanagements zurückgegangen?

Für andere Ziele lässt sich der Erfolg nicht so glatt ableiten; hier benötigen Sie Indikatoren, die Ihnen bei der Bewertung helfen. In der medizinischen Behandlung können das beispielsweise einschlägige Leitlinien und allgemeingültige Standards sein. Auch die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, z.B. Hygiene, Arbeitsschutz etc., dient als Indikator für die erreichte Qualität.

Qualitätsmanagement, wie geht das?

Qualitäsmanagementsysteme funktionieren alle nach dem selben Pinzip. Sie halten Struktur-, Prozess– und Ergebnisqualität möglichst präzise fest, damit dokumentiert ist, dass eine gemessene gute Ergebnisqualität die logische Folge von vorhandener Struktur- und praktizierter Prozessqualität ist. Somit ist die  erwartete Verbesserung der Qualität nur das eine Ziel eines Qualitätsmanagementsystems.

Die getroffenen Massnahmen sollen primär bewirken, dass die Arbeitsabläufe so gestaltet und beschrieben sind, dass in der Regel immer die gleichen (guten) Ergebnisse herauskommen und Fehler vermieden werden. QM Systeme sollen garantieren, dass eine erfolgreiche Behandlung nicht nur einem glücklichen Zufall geschuldet ist, sondern dass die Strukturen darauf angelegt sind, dass die Behandlung einfach nur gelingen konnte – trotz möglicher Veränderung der Variablen.

Um eine umfassendes Qualitätsmanagement einzuführen dürfen Sie vor allem eines nicht machen: nämlich alles gleichzeitig.

Identifizieren Sie, beispielsweise Anhand eines Kriterienkatalogs eines medizinischen QM Systems, ihre Schwachstellen. Priorisieren Sie diese und legen Sie konkrete Massnahmen zur Dokumentation und Verbesserung fest. Schon bald werden Sie feststellen, dass so das Ziel QM in kleine Teilprojekte aufgeteilt werden kann.

Seien Sie auch realistisch. Lassen Sie sich für jedes Teilprojekt 2 bis 4 Wochen Zeit, aber erledigen Sie es auch in dieser Zeit. Nach 20 bis 40 Teilprojekten steht ihr QM. Auch wenn dieser Prozess Jahre dauern kann, am Ende ist er effektiver als jede Schnellbleiche oder Intensivkur.

Qualitätsmanagement ist nie zu Ende. Es begründet eine ganz neue Kultur des steten Hinterfragens: Was könnte noch besser laufen? Und das ist dann der Ausgangspunkt für eine neue Runde der Verbesserung.

Die Messung der Ergebnisqualität und die umfassende Dokumentation des QM-Prozesses in einem Handbuch markieren also den Anfang eines nächsten Verbesserungszyklus.

Qualitätsmanagement soll nachhaltig wirken, und das kann es nur, wenn ein selbstlernendes System auf die Beine gestellt wird, das auf stetige Verbesserung ausgerichtet ist.

Im Idealfall entwickelt sich ein Kreislauf aus systematischem Planen, Umsetzen, Überprüfen und Anpassen, wie es der Demingkreis oder PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act-Zyklus) beschreibt.

Qualitätsmanagement; DIN EN ISO 9001 in der Arztpraxis?

Die Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001 ist für alle Branchen anwendbar und kommt ursprünglich aus der Industrie. Hier sind das Handbuch und das Darstellen wichtiger Prozesse Pflicht. Das QM nach DIN EN ISO gliedert sich in folgende Bereiche: Qualitätspolitik, Organisation + Verantwortung, QMSystem, Verantwortung der Leitung, Management von Ressourcen, Dienstleistungsorientierung und Messung/Analyse/Verbesserung.

Es sollen immer nur die Prozesse aufgezeigt werden, die wirklich wichtig für die Qualität in der Patientenversorgung sind, also die Kernprozesse.

Kollegen, die mit diesem System arbeiten, loben oftmals die Flexibilität.

Zudem verlangt die DIN EN ISO den kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Die ersten QM-Systeme nach DIN EN ISO waren vor Jahren noch sehr umfangreich und komplex; nicht selten umfassten die Handbücher mehrere Hundert Seiten und umfangreiche Flowcharts. Das erklärt sicher auch die hohen Durchschnittskosten, die erhoben wurden. Mittlerweile hat hier ein erheblicher Preisverfall eingesetzt.

Es gibt unterschiedlich ausführliche Versionen der Umsetzung, die sich in puncto Zertifizierungsfähigkeit meist nicht unterscheiden.

Rabatte und Kickbacks, was gilt?

Einzelne Medikamentenhersteller gewähre aussergewöhnliche Rabatte. Prüfen Sie, notfalls mit Ihrem Rechtsberater oder mit dem Juristen ihrer Ärztegesellschaft, ob das vorgeschlagene Rabattmodell rechtens ist. Testpackungen und solche, die Sie nicht bezahlt haben, dürfen Sie auch nicht gegen Geld abgeben.

Sie sollten wissen, dass Zahlungen unter der Hand und Rabatte, die Sie nicht an Ihre Patienten weitergeben, sowie andere geldwerte Vorteile verboten sind. Der Artikel 92 des Krankenversicherungsgesetzes sieht bis zu 6 Monate Gefängnis bei Missachtung dieses Grundsatzes vor.

Hier ist aber einzufügen, dass „bescheidene“ Vergünstigungen toleriert sind und dass bisher noch keine Verurteilung nach KVG 92 erfolgte. Am einfachsten verhindern Sie Schwierigkeiten, indem Sie nie unter dem offiziellen Ex-Factory Preis einkaufen.

 

Rechnung stellen; wann sollte abgerechnet werden?

Statt wie früher 3 Monate mit der Rechnungsstellung zu warten, gehen heute mehr und mehr Praktiker dazu über, in kürzeren Abständen Rechnung zu stellen. So wird empfohlen, 30 bis 40 Tage nach Behandlungsabschluss Rechnung zu stellen. Natürlich sind manchmal auch Zwischenrechnungen nötig, aber die Rechnung sollte nicht unbedingt vor dem Folgetermin, der Kontrollkonsultation schon beim Patienten eintreffen.

Normalerweise haben die Rechnungen eine Zahlungsfrist von 30 Tagen. Damit wird eine Abrechnung und Auszahlung der Krankenversicherung vor der Fälligkeit der Arztrechnung in den meisten Fällen gut ermöglicht.

Ende Kalenderjahr sollten alle offnen Behandlungen abgerechnet werden, damit sich kein Chaos beim Versicherungswechsel ergibt. Eine Rechnung sollte also nicht Leistungen aus dem letzten und dem aktuellen Jahr enthalten, da sonst die Gefahr besteht, dass sich die Versicherungen als „nicht zuständig“ erklären.

Rechtsschutzversicherung; was übernimmt sie?

Die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten für juristische Beratung und Vertretung. Die Versicherung ist privatrechtlich geschlossen und kann, muss aber nicht, folgende Rechtsschutzarten umfassen:

  • Berufsrechtsschutz für selbständig praktizierende Ärzte sowie für angestellte Ärzte und MPA in Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit für die versicherte Praxis.
  • Schutz bei Überarztungsverfahren.
  • Verkehrsrechtsschutz für alle mit dem Versicherten im gleichen Haushalt lebenden Personen sowie die berechtigten Lenker der auf den Versicherungsnehmer eingelösten Motorfahrzeuge.
  • Privatrechtsschutz für alle mit dem Versicherten im gleichen Haushalt lebenden Personen.

Die maximale Leistung ist auf einen Honorarbetrag von mehreren hunderttausend Franken begrenzt. Je nach Police/Deckung sind die Beiträge unterschiedlich hoch. Eine pauschale Aussage ist demzufolge nicht möglich.

Reklamation, wie entgegennehmen?

Es gibt einige Tipps und Tricks, wie Sie mit Beschwerden professionell umgehen können.

Eigentlich ist niemand gerne Empfänger einer Reklamation. Sie wird als persönlicher Angriff empfunden. Wenn Sie aber dem Reklamierenden signalisieren, dass Sie sich des Problems annehmen, haben sie schon halb gewonnen.

Jemand der bei Ihnen Luft ablassen wird, will das auch bei Ihnen tun. Ihn abzublocken oder zu sagen dass man nicht zuständig sei frustriert ihn noch zusätzlich.

Lassen Sie den Kunden zunächst ausreden. Die Möglichkeit, eine Beschwerde ununterbrochen anbringen zu können zeugt von Ihrer professionellen Haltung und ermöglicht Ihnen, das Problem ganz zu erfassen.

Bleiben Sie freundlich, gehen Sie „aus der Schusslinie“, vermeiden Sie Streit.

Auch wenn Sie sich angegriffen fühlen könnten, seien Sie es nicht. Lassen Sie den ganzen Frust mal an Ihnen vorbeiziehen, nehmen Sie sich dem Kern des Anliegens an und vergessen Sie die Verpackung.

Fassen Sie Anliegen zusammen in anderen Worten zusammen. Damit stellen Sie sicher, dass Sie das Problem auch verstanden haben und der Gesprächspartner fühlt sich auch verstanden.

Fragen Sie Patienten, ob Sie das aufschreiben dürfen – er wird sich nun genau überlegen, wie er was formuliert.

Entschuldigen Sie sich, auch wenn Sie persönlich keinen Fehler gemacht haben. Sie müssen sich nicht erniedrige. Entschuldigen Sie sich beispielsweise für den Ärger des Kunden und nicht, dass jemand einen Fehler gemacht hat.

Reklamation, wie reagieren?

Wie reagieren Sie, wenn Sie eine Reklamation kriegen? Freundlich?

Das ist schon richtig, aber immer noch die falsche Antwort. Sie sollten sich freuen.

Weshalb?

Weil Ihnen gerade jemand eine Gratisberatung gemacht hat. Und er hat erst noch signalisiert, das er nicht einfach mit der Faust im Sack wegläuft und nie mehr wiederkommt. Er gibt ihnen vielmehr eine Chance, ihn als treuen Kunden oder Patienten zu gewinnen.

Nehmen sie ihn nur ernst!

Rekrutierung neuer Mitarbeiter, wie vorgehen?

Worum geht es bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter?

Die Mitarbeiterrekrutierung betrifft die Suche geeigneter Mitarbeiter und deren Vorbereitung auf die Tätigkeit in der Praxis.

Die Rekrutierung beginnt vor der Gestaltung des Stelleninserates und endet noch nicht mit der Vertragsunterzeichnung sondern erst mit der erfolgreichen Einführung der neuen Mitarbeiterin ins Team.

Die Phasen sind also:

Ziel der Rekrutierungsphase ist es, die richtige Person zu für beide Parteien akzeptablen Bedingungen an Bord zu holen.

Schnuppertag bei Stellenbewerbungen, wozu?

Teil der Auswahl neuer Mitarbeiter kann und sollte wenn möglich auch ein, nota bene, bezahlter Schnuppertag sein.

Die potentielle Mitarbeiterin läuft einen Tag im Team mit und übernimmt je nach Möglichkeit bestimmt Aufgaben.

Schon ein kurzer Blick darauf, wie eine bestimmte Arbeit erledigt wird, sagt oftmals mehr als als ein flammendes Empfehlungsschreiben.

Auf Seite der Bewerberinnen ermöglicht ein solcher Probetag es auch, mit dem Team zusammen zu arbeiten und die Atmosphäre zu erspüren. Die Bewerberin sollte sich also fragen, ob sie sich in dieser Umgebung Wohl fühlen wird und selber zur Höchstform auflaufen kann.

So gesehen ist eine Probetag für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein Gewinn.

Schweigepflicht des Arztes laut Medizinalberufegesetz, was ist wichtig?

Die Schweigepflicht gilt für alle Informationen, die während der Ausübung der beruflichen Tätigkeit einem mitgeteilt oder in Erfahrung gebracht wurden.

Sie gilt auch gegenüber Angehörigen und an der Behandlung nicht beteiligten Medizinalpersonen. Ärzte sind untereinander also nicht per se von der Schweigepflicht befreit.

Sie gilt nur dann nicht, wenn der Patient den Behandelnden explizit oder durch sein Verhalten davon entbunden hat. Letzteres beispielsweise, wenn der Patient Angehörige bei Besprechungen mitnimmt.

In begründeten Fällen kann der Kantonsarzt Ärzte von der Schweigepflicht befreien. In der Regel aber muss die Dispens vom Kantonsart vorgängig und mit konkreter Begründung eingeholt werden.

Selbstdispensation (SD), was bedeutet das konkret?

Ärzte dürfen Ihren Patienten in allen Kantonen (einmalig) Notfallmedikamente abgeben. So hat praktisch jede Arztpraxis neben den Medikamenten zum direkten Gebrauch in der Praxis auch eine Anzahl von Präparaten in einer Praxisapotheke.

In der ländlichen Deutschschweiz dürfen Ärzte ihren Patienten immer Medikamente abgeben. Dieses Abgabesystem wird Selbstdispensation (SD) genannt. Es ist rundsätzlich in fünfzehn Kantonen erlaubt, so in Basel Land, Solothurn, beiden Appenzell, Glarus, Luzern, Obwalden, Nidwalden, Sankt Gallen, neu in Schaffhausen, sowie Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich.

Grundsätzlich verboten ist die Selbstdispensation in folgenden neun, hauptsächlich Westschweizer Kantonen: In Aargau, Basel Stadt, Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Tessin, Wadt und Wallis.

In den beiden Kantonen Bern und Graubünden werden Mischsysteme angewandt.

Die Vereinigung APA – Ärzte mit Patientenapotheke verfügt über eine informative Homepage mit Download der wichtigsten Gesetze.

Die ärztliche Medikamentenabgabe benötigt eine Bewilligung der kantonalen Heilmittelkontrolle.

Die Bewilligung wird im jeweiligen Kanton für bis zu zehn Jahre erteilt.

Es fallen Kosten von um die tausend Franken an, wobei pro Arzt ein Gesuch eingereicht werden muss, selbst wenn eine Geminschaftspraxis besteht.

Neu eingerichtete oder umgebaute Medikamentenlager sind in einem Plan, möglichst im Massstab 1:50 zu dokumentieren und die Pläne sind im Doppel einzureichen.

Ein Besipiel einse solchen Gesuchsformulars finden Sie auf der Homepage der Zürcher Heilmittelkontrolle.

Damit die Behörde die Praxisapotheke (oft auch Patientenapotheke genannt) bewilligt, müssen in der Praxis geeignete Räume bereitstehen. In diesen ist eine Lagertemperatur von konstant 15 ̊C bis 25 ̊C zu halten und im Medikamentenkühlschrank darf das Quecksilber 2 ̊C nicht unter- oder 8 ̊C überschreiten.

Die hygienischen Voraussetzungen sind mannigfaltig: Lebensmittel sind getrennt von Medikamenten zu lagern oder kühlen, Toiletten dürfen nicht in den Lagerraum öffnen, der Aufbewahrungsort ist aufgeräumt zu halten und Chemikalien dürfen aufgrund des Lagerorts nicht mit Medikamenten verwechselt werden können.

Weiter muss gewährt werden, dass weder Patienten noch Drittpersonen zum Medikamentenlager Zugang haben.

Erlaubt ist die Dispensation nur an beim betreffenden Arzt in Behandlung stehende Patienten.

Ferner gilt die Bewilligung nicht für Magistralrezepturen wie beispielsweise Hausrezepte.

Die Bewilligung berechtigt auch nicht zum Grosshandel oder zur Belieferung anderer Praxen.

 

Sorgfaltspflicht des Arztes, was ist gemeint?

Die Sorgfaltspflicht gebietet eine sorgfältige sowie gewissenhafte Berufsausübung.

Insbesondere soll ein Arzt seine Kompetenzen und Grenzen erkennen und nach bestem Wissen und Gewissen gegenüber seinem Auftraggeber, dem Patienten handeln oder, sofern geboten, eben nicht handeln.

Sprechzimmerassistenz, welches sind ihre Hauptaufgaben?

Die Sprechzimmerassistenz begleitet die Patienten durch ihre Praxis. Sie bereitet die Patienten auf die Konsultation vor, assistiert bei ärztlichen Untersuchungen und kümmert nach der ärztlichen Konsultation um die Organisation der Behandlung und Kontrolle.

Die Sprechtundenassistenz meistert in der Vorbereitung einer ärztlichen Kosultation eine ganze Reihe verschiedener Aufgaben. Sie bittet den Patienten ins freie Sprechzimmer. Sie hilft ihm gegebenenfalls, sich frei zu machen, ruft sein Datenblatt am PC auf, erhebt Befunde anhand von Messungen, gibt diese in den PC ein, und sie bereitet bei Bedarf schon die Physiotherapie-Verordnung oder die Überweisung vor. Sie ist dabei laufend im Gespräch mit dem Patienten und fühlt vor, was anliegt, und kann dies dem behandelnden Arzt mitteilen.

Alles, was sie erfährt, kann sie in die EDV eingeben – möglich sind auch indikationsspezifische Abfrageraster z. B. für akuten Infekt, Magen-Darm etc. per Textbaustein oder EDV-Makro, damit die Vorab-Dokumentation auch strukturiert erfolgt. Wenn der Arzt dann kommt, ist er nach einem Blick in den PC sofort im Bilde. Er muss dann nicht sagen: „Na, Herr Brinkmann, was fehlt Ihnen denn?“, sondern er ist schon einen Schritt weiter: „Wie ich sehe, kommen Sie wegen Halsschmerzen zu mir?“

Während der Konsultation geht sie der Ärztin oder dem dem Arzt gegebenenfalls zur Hand, beispielsweise bei einer kleineren Operation oder bei der Behandlung von Kleinkindern. Bei einigen Fachrichtungen kann es durchaus sinnvoll sein, wenn die Sprechzimmerassistenz die Dokumentation während einer Befunderhebung übernimmt. Allerdings muss die Diskretion des Patienten gewahrt bleiben. Problemgespräche will ein kranker Mensch wahrscheinlich nur unter vier Augen führen.

Eine Sprechstundenassistenz übernimmt die Nachbereitung einer Konsultation. Beispielswesie vergibt sie Folgetermine, gibt die Medikamentenschachte oder das Rezept ab, hilft dem Patienten beim Anziehen und begleitet ihn hinaus. Im Anschluss lüftet und reinigt sie wo nötig den Behandlungsraum.

 

Standesordnung, wann gilt sie?

Die Standesordnung der FMH und der kantonalen Ärztegesellschaften haben privatrechtlichen Charakter. Sie finden sie hier.

Das bedeutet, dass sie in gewisser Weise einen Vertrag bildet zwischen der FMH und ihren Mitgliedern.

Wie jeder andere Vertrag ist die Standesordnung aber nicht Gesetz und darf gesetzlichen Bestimmungen auch nicht widersprechen.

Im Falle eines rechtlichen Verfahrens können die teilweise detaillierten Standesordnungen aber von beteiligten Parteien zur Auslegung der geltenden Gesetze und Verordnungen herangezogen werden.

Standesordnung, wie werden Verstösse geahndet?

Verstösse gegen die Standesordnung werden durch die Ärztegesellschaften geahndet. Dies unabhängig von einem möglichen parallelen Verfahren wegen Verstosses gegen die Berufspflichten durch eine kantonale Behörde. So kann eine Ärztegesellschaft gegenüber einem Mitglied ein eigenes Disziplinarverfahren durchführen, unabhängig von einem Verfahren durch kantonale Behörden. Die Verfahren können dieselben Verstösse gegen die Berufspflichten behandeln, sind aber getrennt.

Steuern und Buchhaltung, Zusammenarbeit mit einem Profi?

Ständig gibt es im Steuerrecht Änderungen, auf die man sich einstellen muss, wenn man nicht finanzielle Nachteile erleiden will.

Praxisinhaber sind auf das Know-how des Steuerexperten angewiesen. Und ähnlich wie der Patient zu seinem Hausarzt müssen Praktiker ein Vertrauensverhältnis zu ihrem Steuerberater aufbauen, besonders wenn er, was empfehlenswert ist, auch Einblick in die private Lebensführung erhält.

Deshalb ist ein offener und informativer Umgang mit dem Steuerberater empfehlenswert.

Angeblich sind Ärzte nach den Lehrern die unbeliebteste Mandantengruppe für Steuerberater. Grund: Sie hören einfach nicht zu und sie interessieren sich nicht für die Materie. Das motiviert den Steuerberater nicht gerade zur Höchstleistung.

Dabei ist Branchenerfahrung mit Praxen sicherlich das Wichtigste für Sie. Da reicht eine Handvoll Ärzte in der Mandantenschaft nicht aus. Der Steuerberater sollte einen deutlichen Schwerpunkt auf Medizinische und Heilberufe haben. Denn wenn Sie ihm erst einmal erklären müssen, welche rechtlichen Rahmenbedingungen und sonstigen Besonderheiten es in Ihrem Beruf als Arzt zu beachten gilt, dann bringt Ihnen das nichts.

Noch aus einem anderen Grund ist das wichtig: So benötigen Sie für eine vorausschauende Unternehmensplanung auch Vergleichszahlen über die wirtschaftliche Entwicklung anderer Arztpraxen. Die kann er Ihnen aber nur liefern, wenn er auch entsprechende Daten von anderen Praxen hat.

Nachfolgend einige Punkte, die der Treuhänder für eine optimale Zusammenarbeit von den Praxisinhabern früh erfahren muss:

  • Neue Tätigkeitsgebiete um die Kosten- und Finanzplanung durchzugehen.
  • Personalplanung, um auf Optimierungspotenzial in der Personalkostenstruktur hinweisen zu können, immerhin der grösste finanzielle Brocken.
  • Gehaltspolitik
  • Aufnahme eines Praxispartners
  • Geplante Praxisübergabe
  • Strategische Neuausrichtung
  • Private Pläne wie Hausbau, Heirat/Scheidung

Strukturqualität, was ist das?

Die Strukturqualität befasst sich mit den strukturellen Merkmalen einer Praxis. Mit anderen Worten, den physisch erarbeiteten und erlernten Voraussetzungen, dass überhaupt medizinische Lesitungen erbracht werden können.

Strukturelle Merkmale können sein: Ausbildung und Weiterbildung des Arztes, die Anzahl der MPA, deren Ausbildungen, die Güte der Praxisausstattung, der Praxisstandort und die Praxisgrösse, die Erreichbarkeit der Praxis und die Anzahl Parkplätze.

Der Einfluss dieser Faktoren auf die medizinische Qualität ist erkennbar.

Je besser ausgebildet der Arzt und die MPA, je genauer die Geräte, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines guten Behandlungsergebnisses.

Je besser die Raumkapazitäten der Praxis, desto besser lassen sich Praxisabläufe organisieren.

Normalerweise sind diese strukturellen Merkmale nur recht träge zu beeinflussen – und wenn, dann ist das oft mit einem erhöhten wirtschaftlichen oder zeitlichen Aufwand verbunden.

Abgebildet wird die Strukturqualität beispielsweise in Arbeitsplatzbeschreibungen und Organigrammen. Letztere regeln die Verantwortlichkeiten innerhalb des Praxisteams.

Tarmed, Vergütung von Leistungen durch die MPA?

Der Tarmed als Katalog ärztlicher Leistungen kennt nur ganz wenige durch nichtärztliche Helfer anrechenbare Positionen.

Die Bestimmungen in den generellen Interpretationen besagen „Sämtliche Leistungen durch nichtärztliches Personal sind integraler Bestandteil der technischen Leistungskomponente (TL) und mit diesen abgegolten; Leistungen durch nichtärztliches Personal im Anschluss an eine Konsultation oder an andere ärztliche Grundleistungen dürfen nicht zu einer zeitlichen Verlängerung dieser Leistungen führen.“

Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen von der Regel, dass die MPA Leistungen in den ärztlichen Leistungspositionen einbezogen sind. Diese sind dann näher bezeichnete Leistungen durch nichtärztliches Personal wie MPA und Psychotherapie.

Näher bezeichnete Leistungen, die die MPA erbringt und die im Tarmed abgerechnet werde können sind beispielsweise: „00.0715 Punktion, venös, zwecks Blutentnahme … durch nichtärztliches Personal“ mit 8.19 Taxpunkten (nur TL) und „00.0716 Blutentnahme kapillär … durch nichtärztliches Personal“ mit ebenfalls 8.19 Taxpunkten (nur TL).

Beide Positionen sind nur anwendbar für ärztliches Praxislabor im Rahmen der Präsenzdiagnostik.

Die Venenpunktion durch den Arzt anlässlich einer ärztlichen Beratung ist Bestandteil der ‚Allgemeinen Grundleistungen‘ und wird mit der Minutage der Konsultation eingeschlossen.

Ein Leistung, die von der MPA erbracht und im Tarmed abgerechnet werden kann ist „00.1345 Wundtoilette / Verbandwechsel durch nichtärztliches Personal, pro 5 Min.“, vergütet mit 8.19 TP (nur TL). Siehe dazu Leistungsblock.

Die Position kann nicht bei einfachen Verbänden wie Heftpflastern, Schnellverbänden und Verbänden im Zusammenhang mit der Blutentnahme verrechnet werden.

Sie ist nur verrechenbar, falls die Wundtoilette oder der Verbandwechsel nicht im Rahmen einer ärztlichen Beratung erfolgt.

Daneben gibt es einige Leistungen, wo es egal ist, wie gross der ärztliche Anteil ist. Hierzu gehört das Kapitel „Verbände“.

Tarmed, wann wird eine Leistung in Rechnung gestellt?

Damit mit dem Tarmed gearbeitet werden kann, müssen seine Regeln und Aufbaukriterien klar sein. Der Katalog Tarmed kann nur korrekt und effizient angewendet werden, wenn sein Aufbau verstanden wird.

Der Tarmed ist ein Einzelleistungstarif. Jede ambulant durch Ärzte erbrachte medizinische Leistung, die in Rechnung gestellt werden darf, ist aufgelistet. Eine verrechenbare Leistung wird in einer sogenannten Leistungsposition beschrieben. Die Leistungsposition ist die Katalognummer, unter welcher die Leistung genau beschrieben ist.

Im Einzelleistungstarif werden also Leistungen einzeln ausgewiesen in Rechnung gestellt.

Alle Leistungen werden wie beschrieben einzeln ausgewiesen. Es gilt bei der Rechnungsstellung drei Grundregeln zu beachten.

1. Es wird grundsätzlich die erbrachte Leistung und nicht der Behandlungserfolg honoriert. Ob im konkreten Fall eine Heilung eintritt ist für die Leistungsvergütung unerheblich. Die Leistung muss nur erbracht worden sein.

2. Auch wenn mehrere Versuche nötig waren, wird eine Leistung generell nur ein Mal vergütet. Beispielsweise bei einem Venenzugang erst nach mehreren Stichen kann die Leistung nur einmal verrechnet werden.

3. Eine Leistung darf nur gemäss genauer Beschreibung im Tarifwerk verrechnet werden. Sie darf nicht in Analogie für eine andere, vergleichbare Leistung angerechnet werden.

 

Tarmed, was bedeuten AL und TL Taxpunkte?

Die Anzahl Taxpunkte pro im Tarmed aufgeführter Leistung setzt sich inhaltlich zusammen aus Taxpunkten für die Ärztliche Leistung (AL) und Taxpunkten für die Technische Leistung (TL).

Somit wird berücksichtigt, dass zur Erbringung einer medizinischen Leistung mehrere Komponenten nötig sind. Einerseits die ärztliche Leistung aus einer Kombination von Zeit des Arztes und Ausbildungsniveau des Arztes. Andererseits die technische Leistung, welche aus Infrastruktur, Material und der Assistenz durch ein Team besteht. Im Regelfall wird also die Arbeit der MPA als Teil der technischen Leistung betrachtet.

Je nach Leistungsposition ist der Anteil der TL kleiner oder grösser. In jeder Leistungsposition werden die TL und AL Komponenten separat aufgelistet.

Tarmed, was bedeutet ärztliche Leistung (AL)?

Die AL Komponente, also der ärztliche Leistungsanteil einer medizinischen Leistung betrifft die Entschädigung für die ärztliche Tätigkeit. Eine mögliche ärztliche Assistenz für den ausführenden Arzt wird der TL, also der technischen Leistung, zugerechnet.

Tarmed, was bedeutet Technische Leistung (TL)

Die Technische Leistung (TL) ist derjenige Anteil an einer Medizinischen Leistung, der hauptsächlich Infrastrukturkosten und Personalkosten nichtärztlicher Mitarbeiter enthält.

Damit ein Arzt in einer Praxis überhaupt eine Leistung am Patienten erbringen kann, braucht es Räume, Gerätschaften und die Vorbereitung der Konsultation, meist durch MPAs. Alle diese Aufwendungen zur Vorbereitung und Ermöglichung der ärztlichen Leistung werden der TL zugerechnet.

Tarmed, was ist das?

Der Tarmed ist der Tarif zur Vergütung ambulanter medizinischer Leistungen.

Nach ihm werden in den meisten Praxen der grösste Teil der medizinischen Leistungen abgerechnet.

Tarmed, was ist ein Leistungsblock?

Ein Leistungsblock fasst diejenigen Leistungen zusammen, welche in der gleichen Sitzung nur untereinander kumuliert werden können, jedoch mit keiner anderen Leistung des Tarifs.

Der Lesitungsblock 01 fasst diejenigen Leistungen zusammen, welche eine MPA in Eigenregie mit dem Patienten erbringt, ohne das diese Leistung mit einer Arztkonsultation verbunden ist. Diese Leistungen können genau nicht mit einer Arztkonsultation verbunden werden, denn sonst würden die Tätigkeiten der MPA einen integrierten Bestandteil der TL der Konsultation bilden.

Im Leistungsblock 01 sind Positionen der Medikamentenabgabe, Testdurchführung und Wundpflege vorhanden. Sie dürfen also nur abgerechnet werden, wenn nicht gleichzeitig oder unmittelbar davor oder danach eine Arztkonsultation stattfand.

Mehr Info: www.tarmedsuisse.org

 

Tarmed, was ist ein Taxpunkt?

Einer Leistungsposition im Tarmed ist immer eine bestimme Anzahl Taxpunkte zugeordnet. Der Wert einer Leistung wird also nicht einfach in Franken und Rappen ausgedrückt, sondern in Punkten. Beispielsweise entsprechen die ersten 5 Minuten Konsultation total 17.76 Taxpunkten.

Im Tarmed ist einer bestimmten Leistung also eine Anzahl Taxpunkte zugeordnet.

Der Wert in Rappen eines Taxpunkts (Taxpunktwert)n ist hingegen abhängig vom angewandten Versicherungstarif.

Der Geldwert eines Taxpunktes ist abhängig vom angewandten Versicherungstarif. Im Tarif nach Krankenversicherungsgesetz beträgt der Taxpunktwert 82 bis 97  Rappen, je nach Kanton.

Im Unfall- und IV- und Militär-Versicherungsbereich beträgt der Taxpunktwert 92 Rappen schweizweit. (UVG, IV).

Somit kann durch die zentrale Anpassung des Geldwertes eines Taxpunktes in einem Versicherungsbereich auch der Geldwert aller im Tarif aufgeführten Leistungen gleichzeitig gesteuert werden.

Tarmed, was sind die „Grundleistungen“

Das Kapitel Grundleistungen im Tarmed umfasst Leistungen, die sehr oft von allen Fachrichtungen angewandt werden können.

Die « Grundleistungen » umfassen beispielsweise die « Konsultation », welche pro begonnene 5 Minuten abgerechnet wird.

Weiter umfassen die Grundleistungen Besuche, Wegentschädigungen und Zuschläge für Inkonvenienzen wie Notfälle.

Das Kapitel ist die Basis für die Abrechnung nach Tarmed und betrifft nicht nur alle Ärzte, sondern faktisch auch über 80% der Leistungen (nach Häufigkeit), die in einer Hausarztpraxis erbracht werden.

Gleichzeitig ist « Grundleistungen » auch ein Sammelkapitel für Leistungen, die nicht anderweitig zugeordnet werden konnten.

Das Unterkapitel „allgemeine Grundleistungen“ ist die wichtigste Grundlage der Abrechnung mit Tarmed. Wichtigstes Konzept ist die Minutage, denn ein Grossteil der Grundleistungen werden nach Zeit erfasst.

Tarmed, wie funktioniert die Dignität?

Das Dignitätskonzept im Tarmed dient der Einschränkung, wer welche Leistung überhaupt erbringen darf und welche Berechnungsgrundlage zur Vergütung gilt.
Leistungen nach Tarmed können nur durch diejenigen Ärzte abgerechnet werden, welche die in den einzelnen Leistungen festgehaltenen Anforderungen erfüllen. Diese Anforderungen werden als qualitative und quantitative Dignitätsanforderungen bezeichnet.
Die qualitative Dignität bezeichnet Facharzttitel, Schwerpunkte, Fähigkeitsausweise oder Fertigkeitsausweise, die nötig sind, damit ein Arzt eine bestimmte Leistung überhaupt gemäss Tarmed zu Lasten einer Versicherung abrechnen darf.
Basis ist die qualitative Dignität „alle“ – was bedeutet, dass alle in der Praxis niedergelassenen Ärzte die betreffende Leistung abrechnen dürfen.
Die quantitative Dignität bezeichnet im Grundsatz den „Spezialisierungsgrad“ – je höher spezialisiert ein Facharzt, desto höhere seine Dignitätsstufe, desto höher der im Tarmed vorgesehene Vergütungsansatz. Es gibt die Dignitätsstufen 5 – 12. Diese Zahl entspricht in etwa den Jahren an Weiterbildung, die nötig waren um die für die Leistung verlangte Qualifikation zu erreichen. Die quantitative Dignität ist nicht bestimmend, ob eine Leistung abgerechnet werden darf, aber sie bezeichnet die „Wertigkeit“ einer Leistung und somit deren Vergütung.

Tarmed, wie funktioniert die hierarchische Gliederung?

Der Tarmed ist hierarchisch gegliedert.

Bei Interpretationsschwierigkeiten haben höhere Hierarchiestufen Vorrang.

Auch wenn der Tarmed aus über 4600 Einzelleistungen besteht, ist dank der Hierarchie eine Orientierung rasch möglich.

Die Hierarchie als Ordnungsprinzip besagt, dass Informationen und Regelungen die auf einer höheren Stufe festgehalten werden, für alle Positionen darunter gelten.

Deshalb ist die hierarchische Gliederung: Generelle Interpretationen > Kapitel > Einzelleistung.

Die Generellen Interpretationen sind eine Sammlung von rund 50 Regeln, die für den gesamten Tarmed gelten, Sie haben also auch Vorrang über jegliche Interpretation zu einzelnen Kapiteln, Unterkapiteln und Leistungspositionen.

Die rund 40 Kapitel des Tarmed sind nach folgender Logik geordnet. Zunächst kommen die Kapitel, die den ganzen Menschen, resp. ganzen Körper betreffen oder ganz einfach keiner bestimmten Körperregion zugeordnet werden können.

Danach folgen die Kapitel nach der Reihenfolge kranial zu kaudal, wobei wenn möglich von aussen nach innen vorgegangen wird.

Die letzten Kapitel sind nicht organspezifisch und basieren meist auf technischen Anwendungen.

Auch die Kapitel haben Interpretationen zum Kapitel selbst. Diese gelten für jede Leistung innerhalb des Kapitels. Die Generellen Interpretationen zum gesamten Tarmed sind ihnen aber übergeordnet.

Eine jede Leistungsposition im Tarmed enthält beschreibende Elemente.

Die Interpretation der Leistungsposition beschreibt, wann und unter welchen Umständen die Leistung angewendet werden darf.

Die Taxpunkte, aufgeteilt in Ärztliche Leistung AL und Technische Leistung TL werden separat ausgewiesen.

Weiter wird die nötige Sparte, die Ausnahmen, Limitationen und die zugehörigkeit zu Leistungsgruppen ausgewiesen.

Tarmed, wieso sind die Taxpunktwerte kantonal unterschiedlich?

Beim KVG Tarif, also der Behandlung von Krankheiten bei Privatpersonen mit Vergütung durch die Krankenversicherung, werden kantonal unterschiedliche Taxpunktwerte angewandt.

Der Tarmed ist zwar ein ein gesamtschweizerischer Tarif. Für eine Einzelleistung gibt es im Jura und in der Zentralschweiz gleich viele Taxpunkte.

Der Wert eines Taxpunktes ist hingegen kantonal unterschiedlich.

Besipielsweise ist im Krankenversicherungsbereich im Kanton Jura der Taxpunkt 99 Rappen wert, im Kanton Luzern hingegen 82 Rappen.

Die effektive Leistungsvergütung fällt somit unterschiedlich aus. Sie wird berechnet aus dem Produkt Taxpunktanzahl x Taxpunktwert.

Bei konstanter Taxpunktanzahl ist der Unterschied im Taxpunktwert ausschlaggebend für die verschiedenen Vergütungen.

Die Vergütung für die Position „00.0010: Erste 5 Minuten einer Konsultation“ beträgt im Kanton Jura: 17.76 Taxpunkte x 99 Rappen Taxpunktwert = CHF 17.58.

Im Kanton Luzern werden dieselben 17.76 Taxpunkte mit 82 Rappen pro Taxpunkt verrechnet. Dieselbe Leistung wird mit CHF 14.56 verrechnet.

Diese Unterschiede sind historisch gewachsen. Tendenziell war auch schon vor Einführung des Tarmed 2004 der ärztliche Tarif in denjenigen Kantonen günstiger, in denen die Ärzte einen Teil ihres Einkommens mit dem Verkauf von Medikamenten verdienten.

 

Tarmed: Welche Versicherungstarife haben einen schweizweiten Taxpunktwert?

Bei den Tarifen nach UVG, MVG und IVG sind die Taxpunktwerte eidgenössich einheitlich bei aktuell 92 Rappen pro Taxpunkt festgelegt. Unabhängig vom Praxisstandort gilt ein einheitlicher Taxpunktwert.

Tarmed; was ist die Minutage?

Die Minutage bezeichnet die Leistungserfassung durch Notation der zur Leistungserbringung verwendeten Minuten.

Generell wird in 5 Minuten Einheiten gearbeitet. Auch angefangene 5 Minuten gelten als Einheit, egal ob nur eine, vier oder fünf Minuten gearbeitet wurde.

Bei einigen Positionen in Minutage wird feiner unterschieden nach „erste“ 5 Minuten, „weitere“ 5 Minuten und „letzte“ 5 Minuten. In der Regel werden hier die „letzten“ 5 Minuten tiefer vergütet als „statistischer“ Ausgleich, da das letzte Paket zwischen einer Minute und 5 Minuten enthalten kann.

Die Konsultation als medizinische Grundleistung per se wird in Minutage abgerechnet. Es wird unterschieden zwischen „ersten 5 Minuten“, „weiteren 5 Minuten“ und „letzten 5 Minuten“. Jede halbwegs brauchbare Ärztesoftware ermöglichet es dem Leistungserbringer aber, einfach die benötigte Zeit einzutragen, die Unterscheidung nach erste, weitere und letzte mach die Software dann selber. Materialien, die unter 3 Franken im Anschaffungspreis kosten, sind in der Konsultation vom Tarif her einberechnet. Sie dürfen also nicht separat in Rechnung gestellte werden.

In Minutage abgerechnet wird auch die Wegentschädigung bei Behandlung eines Patienten ausserhalb der Praxis. Entschädigt wird die reine Wegzeit. Die Transportkosten sind somit inbegriffen, egal ob der Besuch zu Fuss oder mit Auto erfolgte.

Die massgebliche Zeit beginnt beim Verlassen des Praxisstandortes. Es wird in einfacher Minutage, also in 5 Minuten Einheiten abgerechnet, aber nicht zwischen ersten, weiteren und letzten 5 Minuten unterschieden.

Beim Besuch mehrerer Patienten kann nur die Wegzeit zum jeweils nächsten Patienten abgerechnet werden.

Befindet sich der Facharzt ausserhalb seines Notfallkreises, so ist erst die Fahrzeit ab Erreichen dessen Grenzen wegentschädigungsberechtigt.

Bei einem vergeblichen, notfallmässigen Besuch können die Weggebühr sowie ein Besuch à 5 Min. abgerechnet werden.

Die Wegentschädigung gilt nicht für Konsilien im Spital.

Eine Wegentschädigung kann als sogenannte Zuschlagsleistung nur mit Hauptleistung „Besuch“ verrechnet werden. Ohne Besuch kann kein Weg in Rechnung gestellt werden.

 

Tarmed; was ist eine Leistungsposition?

Die Leistungspositionen entsprechen den Einzelleistungen im Tarmed. Jede Leistung wird unter einer Leistungsposition mit Positionsnummer gekennzeichnet.

Leistungspositionen können einer ganz bestimmten, eng umschriebenen Tätigkeit entsprechen. Eine grosse Anzahl von Leistungen werden als zeitunabhängige Position verrechnet.

In der Interpretation zur Position kann unter „Leistung i. e. Sinne“ ein geschätzter Zeitbedarf angegeben sein. Dieser ist auch Berechnungsgrundlage für die Anzahl Taxpunkte dieser Leistung. Wer aber schneller als budgetiert ist profitiert vom „Erfahrungsbonus“.

Häufig erbrachte Leistungen bei denen die effektiv benötigte Zeit nicht berücksichtig wird sind medizinische Statusuntersuchungen:

„00.0410 Kleine Untersuchung durch den Facharzt für Grundverrsorgung (inkl. Pädiater)“

„00.0420 Umfassende Untersuchung durch den Facharzt für Grundversorgung“

Leistungspositionen können auch in Zeit bemessen werden, besonders Gesprächs- und Reisezeit. Siehe dazu Minutage.

Tarmed; wie funktionieren Zuschläge?

Zu gewissen Leistungen können Zuschläge erhoben werden, wenn die Leistungserbringung unter erschwerten Umständen erfolgt.

Es gibt Zuschlagsleistungen als eigentliche Leistungspositionen und Zuschläge auf Leistungen.

Bei Zuschlägen auf Leistungen werden Zuschläge erhoben, weil eine Leistung unter erschwerdenen Umständen erbracht wurde, beispielsweise nachts. Es handelt sich also um Aufschläge auf erbrachte Leistungen. Die erbrachten Leistungen werden also teurer abgerechnet. Die Zuschläge auf Leistungen können in zusätzlichen Taxpunkten oder in % – Zuschlägen zu den Taxpunkten der Leistungsposition berechnet werden. Einmalige Zuschläge in einer gewissen Anzahl Taxpunkte können in Rechnung gestellt werden, wenn eine Leistung zu „Unzeit“ erbracht wird. Beispielswiese eine Notfallkonsultation zwischen 22 und 7 Uhr. Hier werden 180 Taxpunkte zugeschlagen. 45 zusätzliche Taxpunkte werden in Rechnung gestellt mit der Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F bei dringlichen Konsultationen / Besuchen ausserhalb der regulären Sprechstundenzeiten, sowie Mo-Fr 19-22, Sa 12-19, sowie So 7-19 Uhr. Es gibt auch Zuschläge in Prozenten zu den Taxpunkten der erbrachten Leistungen. Beispielsweise werden bei einem Notfall zwischen 22 und 7 Uhr die Taxpunkte aller erbrachten Leistungen, z.B. auch der Konsultation pro 5 Min., um 50% erhöht.

Von den Zuschlägen auf Leistungen zu unterscheiden sind die Zuschlagsleistungen. Der Tarif ist nach dem Grundsatz von Hauptleistungen und Zuschlagsleistungen aufgebaut.

Zuschlagsleistungen sind zwingend einer bestimmten Hauptleistung zugeordnet und können nur mit dieser zusammen abgerechnet werden. Konkret bedeutet dies, dass eine Hauptleistung mit Zuschlagsleistungen ergänzt werden kann, sofern diese tatsächlich erfolgten.

Eine Zuschlagsleistung wird im Tarif mit vorausgehendem „+“ gekennzeichnet, zum Beispiel: „+ 00.0095 Wegentschädigung“ kann nur mit einer einzigen bestimmten Hauptleistung kumuliert werden. In diesem Fall mit der Hauptleistung 00.0060 Besuch.

Mit „(+)“ bezeichnete Zuschlagsleistungen können mit mehreren, nicht näher bezeichneten Hauptleistungen abgerechnet werden können.

Zum Beispiel: „00.1420 (+) zusätzliche ausserordentliche ärztliche Assistenz bei BMi > 33.“

Bei den Zuschlagsleistungen muss bei der Rechnungsstellung immer die entsprechende Bezugsleistung angegeben werden.

 

Teambesprechung organisieren, worauf achten?

Die Teambesprechung findet regelmässig, ein Mal pro Woche bis ein Mal pro Quartal statt.

Sie ist eine Pflichtveranstaltung für alle, auch für die Teilzeitkräfte. Gerade sie fühlen sich oftmals vom Informationsfluss in der Praxis ein wenig abgeschnitten, umso wichtiger ist es daher, dass sie ebenfalls zu dieser Veranstaltung kommen.

Selbst wenn die Praktiker Ihr Team abends danach nett zum Essen einladen, so handelt es sich dennoch um ein dienstliches Treffen mit Lohnanspruch. Über einen Arbeitszeitausgleich muss also gesprochen werden.

Die Themen für die Teambesprechung müssen vorgöngig gesammelt werden, um auch eine Vorbereitung zu ermöglichen. Leute zu einer Besprechung zu beordern, deren Thema ihnen unbekannt ist stillos und grenzt an Mobbing.

Der einfachste Weg für die Themensammlung ist eine in der Kaffeeküche ausgelegte Liste, in die alle ihre Vorschläge schreiben können. Wenn die MPA ihre Vorschläge lieber anonym machen wollen, dann lässt sich das EDV-technisch auch ganz gut lösen, indem beispielsweise eine neue Datei namens „Teambesprechung“ eingerichtet wird. Und auch wenn Sie selbst eine Idee für das Treffen haben, sollten Sie das vorher den Mitarbeiterinnen mitteilen, damit sie sich auch schon darauf vorbereiten können.

Eine Tagesordnung gibt der Teambesprechung Struktur. Die Tagesordnungspunkte werden einige Tage zuvor ausgewählt und auch allen Teilnehmern zur Vorbereitung mitgeteilt.

Während des Treffens benötigen Sie nun noch einen Moderator, der die ganzen Tagesordnungspunkte auch durchbringt, damit das gesetzte Zeitlimit der Veranstaltung auch eingehalten wird und das Ganze nicht in eine nette Plauderstunde ausufert.

Diese Aufgabe müssen Sie nicht unbedingt selbst machen, das kann auch die Erstkraft übernehmen – oder warum nicht alternierend immer eine andere MPA?

Sie können die Traktanden auch zeitlich planen, indem sie die Punkte mit einem Zeitbudget versehen.

Wenn das Mitteilungsbedürfnis einzelner Mitarbeiterinnen zu ausgeprägt ist, kann man von vornherein eine Redezeitbegrenzung abmachen.

Etwas anderes als die periodische grosse Teambesprechung ist das morgendliche Briefing.

Eine kurze Besprechung im Team bietet sich nämlich auch für den Praxisalltag an. Schon fünf bis zehn Minuten, am besten vor Praxisbeginn, reichen völlig aus, um sich kurz mit den MPA bei der Tasse Kaffee auszutauschen. Besprochen werden könnte:

  • Wer und was erwartet uns heute?
  • Welche besonderen Dinge stehen an?
  • Was ist das Ziel für diesen Praxistag?

Mit solchen kleinen Briefings können Sie für Motivation und Einstimmung auf den Tag sorgen.

Es gibt keine festen Regeln, wie oft eine Teambesprechung stattfinden soll. Das hängt vielleicht auch davon ab, wie viel Zeit man ihr dafür freischlagen kann.

Alle vierzehn Tage ein einstündiges Treffen oder nur einmal im Monat – das müssen kann die Praxis ganz individuell entscheiden. Am einfachsten legt man zunächst einen nicht so engen Zeitplan fest für die Besprechungen, beispielsweise alle zwei Monate.

Fest steht, dass man sich für einen Rhythmus entscheiden und ihn dann auch einhalten muss. Das Instrument der Teambesprechung entwertet ganz schnell, wenn der Termin unter dem Motto „Ach, dieses Mal gibt’s doch sowieso nix zu besprechen“ gekippt wird. Etwas Mühe müssen sich also alle Seiten machen, um die Besprechung auch mit Themen zu füllen.

 

Teamentwicklung, was braucht ein Team?

Stärke und Einheit in einem Team brauchen Zeit und Raum um sich zu bilden.

Zu den Regeln der Teamarbeit gehört , dass frei heraus über Konflikte gesprochen wird, ob das Team dies nun mit sich selbst ausmacht oder lieber den Chef miteinbezieht. Eine Leitung des Teams ist also permanent gefragt: Wenn die Praxisleitung selbst keine Ziele kommuniziert oder Informationen nicht transparent verteilt, um einige Beispiele zu nennen, verhindert das die Bildung eines Teams.

Doch gibt es natürlich eine Reihe von Massnahmen, mit denen der Praxisinhaber das Entstehen eines starken Praxisteams fördern kann:

  • Gemeinsame Ziele für die Praxis entwickeln. Die Leitung kann durchaus das Ziel formulieren. Die MPA überlegen, wie man dorthin kommt. So bringt man sich die MPA zum aktiven Mitdenken.
  • Klärung der Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten. Jede MPA muss wissen, welchen Platz sie im Team hat. Stellenbeschreibungen können in grösseren Teams hilfreich sein.
  • Ärzte und Teamleiter äussern Kritik nur unter vier Augen.
  • Die Aufgaben werden nach den Stärken der MPA verteilt.
  • Geben Sie dem Team Raum und Zeit, um sich zu besprechen.

Nutzen Sie die Instrumente, die Ihnen als Praxisinhaber zur Personalführung zur Verfügung stehen. Ein funktionierendes Team sorgt für einen Zeitgewinn durch effektiveres Arbeiten, für besseres Arbeitsklima durch zufriedene Mitarbeiter und macht einen guten Eindruck auf Patienten.

Teamkonflikte; wie und wann ansprechen?

Zu einer guten Arbeit im Team gehört zwar, dass die Teammitglieder Konflikte selbst zur Sprache bringen. Nur funktioniert das leider nicht immer so einfach, besonders wenn Emotionen hochkochen.

Üblicherweise werden solche Fälle ignoriert und damit akzentuiert.

Am besten ruft der Praxisverantwortliche, meist also der Arzt oder die Ärztin, die Mitarbeiterinnen in einem solchen Fall daher zu sich und klärt die Situation, bevor der Konflikt die Stimmung in der Praxis beeinträchtigt. Beginnen Sie mit einer „Ich“ Aussage, anstatt den Teammitgliedern etwas vorzuwerfen. Sagen Sie einfach, „Ich habe das Gefühl, dass etwas mit (Thema einfügen) nicht stimmt. Täusche ich mich?“ und lassen Sie viel Zeit und Raum für Reaktionen der Teilnehmer.

Teamwork, woran ein funktionierendes Team erkennen?

Ein funktionierendes Team zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Das Team hat ein gemeinsames Ziel, das von allen anerkannt und angestrebt wird.
  • Die Teammitglieder sind durch ein Zusammengehörigkeits­ oder Wir-­Gefühl verbunden.
  • Informationen werden ausgetauscht, Ent­ scheidungen getroffen und eine Rückkoppelung sichergestellt.
  • Die Teamstrukturen (Hierarchien, Abläufe, Kommunikationswege, Aufgaben) sind transparent.
  • Die Aufgaben im Team sind klar definiert.

Telefon – Arbeitsbereich, worauf achten?

Der Arbeitsbereich Telefon einer Arztpraxis ist ein Teil der Aussenkommunikation der Praxis. Er erfüllt die Hauptfunktionen der Terminvergabe, des Bestellwesens für Medikamente oder Rezepte und der Informationsvermittlung. Die Art und Weise wie mit Anrufen umgegangen wird ist die erste Visitenkarte einer Praxis.  Telefonieren muss, obwohl wir es alle täglich machen, gelernt werden. Auch wenn der Arbeitstag an den Nerven zehrt, wollen späte Anrufer noch zuvorkommend bedient werden.

Einige einfache Tipps erleichtern Ihnen und Ihrem Mitarbeitern das telefonieren.

  • Richten Sie den Arbeitsplatz Telefon optimal ein
  • Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter die Telefonfunktionen auch bei Anlagen beherrschen und
  • entwickeln Sie eine effiziente Fragetechnik, um Probleme zu erfragen.

Anrufer in die Praxis haben alle ein Ziel: Sie wollen etwas von Ihnen. Als Dienstleistungsunternehmen Arztpraxis ist es Ihre Aufgabe, die Wünsche rasch und vor allem treffischer zu erkennen und soweit möglich und sinnvoll zu erfüllen.

Als Artpraxis haben Sie aber auch noch die zusätzliche Mitverantwortung für die Gesundheit Ihrer Patienten. Aus diesen zentralen Aussagen, der Dienstleistung und der Mitverantwortung folgt, dass sie nicht alle Anrufer gleich behandeln können und dürfen. Sie brauchen klare Regeln und Anleitungen, wie Patientenanliegen rasch aufgenommen und triagiert, Notfälle erkannt und bearbeitet werden, wie Geschäftsanrufe effizient abgeschlossen und wie Leitungsblockierer sanft aber bestimmt dazu bewegt werden, diese wieder freizugeben.

Eine bestimmte Regel, nach wie vielen Klingelzeichen ein Anruf entgegengenommen werden muss ist zum scheitern verurteilt. Aus eigener Erfahrung wissen Sie aber, wie wichtig das korrekte entgegennehmen eines Anrufs ist. Im Idealfall wird ein Anruf als nach 2 bis 4 Klingelzeichen entgegengenommen. Falls ein Anruf mit dem ersten Klingelton entgegengenommen wird, sind die meisten Anrufer überrumpelt, obwohl sie selber angerufen haben. Zudem fragt man sich im Falle einer Arztpraxis rasch, wieso denn da so unerwartet zackig geantwortet wurde und ob die wohl nichts zu tun haben? Kein gutes Zeichen.

Häufig klagen Patienten darüber, dass sie zu lange Warten müssen, bis der Anruf entgegengenommen wird. Oder auch, dass ständig besetzt sei. Das Warten lassen ist nicht nur unfreundlich, sondern verschlechtert auch die Arzt-Patienten Beziehung. Die Anrufenden verstehen zwar sicher, dass die Praxis Arbeit hat. Trotzdem fragt man sich nach zig Klingeleichen, ob die am anderen Ende denn überhaupt arbeiten. Und das Warten lassen wird als unfreundlich und respektlos empfunden.

Der Telefonbereich

Eine organisatorische und örtliche Trennung von Telefon und Empfang hat das Ziel, Ruhe in die Abläufe zu bringen, Diskretion zu wahren und die Anrufe professionell abzuwickeln.

In grösseren Praxen, in denen das Telefon pausenlos klingelt, ist ein getrennter Telefonbereich hilfreich, der genauso ausgestattet ist wie der Empfang: mit PC und Drucker, um Termine in den EDV-Planer einzugeben oder Verordnungen, Rezepte und Medikamente vorzubereiten.

Zahlreiche technische Möglichkeiten können helfen, um die effektive Wartezeit zu verkürzen. Aber sie haben alle Vor- und Nachteile.

Die Telefonanlage

Das Telefonieren ist eine echte kommunikative Herausforderung. Deshalb sollte es aber keine technische sein. Heutige Telefonanlagen haben eine Reihe von Funktionen: Makeln, Anrufe weiterleiten, Rückrufe initiieren, Nummern speichern und einige mehr. Oftmals verfügt die Anlage auch über mehrere Nummern, die allgemeine Praxisnummer, dann die Nummer für die Kollegen, vielleicht noch die für die Rufumleitung aufs Handy. Ihre Mitarbeiter müssen wirklich souverän mit dem Telefon umgehen können. Besonders neue Teammitglieder müssen rasch geschult werden, damit es nicht zu technischen Pannen kommt und Anrufe einfach unterbrochen werden. Nachfragen lassen sich vermeiden, wenn eine Checkliste die Funktionsweise der wichtigsten Dienste beschreibt.

Die Warteschleife

Ist das Telefon besetzt, kann man eine Warteschleife einsetzen. Eine Warteschleife benötigt einen Anlagenanschluss. Sie erkennen ihn meist daran, dass eine 0 als Durchwahl nach aussen nötig ist.

Mit einer Warteschleife hören die Anrufer nicht ein Besetztzeichen, sondern eine Ansage oder Musik. Verkaufsorientierte Praxen können hier auf neue Angebote aufmerksam machen. Die Angerufenen, also die Praxismitarbeiter, hören ein periodisches Klopfen in der Leitung. Sie wissen damit, dass jemand versucht sie zu erreichen. Bei einem solchen Klopfen kann die angerufene Person nun ein bestehendes Gespräch innert kurzer Zeit abbrechen oder unterbrechen, um die Person auf der zweiten Leitung um etwas Geduld zu bitten. Das ist nicht einfach und erfordert viel psychologisches Geschick, weil gleich zwei Anrufer frustriert werden können. Der erste, der schon in der Leitung war, wird unterbrochen und der zweite, der neu anruft, wird vertröstet. Mit etwas Übung können die Teammitglieder der Praxis aber eine Warteschleife zum Nutzen der Anrufer nutzen. Sie können Langsprecher mit gutem Grund unterbrechen, sie können die Wartezeit für alle minimieren und sie können den Anrufenden die Gewissheit vermitteln, dass ihr Anruf entgegengenommen wird.

Der Ringruf

Ein Ringruf ist an sich eine Anrufweiterleitung bei besetzter Leitung. Ein Anrufer hört kein Besetzt-Zeichen, obwohl schon jemand anderes in der Leitung ist.  Stattdessen wird der Anruf auf einen oder mehrere Apparate in der Praxis weitergeleitet.  Damit kann beispielsweise auch die MPA  im Labor einen Anruf entgegennehmen, wenn die MPA am Empfang oder im Büro besetzt ist.

Voraussetztung für einen Ringruf ist allerdings, dass diejenigen, die einen solchen überfliessenden Anruf entgegennehmen auch wissen, was damit zu tun ist. Im obigen Beispiel wäre es sicher sinnvoll, dass auch am Labor-PC ein Konsultationstermin vereinbart werden kann. Alternativ kann aber vom Patienten das Anliegen erfragt und ein Rückruf vereinbart werden. In diesem Falle ist es aber enorm wichtig, dass der Rückruf auch tatsächlich wie abgemacht erfolgt.

Selektionsfunktionen

Umstritten aber technisch möglich ist die Verwendung von Selektionsfunktionen. Anrufer hören ab Band eine kurze Begrüssung und können dann per Telefontastatur auswählen. Beispielsweise „Drücken Sie die 1, wenn Sie die Praxisöffnungszeiten erfahren wollen; drücken Sie die 2, wenn Sie mit unserem Rezept-Anrufbeantworter verbunden werden wollen“ und so weiter. Diese Systeme sind für Arztpraxen nur bedingt geeignet. Nicht alle Anrufer haben Telefone, mit denen solche Funktionen genutzt werden können. Zudem ist das System unpersönlich und ältere Patienten werden häufig davon abgeschreckt. In speziellen Umgebungen und abhängig von der Fachrichtung der Praxis können solche Einrichtungen aber durchaus Sinn machen. Beispielsweise Psychiater im städtischen Gebiet, die ohne MPA arbeiten, können ihre Arbeit so erleichtern.

 

 

Telefon, wann in die Sprechstunde durchstellen?

Eine klare Anweisung benötigen die MPA bezüglich der Anrufe für den Arzt oder die Ärztin in der Sprechstunde. Soll sie immer oder nie Durchstellen, auf später verweisen?

In vielen Praxen wird so verfahren: Notfälle, Anrufe des Lebenspartners oder von Arztkollegen durchstellen, alle anderen Anrufer werden später zurückgerufen.

Das sorgt für Ruhe in der Sprechstunde – denn Ärze müssen die Sprechstunde so selten unterbrechen. Und Patienten in der Sprechstunde werden nicht dadurch brüskiert, dass der Doktor sich von ihnen abwenden und ein Telefonat entgegennehmen muss.

Telefon, wie abnehmen, wie begrüssen?

Mit einer guten Grussformel nehmen Sie einen Anruf entgegen. Eine solche Grussformel erfüllt drei Zwecke.

  1. Sie bestätigt den Anrufenden, dass sie richtig verbunden sind.
  2. Es wird kommuniziert, welche Person den Anruf entgegengeommen hat.
  3. Die Anrufenden werden eingeladen, ihr Anliegen zu äussern.

Nehmen wir mal an, die Doctores Meyer, Müller und Ericksson Jenewein berteiben gemeinsam eine Praxis in Obermünchhausen. Das Telefon wird von Herrn Jenewein, dem Ehemann von Frau Dr. Ericksson entgegengenommen.

Die obigen drei Elemente:  „Wo“, „wer“ und „worum“ könnten also formal in folgender Grussformel geäussert werden:

„Ärztezentrum Obermünchhausen Meyer, Müller und Ericksson Jenwein, Jenewein am Apparat. Was können wir für Sie tun?“

Und, sind Sie verwirrt? Oder eingedöst? Und was wäre, wenn Sie zudem noch Kopfschmerzen hätten? Würden  Sie sich nun auch fragen, ob da ein Herr Doktor gleich selber abgenommen hat? Eine kurze Grussformel wäre hier sicher klarer und kann freundlicher „rüberkommen“.

Im obigen Beispiel könnten Sie folgende einfache Grussformel anwenden:

„Gemeinschaftspraxis Obermünchhausen, hier Lars Jenwein“.

Als Anrufer wissen Sie nun, genau das, was sie jetzt wissen müssen: Sie wissen mit wem Sie verbunden sind, mit wem sie sprechen und das sie nun sprechen dürfen.

Sie bemerken, dass der dritte Punkt einer guten  Grussformel, die Aufforderung an den Anrufer sein Anliegen vorzubringen, gar nicht formal kommuniziert werden muss. Die Einladung zu Dialog versteht sich schon aus dem Ton, wie der Anruf entgegengenommen wurde.

In der Kürze liegt also auch bei einer gelungenen Grussformel die Würze. So ist die Stimme am Telefon verständlich und bleibt auch noch kurz vor Feierabend freundlich.

Noch ein letztes Detail: Die ersten Silben der Formel können rasch mal untergehen. Bei unserer Grussformel im Ärztehaus Friedau haben Neuanrufer auch schon Hexenhaus Friedau verstanden – nota bene noch vor der Konsultation.

Telefon, wie einen Anrufbeantworter einsetzen?

Ausserhalb der Sprechstunde ist das Praxistelefon nicht mehr besetzt. Trotzdem kann man mit einer einer professionellen Bandansage wichtige Informationen, die dem Anrufer im jetzigen Moment nütlich sein können, vermitteln.

Verzichten Sie auf eine Ansage, die die ganze Woche über dasselbe vermittelt. Viel patientenfreundlicher ist eine Ansage, die dem Patienten genau für den aktuellen Tag die notwendigen Informationen vermittelt.

Diese sind beispielsweise, wann ihre Praxis wieder öffnet, welche Praxis Dienst hat und wie im Notfall vorgegangen werden muss. Das klingt aufwendiger, als es ist. Denn die entsprechenden Anrufbeantworter können je nach Wochentag verschiedene Nachrichten abspielen. So muss man Bandansagen nur einmal aufsagen und dann kann man den Anrufbeantworter entsprechend programmieren.

Wählen Sie dazu bitte die beste Telefonstimme der Praxis aus und achten Sie daruf, dass keine Hintergrundgeräusche die Verständlichkeit stören.

Telefonbucheintrag für die Praxis

Für den Eintrag in einem amtlichen Verzeichnis, das unter der Rubrik „Ärzte“ Überschriften nach Fachgebiet kennt, gelten folgende (Standes-)Regeln:

„Ärzte und Ärztinnen mit Facharzttiteln dürfen sich unter denjenigen Überschriften eintragen lassen, die ihrem/ihren geführten Titel/n entsprechen. Ein Eintrag ist auch unter der Überschrift gestattet, für deren Fachgebiet ein Titel erworben wurde, aber nicht geführt werden darf. Darüber hinaus dürfen sich Arzt und Ärztin unter höchstens zwei zusätzlichen Überschriften eintragen lassen, wenn sie massgeblich im entsprechenden Fachgebiet tätig sind.“

Für Ärzte und Ärztinnen ohne Facharzttitel gilt eine entsprechende Regel. Sie „dürfen sich unter der Überschrift eintragen lassen, die ihrer Tätigkeit entspricht. Dem Namen ist in jedem Fall der Ausdruck „dipl. Arzt“ beziehungsweise „dipl. Ärztin“ beizufügen.“

Zahlreiche „Firmenverzeichnisse“ versuchen Ärzte nach Praxiseröffnung zu horrend teuren und unnützen Einträgen zu überreden. Das einzig wirklich relevante Telefonverzeichnis wird von der Swisscom unter dem Namen „Local.ch“ geführt – tragen Sie sich darin ein und alle anderen werden dies Informationen kopieren.

Termin verpasst, wie reagieren bei Patienten die nicht erscheinen?

Am Empfang wird meist am ehesten bemerkt, wenn ein Patient nicht Termin zum vereinbarten erscheint. Es ist nicht im Interesse der Praxis, dies einfach so zu ignorieren. Sollte ein Patient auch 5 Minuten nach vereinbartem Termin nicht in der Praxis erscheinen, sollte nachgefragt werden.

Es könnte sein, dass er den Termin einfach verpasst hat, oder auch, in den seltensten Fällen, dass ein grösseres Problem vorliegt.

Vor dem telefonischen Nachfragen sollte sich die MPA aber im klaren sein, welches Vorgehen im konkreten Fall im Interesse der Praxis liegt. Soll der Patient jetzt noch kommen oder wird wegen der Anzahl wartender Personen besser ein anderer Termin vereinbart?

Chroniker unter den Verspäteten könnte auch eine Erinnerungsnachricht gesendet werden. Einige Programme zur Terminverwaltung in der Ärztesoftware können dies automatisch übernehmen. Andernfalls kann bei der Morgenbesprechung des Tagesprogramms auch eine MPA gebeten werden, die Erinnerung telefonisch oder per SMS vorzunehmen.

Termin, wie lange soll eine Konsultation dauern?

Sie wissen aus Erfahrung, dass ein Termin wegen Bauchschmerzen bei einem 60jährigen wohl länger dauern wird als eine Grippeimpfung. Deshalb ist es wichtig, dass in einer Praxis verschiedene Terminlängen eingeplant werden. Nicht jeder Konsultationsgrund braucht eine eigne Terminlänge, aber Sie müssen im Regelfall doch zwischen Kurz- Normal- und Langtermin unterscheiden.

Wenn Sie das Wissen um den oder die Konsultationsgründe nun mit Ihren Kenntnis des oder der Patientin verbinden, also der Erfahrung oder diese Person kurz angebunden oder ausufernd berichtet, können Sie die Dauer einer Konsultation recht genau vorhersagen.

Natürlich können Sie nicht bei jeder Konsultation im Voraus genau sagen, wie lange diese dauern wird. Aber Sie können nach dem Pareto-Prinzip in 80% der Fälle etwa richtig liegen. Durch das daraus folgende genauere Einbestellen der Patienten haben diese eine normalerweise kürzere Wartezeit, die MPAs weniger Stress mit ungeduldigen Patienten und die Patienten im  Wartezimmer selber weniger Zeit zum nachdenken, was sie dennn sonst noch alles fragen können.

Allerdings ist die Terminplanung auch hier eine klassische Dreiecksbeziehung. Nicht nur der Charakter des Patienten und seine Konsultationsgründe, sondern auch die Disziplin des Arztes, der Ärztin beeinflussen, von echten Notfällen abgesehen, die Termindauer.

Die Kurzkonsultation

Ein Kurzkonsultation dauert in der Regel 2 bis maximal 5 Minuten. Es handelt sich typischerweise um Kontrolltermine, wie Wundkontrolle ohne Fadenentfernung, Befindlichkeitskontrollen und vielleicht auch nur um Überprüfungen von Laborparametern.

Kurzkonultationen haben ihre Eigenheiten.

Erstens reagieren Patienten ganz empfindlich auf Verspätungen, denn sie wurden ja regulär einbestellt und der Termin war lange bekannt. Falls Sie also Verspätung haben und nun gleichzeitig ein Patient mit Wundkontrolle und einer mit psychologisch anspruchsvollem Gespräch warten – erledigen Sie zuerst die Wundkontrolle. Dieser Patient wird seine Erwartungen erfüllt sehen, und sie werden ohne Stress dem zweiten Patienten zuhören können.

Zweitens eignen sich Kurzkonsultationen besonders für Randzeiten am frühen Morgen oder nach der Mittagspause. Sie starten mit drei Kurzkonsultationen besser in den Tag als mit einen abklärungsbedürftien Brustschmerz und die Patienten der Kurzkonsultation bleiben ihrer Arbeit wenn überhaupt nur kurz fern.

Die Standardkonsultation

Wie lange eine normale Konsultation dauert, hängt neben der Patientenzahl von der Fachrichtung des behandelnden Arztes, seiner Erfahrung und seiner Persönlichkeit ab. In einigen Landpraxen sind 10 Minuten die Norm, in anderen, meist Stadtpraxen eher 20 Minuten.

Die Langkonsultation

Eine Langkonsultation dauert zwanzig Minuten aufwärts. Sie ist sinnvoll bei multimorbiden Patienten, älteren Patieten mit unklaren Beschwerden und solchen, die längere Aufmerksamkeit benötigen.Auch Langkonsultationen haben ihre Eigenheiten.

Wenn es sich nicht um technische Abklärungen handelt, sind die MPAs während Langkonsultationen eventuell unterbeschäftigt, besonders wenn alles anstehende schon erledigt wurde. Falls also nicht alle im Team die gleichen Arbeitszeiten haben, eigenen sich solche Langkonsultationen für Zeiten, in denen sie eher weniger MPAs einsetzen.

Langkonsultationen sind tendentiell schlecht planbar. Legen sie sie deshalb auf das Ende eines Sprechstundenblockes, damit eine kürzere Dauer ihen ermöglicht früher abzuschliessen oder die längere Dauer nicht die folgenden zig Sprechstundentermine verspätet.

Termingrund, wie erfragen?

Es ist in der Praxis aus mehreren Gründen enorm wichtig, den oder die Konsultationsgründe kennen.

Einerseits ermöglicht das Wissen, weshalb ein Patient kommen wird eine optimale Vorbereitung. Nehmen wir mal an, er komme wegen eines länger andauernden Infektes. Hier wird eine Hausarztpraxis möglicherweise eine Liste von Analysen haben, die die MPA bereits vor der eigentlichen Konsultation mit der Ärztin durchführen wird.

Andererseits ermöglicht das Wissen im die Konsultationsgründe auch eine optimale Sprechstundenplanung.

Gelegentlich geben Patienten der MPA am Telefon nicht preis, weshalb sie einen Termin wollen. Doch wie soll diese dann einen entsprechenden Termin einplanen?

Mit der Frage „Was fehlt Ihnen denn?“ kommt die MPA daher in der Regel nicht weit. Sie kann aber fragen, ob der Termin längere Zeit beanspruche. Meist sagen die Leute dann frei heraus, was sie brauchen. Diese Information kann die MPA sofort in die elektronische Krankengeschichte eingeben. So weiss nicht nur der Arzt gleich über das Anliegen seines Patienten Bescheid, wenn der später vor ihm sitzt, sondern die MPAs können den Termin optimal vorbereiten.

Terminkarten, weshalb nicht gratis?

Viele Ärzte erliegen der Versuchung und verwenden kostenlos abgegebene Terminblöcke, aber das heisst Geld am falschen Ende sparen. Denn denken Sie immer daran: Diese Terminzettel hängen beim Patienten zu Hause am Kühlschrank und werden von der Familie und von Freunden gesehen. Wenn Sie diese Blöcke gemäss Ihrem Praxisdesign drucken lassen, kostet Sie das nicht viel und es macht einen erheblich besseren Eindruck.

Überstunden, Mehrarbeit und Überzeit; wann ist/sind sie angeordnet?

Wovon hängt es ab, ob zeitliche Mehraufwendungen der MPA vergütet werden müssen?

Sie müssen angeordnet sein. Aber diese Anordnung muss nicht explizit erfolgt sein.

Grundsätzlich gilt die folgende Regelung. Werden Überstundenleistungen stillschweigend toleriert, gelten sie als angeordnet und genehmigt. Entsprechend empfiehlt es sich, die MPAs eine Arbeitszeitliste führen zu lassen und diese beispielsweise wöchentlich zu visieren.

Überstunden, Mehrarbeit, Überzeit; was ist was?

Was gemeinhin Überstunden genannt wird betrifft drei verschiedene Stufen der mehr als üblichen Arbeit.

Bei Mehrarbeit leisten Teilzeitarbeitskräfte einen Mehreinsatz, der aber noch unter der betrieblich üblichen Vollzeitarbeit bleibt.

Bei Überstunden leistet ein Mitarbeiter Mehreinastz über die betrieblich übliuche Arbeitszeit hinaus, bleibt aber unter gesetzlichen Limiten.

Überzeit ist Mehreinsatz über eine gesetzliche Schwelle hinaus.

Aber auch hier gilt keine Regel ohne Ausnahme: Wird mit einer Stundenlöhnerin ein fixes Pensum beispielsweise 21 Stunden vereinbart, gilt jede zusätzliche Stunde nicht als Mehrarbeit, sondern als Überstunde.

Überstunden; wann fallen Sie an?

Überstunden fallen erst oberhalb der betrieblich üblichen Arbeitszeit von meist 42 Stunden an.

Arbeitet eine MPA mehr als 42 Stunden pro Woche, so leistet sie Überstunden. Mit anderen Worten: Wird die vertraglich festgelegte betriebliche Arbeitszeit überschritten, gilt die zusätzliche Zeit als Überstunden.

Die geleistete zusätzliche Arbeit muss sie in Form von Freizeit kompensieren können oder die Stunden werden ihr mit einem definierten Zuschlag ausbezahlt.

Überzeit, Überstunden und Mehraufwand, wie kompensieren?

Grundsätzlich kann, sofern nicht anders vereinbart, jede zusätzlich geleistete Arbeitsstunde entweder durch eine Freistunde kompensiert werden oder auch finanziell abgegolten werden.

Bei der finanziellen Abgeltung wird unterschieden zwischen Mehrarbeit, die zum normalen Stundensatz abgegolten wird und Überstunden, die mit einem Zuschlag von mindestens 25% entschädigt werden. Die sofern die Überstunden eben nicht als Zeitguthaben eingezogen werden.

Überzeitarbeit muss also gemäss Art.13 Arbeitsgesetz mit einem Zuschlag von mindestens 25 % entschädigt werden. Dies kann nicht zuungunsten der Arbeitnehmerin abgeändert werden. Allerdings kann die Überzeitarbeit durch Freizeit ausgeglichen werden, sofern die MPA einverstanden ist. Es empfiehlt sich, solche Fälle bereits im Arbeitsvertrag generell zu regeln.

Überzeit, wo liegt der Unterschied zu Überstunden?

Von den Überstunden zeitlich nach oben abzugrenzen ist die Überzeit.

Die gesetzlich zulässige wöchentliche Höchstarbeitszeit beträgt 50 Stunden und darf nur in Notfällen überschritten werden. In besagten Notfällen kommt ab 50 Stunden die Überzeit zu tragen.

Die Überzeitarbeit, die die Mitarbeiter in Notfällen über die Höchstarbeitszeit hinaus erbringen, darf 2 Stunden pro Tag nicht überschreiten und pro Jahr nicht mehr als 140 Stunden betragen.

Unfallversicherung; wie funktioniert sie?

Nach UVG (Unfallversicherungsgesetz) versichert sind Betriebs- und Nichtbetriebsunfall. Die Versicherung ist obligatorisch. Die Prämien für Berufsunfälle gehen zu Lasten des Arbeitgebers. Die Prämien für Nichtberufsunfälle werden dem Arbeitnehmer als Lohnabzug belastet. Personen, die gegen Nichtberufsunfall versichert sind, können die Unfalldeckung in ihrer Krankenkassen-Grundversicherung ausschliessen und damit einige Franken Prämie sparen.

Die Prämiensätze sind abhängig von der Berufsbranche sowie der Versicherungsgesellschaft. Für Arztpraxen bewegen sich die Prämien Berufsunfall im Promillebereich der Lohnsumme.

Berufskrankheiten gelten als Berufsunfälle und sind durch die Versicherung gedeckt.

Nichtberufsunfälle sind bei Arbeitnehmern mit einer Arbeitszeit von mindestens acht Stunden pro Woche obligatorisch versichert.

Die Versicherungsleistung besteht aus Erwerbsersatz und Heilungskosten:

  1. Taggelder bei kurzfristigem Erwerbsausfall: 80% des versicherten Lohns.
  2. Renten bei Invalidität (Invalidenrente: 80% des versicherten Lohns) und im Todesfall (Witwenrente 40% und Waisenrente 15% pro Kind).
  3. Heilungskosten bei Unfall, ambulanter Behandlung und Spital (allgemeine Abteilung).

Leistungen im Ausland sind begrenzt.

Einschränkungen der Leistungen:

  • Der versicherte Verdienst entspricht dem AHV-Lohn bis maximal zum UVG-Höchstlohn. 2011 waren dies CHF 126‘000.-.
  • Die Gesamtleistung im Todesfall ist auf max. 70% des versicherten Verdienstes begrenzt.
  • Die ausgerichteten Geldleistungen dürfen zusammen mit den Leistungen der AHV/IV 90% des versicherten Lohnes nicht übersteigen.

Bei einem Arbeitsunterbruch oder bei unbezahltem Urlaub besteht Versicherungsdeckung noch während 30 Tagen nach Beendigung des Lohnanspruches. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Versicherung im bisherigen Rahmen für längstens 180 Tage weiterzuführen (Abredeversicherung).

Unterhalt der Arztpraxis, wann und wie?

Eine langfristig gute Arztpraxis funktioniert mit einer guten Balance von Konsultationen und Konsultationskapazität. Eine hohe Anzahl von Konsultationen kann längerfristig nur gehalten werden, wenn die psychschen und physischen Voraussetzungen für Praktiker, Team und Praxis gegeben sind.

Aus diesem Grund ist es wichtig, die Praxis „in  Schuss“ zu halten. Instrumente müssen gereinigt, Geräte müssen gewartet und Räume unterhalten werden.

  • Eine Praxis muss mindestens wöchentlich gründlich gereinigt werden. Zumindest in der kalten Jahreszeit sollten die Böden zwei mal wöchentlich gescheuert werden.
  • Erstellen Sie einen klaren Reinigungsplan, legen Sie fest welche Produkte benutzt werden und prüfen Sie rgelmässig die Arbeit der Reinigungskräfte.
  • Gewisse Geräte und Apparaturen müssen periodisch gewartet, kalibriert unterhalten werden. Beispielsweise die Röntgenapparatur, die Laborgeräte, die Waagen und weiter technische Apparaturen müssen unterhalten werden.
  • Am besten erstellen Sie eine Liste dieser Geräte, definieren die Massnahmen und schliessen, falls nötig, Supportverträge ab. Prüfen Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen, welche Art von Supportverinbarungen sinnvoll ist.
  • Anstehende Reinigungen und Kontrollen können Sie im Praxiskalender eintragen. Bei einer elektronischen Agenda müssen Sie die periodisch wiederkehrenden Aufgaben nur ein einziges Mal eintragen und sie werden automatisch erinnert.

 

Verwarnung eines Mitarbeiters, was muss ich wissen?

Die Verwarnung ist eine Massregelung des Arbeitnehmers für regelwidriges Verhalten und oft Vorstufe für eine Entlassung des oder Kündigung durch den Arbeitnehmer.

Mit der Verwarnung rügt der Arbeitgeber ein bestimmtes Arbeitnehmerverhalten und droht ihm konkrete Konsequenzen an.

Eine Verwarnung darf aber nicht Schikane oder willkürlich sein. Auch dürfen Sie keine exemplarische Verwarnung eines einzelnen Mitarbeiters aussprechen obwohl mehrere andere im gleichen Moment ihre Pflicht vernachlässigten.

Zur Verwarnung gehören die präzise Bezeichnung der Pflichtverletzung und die Umschreibung der Konsequenzen einer erneuten Pflichtverletzung. Deshalb empfiehlt es sich eine Verwarnung schriftlich zu verfassen.

Das Verwarnungsschreiben sollte persönlich ausgehändigt und der Empfang unterschriftlich bestätigt werden. Bereiten Sie also nicht nur das Verwarnungsschreiben sondern auch eine Empfangsbestätigung vor.

Als Verwarnungsfälle sind alle Arten von Pflichtverletzungen denkbar.

Bei MPAs sind Gründe beispielsweise Unpünktlichkeit, Benehmen gegenüber Patienten und Mitarbeitern oder auch unentschuldigtes Fernbleiben von der Stelle oder die verspätete Vorlage von Arztzeugnissen.

Denkbar bei angestellten Ärzten ist beispielsweise auch unsittliche Belästigung von Mitarbeitern oder Vertragsverletzungen wie unerlaubte Nebenbeschäftigung, Verletzungen des Konkurrenzverbotes oder Annahme von Geschenken.

Als Sanktionen in Frage kommt einerseits die Verwarnung mit Androhung der fristlosen Entlassung.

Andererseits die Verwarnung mit anderen arbeitsrechtlichen Sanktionen wie Unterstellung unter Zeiterfassung oder die Änderung des Einsatzbereiches.

Vorträge vorbereiten, halten, nachbearbeiten

Vorträge zu Halten ist eine Kunst. Ähnlich der Rhetorik geht diese aber mehr und mehr verloren, beziehungsweise wird unter überladenen Slides verschüttet.

Ein gelungener Vortrag braucht Vorbereitung, Durchführung und Nachbearbeitung.

Die Vorbereitung eines Vortrags beginnt keinesfalls mit dem Computer und Powerpoint.

Überlegen Sie sich zunächst, was da Thema ist. Dann klären Sie, wer die Zuhörer sind. Was erwarten diese wohl von Ihnen? Was wird wohl nicht erwünscht sein?

Danach legen Sie ihre Ziele fest. Was wollen Sie vermitteln, welches Wissen zum Thema aber auch welches Bild von Ihnen sollen Zuhörer idealerweise kriegen? Was sollen Sie damit tun können?

Erst wenn diese Ziele klar sind, am besten niedergeschrieben, dürfen Sie loslegen mit der Zusammenstellung ihres Vortrags. Dafür werden bei guter Fokussierung die Ideen und Bilder nur so sprudeln. Im Nu werden Sie einen kompletten Vortrag haben.

Die Vorbereitungs ist aber erst abgeschlossen, wenn nicht nur Sie, sondern auch der Veranstalter den fertigen Vortrag hat. Noch immer meinen Professoren, sie könnten mit einen Vortrag auf Memory-Stick reinrauschen und alles klappe auch bei ihren speziellen Programmen, Formaten, Plugins und Codecs am Schnürchen.
Dann wird jeweils vor dem Publikum die Saaltechnik verantwortlich gemacht. Aber die Anwesenden können sich ja ein eigenes Bild machen.

Vorträge sind oftmals eine Frage des Respektes vor Zuhörern. Ein Minute zu spät beginnen und schon haben die Anwesenden kumuliert einen Arbeitstag verloren.

Als Vortragende müssen Sie zuallererst Mensch und erst dann Informationsvermittler sein. Wenn es Ihnen dann noch gelingt, ab und an eine Anekdote aus der Praxis einfliessen zu lassen, sorgt das für die gewünschte Auflockerung.

Schalten Sie Ihr Handy aus. Es wäre überaus peinlich, wenn Sie mitten im Vortrag angerufen werden.

Sind Sie vorbereitet auf Nachfragen aus dem Publikum, von der Presse? Beriten Sie doch einige extra Folien in Reserve vor – sie erleichtern sich die Antwort und Ehren den Fragenden damit.

Ein Vortrag soll auch einen Werbeeffekt für sich oder Ihre Sache haben. Sollten Sie das Interesse der Zuhörer geweckt haben, so werden diese mit irgendeiner Form von „Wie weiter?“ auf Sie zukommen. Lassen Sie ihnen Zeit und Raum, um sich zu entscheiden, ob sie das überhaupt wollen. Aber wenn Sie kommen, seien Sie vorbereitet. Falls Sie es nicht sind, können Sie mit dem Fragenden abmachen, wie weiter vorgegangen werden soll. Halten Sie sich unbedingt an die Abmachung, denn rasch können Sie das aufgebaute Vertrauen wieder verlieren.

Wahrung der Patientenrechte als Berufspflicht, was ist gemeint?

Die Wahrung der Patientenrechte laut Medizinalberufegesetz beinhaltet insbesondere das Selbstbestimmungsrecht der Patienten, ob und wie behandelt wird. Ein ebenfalls zentrales Patientenrecht ist das Informationsrecht. Es beinhaltet das Recht nach Aufklärung und die abzulegende Rechenschaft über eine Behandlung.

Wartezeit, was ist normal?

Selbst wenn sie ihre Wartezimmer optimal einrichten stellt sich die Frage, wie viel Warten denn normal sei?

Warten sollte eigentlich die Ausnahme sein, denn durch optimale Terminvergabe und eine Praxisbetrieb mit zwei oder mehr Sprechzimmern können Patienten schon direkt vom Empfang in ein Sprechzimmer beleitet werden und dort kurz auf die Ärztin warten.

Auch wenn dieses Warten nicht so angenehm gestaltet werden kann wie in einem speziell eingerichteten Wartezimmer können Sie den Wartenden im Sprechzimmer Praxisinformationen bereitlegen. Zudem haben die Patienten nun die Gewissheit, als Nächste dran zu sein.

Wenn ihre Patienten bei optimal organisierter Praxis also ins Wartezimmer müssen, dann schulden Sie ihnen eine Erklärung, weshalb sie warten müssen und die Information, wie lange das ungefähr dauert. Wir alle können besser mit Unangenehmem umgehen, wenn wir Grund und voraussichtliche Wartezeit kennen.

Sollte sich etwas ändern, ein Notfall eintreten, so informieren die MPA die Patienten aktiv, damit diese ihre eigenen Entscheide – „soll ich noch auf die Toilette oder soll ich zu Hause anrufen, dass ich später kommen“ – treffen können.

Wartezimmer, was beachten?

Patienten werden empfindlicher, was das Thema Warten angeht. Und das mit gutem Recht. Zeit ist ein kostbares Gut, das man nicht unnötig durch als unangemessen lang empfundene Warterei verplempern will.

Die Einrichtung eines Wartezimmers hat einen wesentlichen Einfluss auf des Empfinden der Wartezeit. Klassisch sind die abgegriffenen Zeitschriften und die durchgescheuerten Sessel. Sie sind der Quell zahlreicher Arztwitze und nicht ohne Grund kommen einige Patienten systematisch zu spät.

In ihrer eigenen Praxis können Sie ein Wartezimmer aber mit wenig Aufwand in eine Lounge verwandeln, in der fast jeder gerne verweilt.

  • Für die gestressten Manager können sie einen kabellosen Internetzugang einrichten. Achten Sie aber darauf, dass ihre Patientendaten in der EDV geschützt sind.
  • Für den Stressausgleich können sie einen Plätscherbrunnen einrichten.
  • Für die Unterhaltung können Sie eine interessante Zeitschriftenauswahl zur Verfügung stellen. Nicht jeder will Gesundheitsbroschüren mit Sponsoring lesen.
  • Und für das leibliche Wohl können Sie einen Wasserspender oder gleich eine Teebar einrichten.

Das wichtigste aber sind die Sitzgelegenheiten und deren Anordnung. Wenn die Patienten wie in der Bahnhofshalle alle in einer Reihe warten müssen und die Sitzgelegenheit hart ist, werden sie den Termin kaum entspannt beginnen. Aber denken Sie auch an ältere Leute, die nicht gerne zu tief sitzen um wieder aufzustehen und die sich auf Armlehnen stützen möchten. Halten Sie ihnen zumindet ein oder zwei solche Stühle bereit.

Die Quarantäne

Besonders grosse Praxen können ein Quarantäne-Wartezimmer einrichten. Bei kleinen Epidemien wie Grippe und Gastroenteritiden helfen Sie so mit, dass ihre Praxis kein Infektionsherd wird. Ein Quarantänezimmer muss aber nicht 90% der Zeit leer stehen. Sie können es beispielsweise im  Regelfall als Warte und Spielzimmer für Kinder einrichten. Besonders die Eltern werden es Ihnen danken und auch die Patienten im anderen Wartezimmer.

 

Wartezimmer, worauf achten?

Im Wartezimmer entscheidet der erste Eindruck darüber, wie unangenehm die Patienten das Warten empfinden. Deshalb sollte es sich eher um eine Lounge denn um einen Wartsaal handeln.

Nutzen Sie zur Inspektion ihre Sinne. Wie ist der Geruch? Wie ist der erste Eindruck? Ist es hell, sauber und gut temperiert? Muss renoviert werden?

Gibt es Wasser? Früchte? Ist die heutige Zeitung bereit? Sind die alten Zeitschriften entsorgt?

Gibt es einen Internet-Hotspot?

Zu laute oder aktive Musik nervt, ein sanft plätschernder Zimmerbrunnen kann die Nerven beruhigen. Achten Sie aber darauf, dass das nicht zu kitschig wird.

Wartezimmerordner zur Information

Wartezimmerordner sind ein bewahrtes Mittel, um den Patienten im Wartezimmer ein wenig Kurzweil zu verschaffen. Im Prinzip beinhalten diese Ordner ähnliche Informationen wie die Praxisbroschüre, also Informationen zur Praxis und zum Team. Dazu kommen Informationen zu Gesundheitsthemen wie Krankheitsbilder, Diätempfehlungen oder auch Empfehlungen zu Informationsblättern, die in der Praxis zu bekommen sind.

Darüber hinaus können Sie sich ein Stück weit dem Patienten öffnen, indem Sie einen kleinen Einblick in Ihr Privatleben geben oder über Ihre Hobbys berichten.

Einige Kollegen fügen dem Ordner interessante Zeitungsartikel bei, die aber ständig aktualisiert werden sollten.

Weisen Sie dabei Ihre Patienten darauf hin, dass sie jederzeit eine Kopie eines gewünschten Artikels oder einer Information haben können.

So ein Ordner wird erfahrungsgemäss gerne gelesen und geht damit durch viele Hände. Am diesem Grund muss auch sehr darauf geachtet werden, dass er nicht mit der Zeit zu benutzt wirkt.

Website für die Praxis

Auch heute ist es so, dass nicht jede Praxis eine Website hat. Vom Verkaufsaspekt her ist das für eine gut laufende Landpraxis auch nicht unbedingt nötig.
Eine Website ist aber eine Hilfestellung für Ihre Patienten und sie ermöglicht Ihnen zu bestimmen, wie Patienten sie finden werden.

Die Internetpräsenz der Praxis ist ein probates Hilfsmittel, um Patienten auch ohne Anruf über die Kontaktmöglichkeiten, Öffnungszeiten und die Anfahrt zu informieren. Natürlich kann eine Website noch viel mehr, aber dies Grundvoraussetzungen müssen erfüllt sein.

Weiter wird Ihre Website für zukünftige Patienten, die Sie online suchen auch das oberste Suchresultat sein. Das ist bei weitem einer dieser zahllosen und teilweise zweifelhaften Telefonlisten und Arztbewertungsportalen vorzuziehen.

Weiterbildung für die MPA, wozu?

Ständige Weiterbildung ist heute unverzichtbar. Ärzte sind nicht nur selbst auf ständige Weiterbildung angewiesen, um Ihren Patienten die bestmögliche Versorgung zu ermöglichen. Sie benötigen auch entsprechend qualifizierte Mitarbeiterinnen, die die Neuerungen umsetzen und damit den Praxiserfolg sichern.

Das Team ist in die Lage zu versetzen, die täglichen Aufgaben und neue Anforderungen noch besser bewältigen zu können. Die Aufgabe der Praxisleitung ist es, das Potenzial der MPA danach zu durchleuchten, welche von ihnen zusätzliche Tätigkeiten übernehmen kann, schliesslich ist jede MPA einzigartig.

Genau an dem Vorhandensein verschiedener Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen setzt die Personalentwicklung auch an.

So gibt es Kommunikationstalente, die verkümmern, wenn sie den ganzen Tag im Labor arbeiten. Andere kämpfen alltäglich einen vergeblichen Kampf mit der Terminplanung. Dies zu erkennen und der MPA auch Alternativen anzubieten ist gut für die ganze Praxis, aber auch gut für die MPA selbst.

Weiterbildung für MPA, wer sollte sich wie weiterbilden?

Wer sich fortbildet, wird in seinem Aufgabenbereich sicherer. Das sorgt für mehr Selbstbewusstsein und mehr Spass an der Arbeit.

Gerade die wirklich guten Kräfte, die eine Säule für den Praxisbetrieb darstellen, wollen oftmals immer besser werden. Wichtig ist aber auch, dass allen MPA Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten werden.

Schulungen sind in der Praxis und extern möglich.

Entscheidend ist, dass MPA Fortbildung zielgerichtet und nicht nach Tageslaune erfolgt. Es muss abgewogen werden zwischen den strategischen Interessen der Praxis und denen der MPA. Die meisten Massnahmen, von denen die MPA profitieren, werden im fachlichen Bereich angeboten. Sie drehen sich um die Betreuung von Patienten. Aber vielleicht ist der Sprachkurs, der zunächst eigentlich als unwichtig erscheint, angesichts der vielen ausländischen Patienten gar nicht so schlecht? Wenn es um Kompetenzen geht, die in Ihrer Praxis zur Aufgabenerledigung nötig sind, aber hier nicht erlernt werden können, bietet sich ein Seminar oder auch eine längere Fortbildung an.

Beispiele hierfür sind ganz banal die Software-Schulung für ein neues Programm oder die Weiterbildung zur Qualitätsmanagement-Beauftragten.

Grosse Bedeutung hat in der Arztpraxis mittlerweile das Thema Kommunikation. Ob „Professionell telefonieren“ oder „Umgang mit schwierigen Patienten“, es gibt wirklich für jede Anforderung ein Seminar und manche sind bestimmt wertvoll, wenn Sie Praxisabläufe professionalisieren wollen.

Der Kosten eines Seminar sollten sich im Verhältnis zum erwarteten Nutzen für die Praxis bewegen. Das billigste Semianr ist nicht unbedingt das günstigste.

Weiterbildung MPA, was nützt der Praxis?

Seminare und Fortbildungen für die MPA gibt es von verschiedensten Anbietern, Verbänden und Dienstleistern. Klassischerweise bieten auch Auftragslaboratorien Kurse für MPA, die nichts mit Labor zu tun haben.

Wichtig ist, dass bei den MPA Schlüsselqualifikationen in ihrem Beruf gefördert werden. Diese können beinhalten:

  • Fachliches Wissen
  • Berufsspezifisches Wissen
  • Arbeitstempo
  • Kostenbewusstsein
  • Organisation eines Projektmanagements
  • Handhabung von Hilfsmitteln und Werkzeugen
  • Analytisches Denken
  • Soziale Fähigkeiten
  • Selbstbewusstsein
  • Selbstmotivation
  • Selbstmanagement
  • Teamfähigkeit
  • Führungskompetenz
  • Qualitätsbewusstsein
  • Leistungsbereitschaft
  • Ausdrucksfähigkeit
  • Fremdsprachen
  • Konflikt und Kritikfähigkeit
  • Ethik und Fairness

Welcher Preis kann für das Verbrauchsmaterial nach TARMED in Rechnung gestellt werden?

Gemäss der Generellen Interpretation GI-20 „Verbrauchsmaterialien und Implantate“ nach TARMED kann für das Verbrauchsmaterial der Einstandspreis (Stückpreis auf der Basis der Jahreseinkaufsmenge) plus ein Zuschlag von 10% dem Kostenträger in Rechnung gestellt werden.

Werbeverzicht laut Medizinalberufegesetz, was ist gemeint?

Auch wenn Werbung nicht per se verboten ist, besagt das Medizinalberufegesetz, das auf vergleichende und heilversprechende Aussagen verzichtet werden soll. Deshalb gilt der Werbeverzicht über die Standesordnung der FMH hinaus, welche streng genommen lediglich eine Vereinbarung zwischen FMH und ihren Mitgliedern ist. Der Werbeverzicht gilt für alle universitären Medizinalberufe.

Werbung für die Arztpraxis

Ein Arzt macht keine Werbung! So oder ähnlich galt und gilt die Grundhaltung im Arztberuf. Aufgrund zahlreicher Verstösse gegen den guten Ton und auch legitimer Wünsche nach Klarheit bei Praxisschild und Telefonbucheintrag hat die FMH einen Anhang zur Standesordnung erlassen, die Richtlinien „Information und Werbung“.

Im Grundverständnis ist folgende Einschränkung wichtig: Die Standesordnung der FMH und der kantonalen Ärztegesellschaften haben privatrechtlichen Charakter, sie bilden in gewisser Weise einen Vertrag mit ihren Mitgliedern, sind aber nicht Gesetz und dürfen gesetzlichen Bestimmungen auch nicht widersprechen.

Im Falle eines rechtlichen Verfahrens können die teilweise detaillierten Standesordnungen aber von beteiligten Parteien zur Auslegung der geltenden Gesetze und Verordnungen herangezogen werden.

Jedenfalls gilt die Standesordnung also für FMH Mitglieder und nicht für Ärzte generell. Aber durch einen Austritt aus der FMH können Sie nicht einfach wild werben, zahlreiche Gesetze limitieren die Werbemöglichkeit der Ärzteschaft. Unter anderem auch durch das Medizinalberufsgesetz verboten sind „Heilsversprechungen“.

Werbung für die Arztpraxis, Massensendungen

Der Anhang zur Standesordnung FMH werden folgende Grundsätze genannt: „In der Presse, in elektronischen Medien und auf vergleichbaren Informationsträgern dürfen die (grundsätzlich zulässigen) Informationen … bekanntgemacht werden. Das gleiche gilt für Rundschreiben an Patienten und Patientinnen.

Die Verbreitung von Informationen als Massensendung an die Bevölkerung (Flugblätter, Postversände, elektronische Medien und ähnliche Informationskanäle, inkl. Publireportagen) ist nicht gestattet.

Rundschreiben an Kollegen und Kolleginnen können auch weitere Informationen beinhalten.“

Werbung, was ist erlaubt?

Es ist einem Arzt oder einer Praxis nicht generell verboten, Informationen zu verbreiten. Erlaubt sind insbesondere Informationen, die die freie Arztwahl erleichtern, respektive überhaupt erst ermöglichen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Die fachlichen Qualifikationen sowie der berufliche Werdegang,
  • das Alter und
  • die Sprachkenntnisse.
  • Weiter Informationen zum Angebot wie die Durchführung von Hausbesuchen, die Annahme von neuen Patienten und Patientinnen, die Sprechstundenzeiten sowie Hinweise auf Zusammenarbeitsformen oder Zusammenarbeitspartner bei einer Gruppenpraxis mit Ärzten und/oder anderen Medizinalpersonen, Belegarztverhältnisse, Chefarztfunktion.

Sicher auch von Interesse für Patienten sind vertragliche Beziehungen zu einem Krankenversicherer im Rahmen von besonderen Versicherungsformen.

Ganz grundsätzlich dürfen Dienstleistungsangebote wie die eigene Physiotherapie, Selbstdispensation, Praxis-OP und Röntgenerwähnt werden, ebenso Zugehörigkeit zu ärztlichen Vereinigungen.

Die Nennung von ausländischen Facharzttiteln erfolgt unter Angabe der verleihenden Organisation.

Werbung, was ist verboten?

Grundsätzlich gilt: Die von einem Arzt publizierte Information und auch werbende Information darf weder unsachlich, unwahr oder dem Arztberuf schädigend sein.

Die Richtlinien Werbung als Ergänzung zur Standesordnung FMH legen unter anderem fest.

„Unsachlich ist eine Information, welche die gebotene medizinische Objektivität und Erfahrung nicht wahrt oder die nach Form oder Inhalt dem Informationsbedürfnis von Patient und Patientin beziehungsweise Kollege und Kollegin nicht entspricht.

Unwahr ist eine Information, die den Tatsachen nicht entspricht.

Das Ansehen des Arztberufes schädigen Informationen insbesondere, wenn sie vergleichend Bezug nehmen auf Berufsangehörige wie z.B. herabsetzende Äusserungen über Kollegen und Kolleginnen, ihre Tätigkeit und deren medizinischen Methoden sowie wenn sie Empfehlungen etc. von Patienten und Patientinnen einbezieht.“

Weiter wird sie als Rufschädigend angesehen, „wenn sie der Selbstanpreisung der eigenen Person dient oder die eigene ärztliche Tätigkeit darstellt durch reklamehaftes Herausstellen in aufdringlicher oder marktschreierischer Weise und wenn sie beim Publikum ungerechtfertigte Erwartungen weckt oder sonst irreführenden oder täuschenden Charakter hat, wenn sie unwürdig oder unseriös ist oder die guten Sitten verletzt“ und, im Sinne eine Generalklausel „wenn sie primär auf einen Werbeeffekt abzielt“.

Wie bei Versicherungen sparen?

Einmal im Jahr sollten die Praxisverantwortlichen ihre Versicherungsverträge sichten: Sichern sie überhaupt noch bestehende Risiken ab? Oder hat sich die Situation geändert? Benötigen sie die Versicherung überhaupt noch?

In der Berufshaftpflicht können beispielsweise Umstände eingetreten sein, die eine Änderung der Police notwendig machen. Auch die Krankentagegeldversicherung müssen sie gegebenenfalls anpassen, wenn sich zum Beispiel das Einkommen erhöht hat.

Oder die Hausratversicherung, um noch ein Beispiel zu nennen: Hat sich der Wert des Hausstands erhöht, sodass die ursprünglich vereinbarte Versicherungssumme überschritten wird? So hat die Praxis im Schadensfall Nachteile.

Darüber hinaus ist eine alljährliche Versicherungsinventur auch aus folgendem Grund sinnvoll: Die Verantwortlichen bekommen ein Gespür dafür, wie viel Geld sie für Versicherungen aufwenden und wo sich Einsparpotenzial auftut. Wenn man die vielen Versicherungen einmal im Überblick anschaut, die der Praxisinhaber so abgeschlossen hat dann offenbart sich eigentlich auf den ersten Blick, dass hier richtig Geld drinsteckt; eine Überprüfung und Verbesserung der Verträge können also durchaus auch die Liquidität verbessern.

Die Überprüfung ist die Gelegenheit, sich Alternativangebote von anderen Versicherungen einzuholen.

WZW Kriterien, was ist das?

Damit eine Leistung im Tarmed aufgenommen wird muss sie den so genannten WZW Kriterien entsprechen. Dieses Abkürzung WZW steht für Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Die Wirksamkeit als WZW Kriterium verlangt, dass eine Leistung grundsätzlich wirksam sein muss. Bei einer Krankheit beispielsweise muss ihr therapeutischer Effekt belegt sein.

Das WZW  Kriterium der Zweckmässigkeit gebeitet, dass eine Massnahme im konkreten Fall einem therapeutischen Zweck dienen muss. Die Zeckmässigkeit erschliesst sich durch den Kontext einer Massnahme. Sie lässt sich mit einer Analogie beschreiben: Ein Schmerzmittel hilft wirksam Schmerzen zu lindern, ist aber nicht zweckmässig, wenn der Behandelte gar keine Schmerzen hat. Obwohl die Massnahme also wirksam ist, ist sie nicht zweckmässig, weil therapeutisch gar nicht geboten.

Das WZW  Kriterium der Wirtschaftlichkeit besagt, dass eine therapeutische Massnahme beispielsweise im Vergleich zu alternativen Therapieansätzen wirtschaftlich sein muss. Wenn eine Massnahme wesentlich teurer als andere vergleichbare Massnahmen ist, gilt sie nicht als wirtschaftlich.

Das Kriterium der Wirtschaftlichkeit könnte zur Rationierung im Gesundheitswesen benutzt werden. Tatsächlich aber ist es im konkreten Fall schwer eine Wirtschaftlichkeit zu be- oder widerlegen.

Zahlungsausfälle, wie damit umgehen?

Durch säumige Zahler sinkt die Arbeitsmotivation und der administrative Aufwand nimmt zu.

Am besten vermeiden Praktiker das Problem soweit als möglich. Typische Situationen mit Zechprellern haben einige Gemeinsamkeiten.

Klassisch sind

  • Notfallkonsultationen
  • bei unbekannten Patienten
  • ausserkantonalen Patienten
  • dem geäusserten Wunsch nach teuren Medikamenten, Betäubungsmitteln oder ähnlichen Substanzen und
  • Symptomschilderung nach Schulbuch.

Einige Abrechnungsstellen, wie z.B. die Curabill, die Ärztekasse oder MediData offerieren ihren angeschlossenen Arztpraxen Bonitäts-Checks ihrer Patienten. Diese können verschiedenartige Daten berücksichtigen.

Einerseits etwa die Betreibungsinformationen oder die Daten angeschlossener Detailhandelsunternehmen, die sich austauschen, ob jemand seine Rechnungen bezahlt. Relevanter sind allerdings die Krankenkassendaten, ob jemand von einem Zahlungsstopp betroffen ist. Die meisten Versicherer nehmen an einem Datenaustausch mit den Abrechnungsstellen teil, so dass diese Information punktuell zur Verfügung steht.

Aus ihrem eigenen Informatiksystem erkennen Ärzte so Patienten, die Ihre bisherigen Rechnungen nicht zahlen. Im konkreten Fall empfiehlt es sich, bei unbeglichenen Rechnungen die Patienten offen anzusprechen.

Erklären Sie freundlich aber bestimmt, dass aufgrund gemachter negativer Erfahrungen die Notfallkonsultationen, Erstkonsultationen, neuen Konsultationen oder Medikamente sofort bezahlt werden müssen.

Selbstverständlich können die Patienten aber die Rechnung wie üblich ihrer Krankenkasse schicken.

Sind die Patienten nicht dazu bereit, haben Sie sicher keinen guten Kunden verloren. Lediglich in Situationen mit der Gefahr einer Schädigung von Leib und Leben dürfen Sie die Behandlung nicht verweigern.

 

 

Zielvereinbarung mit Mitarbeitern, wozu dienen sie?

Zielvereinbarungen sind ein wichtiges Thema für die berufliche Entwicklung der MPAs.

Sie halten fest, welche Veränderungen oder Neuerungen in der Praxis willkommen wären und welchen Anteil die MPA daran haben sollte.

Daraus ergibt sich, dass auch der Fortbildungsbedarf angesprochen bzw. abgefragt werden muss. Vielleicht hat die MPA ja darüber hinaus noch besondere Interessen, die momentan brachliegen und nutzbringend in die Praxis eingebracht werden können.

Im Gespräch kann sich auch herausstellen, dass eine MPA in einer anderen Position viel besser eingesetzt ist. Diese Chancen können wahrgenommen werden.

Erstellen Sie ein Protokoll, in dem die Vereinbarungen festgehalten werden. So können Sie deren Erreichen, oder auch Nichterreichen, beim nächsten Gespräch gemeinsam überprüfen.

Zufriedenheit der Mitarbeiter, welche Faktoren beachten?

Zufriedenheit der Mitarbeiter ist kein Luxus sonder integraler Erfolgsvoraussetzung einer Praxis. Das Lächeln, mit dem Patienten begrüsst werden und die Reserven, die auch bei stressigen Zeiten vorhanden sind entschieden genau so wie die medizinische Kompetenz über den Erfolg einer Praxis.

Mehrere Faktoren fördern die Zufriedenheit im Team:

  • Wenn der Chef oder ie Chefin einen respektvollen und freundlichen Umgang mit den Mitarbeitern pflegt.
  • Wenn sich die Mitarbeiter vom Chef geachtet fühlen und wenn sie mitbestimmen dürfen.
  • Wenn die Mitarbeiter gefordert, aber nicht über- oder unterfordert werden.
  • Wenn sie in Bereichen arbeiten dürfen, die ihren Neigungen, Stärken, und Talenten entsprechen.
  • Wenn ihre Leistungen anerkannt und geschätzt werden.
  • Wenn sie bei Problemen kompetente Unterstützung erhalten.
  • Wenn das Gehalt stimmt.
  • Und wenn der Arbeitsplatz sicher ist.